Werder kommt in dieser Saison einfach nicht richtig in Tritt. Lagen die Bremer bereits in der Hinrunde hinter ihren Erwartungen zurück, setzen sich die Rückschläge und Misserfolge auch im neuen Jahr fort.

Zwei Spieltage sind bislang in 2009 ausgetragen worden - und beide Male schlichen die Schützlinge von Trainer Thomas Schaaf nach Abpfiff als Verlierer vom Platz. Gegen Arminia Bielefeld mussten sie im heimischen Weser-Stadion eine 1:2-Schlappe einstecken und auch in der Partie beim FC Schalke 04 (0:1) gab es nichts zu holen.

Nach dem 19. Spieltag dümpelt Werder weiterhin im Mittelfeld der Tabelle herum. Rang 10 und sieben Punkte Rückstand auf einen Platz, der das internationale Geschäft in der kommenden Spielzeit verspricht, sind ungenügend für die ambitionierten Bremer. An der Weser rumort es, Kritik prasselt auf Spieler und den Coach nieder.

Allofs: "Kein prinzipieller Treueschwur"

Auf eine Trainerdiskussion wollen sich die Verantwortlichen aber nicht einlassen. Geschäftsführer Klaus Allofs betont: "Ich bin total von der Arbeit überzeugt, die Thomas Schaaf bei uns leistet. Es gibt bei Werder keinen prinzipiellen Treueschwur, aber wir bewerten die Arbeit von Thomas Schaaf und kommen zu dem Schluss, dass es keinen Ansatz für notwendige Veränderungen gibt."

Woran liegt es, dass der Vize-Meister nicht auf Touren kommt?

bundesliga.de beantwortet diese Frage mittels OPTA-Daten:

  • Der Diego-Faktor:
    Ohne den Brasilianer, der am kommenden Wochenende noch ein Mal wegen seiner Tätlichkeit gegen den Karlsruher Christian Eichner am 16. Spieltag pausieren muss, gewann Werder nur eines von sieben Spielen (drei Unentschieden, drei Niederlagen).

  • Der Pizarro-Faktor:
    Die zweite Schlüsselfigur heißt Claudio Pizarro. Ohne den Torjäger (zehn Tore in 13 Spielen) lahmt das Bremer Offensivspiel: Nur eines von sechs Spielen entschied Werder für sich. In den Spielen ohne den Peruaner, der ebenfalls gegen den KSC vom Platz flog, traf Bremen im Schnitt nur ein Mal. Mit ihm waren es 2,62 Tore.

  • Mangelnde Torgefahr:
    Der Schwede Markus Rosenberg wartet seit acht Partien auf einen Treffer und erzielte in seinen vergangenen 13 Einsätzen nur ein Tor.

  • Fehlende Puste:
    Seit dem 11. Spieltag erzielten die Hanseaten kein Tor mehr in der Schlussviertelstunde. Zuvor waren es neun gewesen.

  • Fehlende Zuordnung:
    Die Elf von Thomas Schaaf kassierte zwölf Gegentore nach Standardsituationen. Nur Schlusslicht Gladbach bekam mehr (13).

  • Die Auswärtsschwäche:
    Werder verlor die vergangenen drei Auswärtsspiele in Folge und holte seit dem grandiosen 5:2 in München am 5. Spieltag nur noch zwei Zähler in der Fremde.