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Herthas Derby-Hoffnungen gegen Union Berlin ruhen auf Bruno Labbadia

Herthas neue Hoffnung hat einen Namen: Bruno Labbadia. Der Trainer hat beim Hauptstadt-Club innerhalb von nur wenigen Wochen neue Zuversicht entfacht. Sollte der 54-Jährige die "Alte Dame" nach seinem gelungenen Debüt auch am Freitag zum Derbysieg gegen den 1. FC Union Berlin (20.30 Uhr) führen, hätte die Hertha wohl einen neuen Liebling.

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Die Ankündigung seiner Verpflichtung hatte bei Hertha BSC nicht gerade Jubelstürme ausgelöst. Labbadia eilten wenig ehrenvolle Spitznamen voraus: Wandervorgel, Kurzarbeiter, Feuerwehrmann. Doch schon sein bescheidener und wenig pathetischer Auftritt bei seiner Vorstellung Mitte April löste eine leise Ahnung aus: Hertha und Labbadia, das könnte passen.

Vielleicht auch deshalb, weil der Ex-Profi eine gewisse Reife vorweisen kann. "Ich habe in meiner Karriere schon in vielen Schubladen gesteckt, mittlerweile habe ich es mir abgewöhnt, mich darüber zu ärgern", sagte er dem "kicker". Sein Image als Retter pflegte der gebürtige Darmstädter vor allem beim Hamburger SV. In Wolfsburg zeigte er nach der Rettung, dass er eine Mannschaft entwickeln kann, trotzdem kam es zum Bruch.

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Der ehrgeizige Coach ließ sich trotz der Trennungen nicht unterkriegen und arbeitete an sich. Er holte sich Rat von Außen, reduzierte die in seiner Trainergeneration weit verbreiteten Floskeln und wirkte plötzlich ernsthafter. "Mit all meinen Erfahrungen, die ich gesammelt habe, mit dem Wissen, das ich heute habe, würde ich sagen: Jetzt aktuell bin ich der beste Trainer, der ich sein kann", sagt Labbadia über Labbadia.

Davon will Hertha profitieren. In der Tabelle stand Hertha zuletzt immer hinter Union, den Makel räumte Labbadia schon gleich mit dem Sieg in seinem ersten Spiel am Samstag bei der TSG Hoffenheim (3:0) aus. Und so soll es weitergehen. Am besten schon am Freitag. Labbadia, der zu seiner aktiven Zeit als einziger Profi sowohl in der ersten als auch in der zweiten Bundesliga dreistellig getroffen hat, weiß nach der 0:1-Pleite im Hinspiel um die Bedeutung.

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Die Spieler scheinen Labbadia längst zu akzeptieren: "Bruno hat Ruhe in die Mannschaft gebracht", sagte Mittelfeldmann Per Skjelbred am Dienstag. Man habe viel trainiert, auch wenn es wegen der Corona-Auflagen "komisch" gewesen sei. "Er hat uns seine Philosophie erklärt. Er kommt viel über die Disziplin, aber auch über Offensivfußball", sagte der Norweger.

Vielleicht aber können die Spieler am Freitag Labbadia auch deshalb vertrauen, weil er ein ausgemachter Derby-Fachmann ist. Mit dem HSV trat er viermal zum Nordduell gegen Werder Bremen an und holte dabei drei Siege. Ein gutes Omen für die Hertha.