Der Tscheche Karel Brückner soll die österreichische Nationalmannschaft zur WM 2010 in Südafrika führen. Der 68 Jahre alte Trainer übernahm die rot-weiß-rote Auswahl am Freitag als Nachfolger von Josef Hickersberger mit dem Ziel, die Alpenrepublik erstmals seit 1998 wieder zu einer Weltmeisterschaft zu bringen.

Brückner war nach dem Aus in der EURO-Vorrunde 2008 als Trainer der tschechischen Reprezentace ebenso zurückgetreten wie "Hicke" nach dem vorzeitigen Scheitern mit Co-Gastgeber Österreich. Brückner war seit Dezember 2001 bei den Tschechen tätig. Seinen größten Erfolg feierte er mit dem Halbfinal-Einzug bei der EURO 2004. Zuvor hatte Brückner die U21 Tschechiens sowie Inter Preßburg und Sigma Olmütz betreut.

Mit Brückners Amtsübernahme ging das wochenlange Rätselraten um die Hickersberger-Nachfolge zu Ende. Der frühere Schalke-Coach Mirko Slomka hatte dem Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) ebenso abgesagt wie einige andere namhafte Kandidaten.

Bleibt Herzog Co-Trainer?

Auch Hickersbergers Assistent und Teammanager Andreas Herzog hatte sich Hoffnungen auf den Job gemacht. "Aber Brückner ist ein Top-Mann. Gegen so einen Trainer war ich chancenlos", sagte er. Herzog kann sich aber eine Zukunft unter Brückner vorstellen.

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer beglückwünschte den ÖFB zu einer "ausgezeichneten Wahl. Österreichs Fußball hat mit Brückner einen international erfahrenen und erfolgreichen Trainer gewonnen". Der "ausgewiesene Fachmann" Brückner übernehme von Hickersberger ein "geordnetes, junges und talentiertes Team", sagte der Politiker.

"Brückner erhält nötige Unterstützung"

ÖFB-Präsident Friedrich Stickler erklärte am Freitag auf einer Pressekonferenz, dass die Entscheidung für Brückner "einhellig" war. Der Tscheche werde "in der Fußball-Familie die nötige Unterstützung haben". Der Verband erwarte von Brückner, dass er den "eingeleiteten Prozess fortsetzt".

Brückner ist der fünfte Ausländer auf dem Trainerstuhl des ÖFB. Zuvor waren der Ungar Bella Guttmann, der Slowake Leopold Stastny, der Slowene Branko Elsner und der Kroate Otto Baric für Österreich tätig.