Für Werder Bremen war das Europa-League-Spiel gegen Nacional Funchal eine gelungene Abwechslung. Denn gegen die schwachen Portugiesen gab Thomas Schaaf dem zweiten Anzug eine Chance. Und diese vermeintliche B-Elf siegte deutlich mit 4:1.

Beim 1. FC Köln erwartet die "Grün-Weißen" sicherlich eine härtere Nuss als gegen die Inselkicker aus dem Süden (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). "Köln wird gewiss schwieriger als die Partie gegen Funchal", weiß auch Trainer Thomas Schaaf.

Stammspieler kehren zurück

Gegen die "Geißböcke" werden deshalb wohl wieder die geschonten Mesut Özil, Naldo, Hugo Almeida und Sebastian Boenisch in der Startelf stehen. Stürmer Claudio Pizarro fällt weiter aus, für Philipp Bargfrede (Knie) kommt ein Einsatz wohl ebenso nicht in Frage. Ob Tim Wiese wieder im Kasten stehen wird, ist auch eher ungewiss. Der Nationaltorwart wird immer noch von einer Grippe ans Bett gefesselt.

Sollte es für Wiese nicht mit einem Einsatz klappen, würde wohl wieder Sebastian Mielitz zwischen den Pfosten stehen. "Ich habe volles Vertrauen. Sebastian hat gut mitgespielt. In einer Szene war er vielleicht ein bisschen zu aktiv", bilanzierte Schaaf den Einsatz des 20-Jährigen in der Europa League.

Egal, mit welcher Aufstellung Werder am Sonntag im RheinEnergieStadion auflaufen wird, Geschäftsführer Klaus Allofs wünscht sich, dass die Bremer nach 22 Pflichtspielen in Folge ohne Niederlage weiterhin in der Erfolgsspur bleiben. "Ich hoffe, dass wir die Serie fortsetzen und das nicht nur Unentschieden dabei herauskommt", so Allofs.

Soldo optimistisch

Eine ganz andere Meinung hat da natürlich FC-Coach Zvonimir Soldo. "Jede Serie geht irgendwann zu Ende. Ich hoffe, dass es am Sonntag soweit ist", sagte er. Wie das gehen soll, erklärte er auch sogleich: "Mit viel Engagement und Disziplin werden wir unsere Chancen bekommen. Wir können gegen Bremen über den Kampf gewinnen."

Die Vorzeichen stehen jedoch alles andere als gut. Denn kein Team holte zuhause weniger Punkte (vier) und schoss weniger Tore als die Kölner (drei). Und mit 15 Punkten stellt Werder in der Fremde das beste Auswärtsteam der Liga.

Zu wenig Kommunikation

Unter der Woche hat der FC versucht, die Probleme abzustellen. "Wir haben auf dem Platz zuletzt zu wenig geredet, das werden wir verbessern", meinte Soldo und nahm seine verdienten Spieler in die Pflicht: "Wir sind im Abstiegskampf. In dieser schweren Situation, sind die erfahrenen Spieler in der Verantwortung."

Soldo wird es da freuen, dass Lukas Podolski seine Gelbsperre abgesessen und Kevin Pezzoni nach einer Sprunggelenksverletzung das Training wieder aufgenommen hat.

Fehlen wird hingegen der etatmäßige Torhüter Faryd Mondragon, der wegen Oberschenkelproblemen nicht auflaufen kann. Für ihn wird Thomas Kessler zwischen den Pfosten stehen. "Ich habe wirklich alles versucht. Es tut mir unheimlich leid, dass ich nicht spielen und das Team unterstützen kann. Ich bin sehr traurig. Aber ich drücke Kessi fest die Daumen. Ich bin mir sicher, dass er eine gute Partie spielen wird", sagte Mondragon.




Michael Reis