Bremen - Lebenslang Grün-Weiß - die eigens für den deutschen Meistertitel 2004 komponierte Vereinshymne verkörpert niemand authentischer als Thomas Schaaf. Mehr Werder Bremen geht eigentlich nicht: 15 Jahre Fußball-Profi, zwölf Jahre Cheftrainer, insgesamt 38 Jahre Vereinsmitglied. Am Samstag wird der Erfolgscoach 50 Jahre alt.

Eine wilde, flippige Party wird es nicht geben, dafür ist und bleibt der einstige Rechtsverteidiger zu geerdet und zu bodenständig. "Ich bin nicht so für das Grelle", hat Schaaf einmal über sich selbst gesagt, prägnanter kann man es kaum ausdrücken. Er versteht sich als Arbeiter auf dem Trainingsplatz und auf der Auswechselbank, nur in der Champions League trug er stets seinen "Feiertagsausgehanzug".

"Nicht ein Problem des Trainers..."

Zu bejubeln gab es so Einiges in den vergangenen zwölf Jahren. Ein Mal Deutscher Meister, drei Mal Pokalsieger, sechs Mal in der "Königsklasse" - goldene Jahre, in denen der grundsätzlich eher mittelständig geprägte SV Werder am oberen Limit spielte. Doch in dieser Spielzeit stand man an der Weser zumindest bis zum 3:1-Sieg beim FC St. Pauli am vergangenen Samstag da, wo Schaaf 1999 anfing - im Kampf um den Klassenerhalt.

Und während bei der Konkurrenz zum Teil mehrfach pro Spielzeit die Übungsleiter gewechselt werden, glauben die norddeutschen Stoiker am Osterdeich einfach daran, dass nicht plötzlich alles schlecht sein kann, was mehr als ein Jahrzehnt lang erfolgreich war. Schaafs Mannschaftskapitän Torsten Frings brachte es in Zeiten der Erfolglosigkeit auf den Punkt: "Wenn wir schlecht spielen, ist das ein Problem der Mannschaft und nicht ein Problem des Trainers."

Lehrmeister Otto Rehhagel

Die Erfolge seines Lehrmeisters Otto Rehhagel an der Weser hat Schaaf längst in den Schatten gestellt, nur bei der Dauer seines grün-weißen Engagements (14 Jahre) hat "König Otto" noch knapp die Nase vorn. Schaaf könnte gleichziehen, sollte er seinen 2012 auslaufenden Vertrag um mindestens ein Jahr verlängern. Der Fußball-Lehrer bleibt gelassen: "Meine Person ist da nicht so wichtig."

Denn berufliche Sorgen machen muss sich Schaaf nicht. "Der kann nur Werder" - dieses alte Vorurteil ist längst vergessen, verbürgt ist, dass nicht nur der VfL Wolfsburg schon einmal ein Auge auf den Bremer Meistermacher geworfen hat.

Hilfe für trauernde Kinder

Und es sieht danach aus, als würde der durchaus mit trockenem Humor ausgestattete Trainer seinem Häuschen in Stuhr vor den Toren der Hansestadt treu bleiben. Und seinem ehrenamtlichen Einsatz als Botschafter für das Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche in Bremen.

Für Schaaf ein wichtiger Gegenpol zur Scheinwelt Bundesliga: "Aber es gehört eben auch zum Leben, dass man einen Menschen verlieren kann, den man sehr gerne hat. Ich habe hier das schöne Gefühl, den Kindern selbst Wärme weitergeben zu können."