Werder Bremen hat als erste Mannschaft das Endspiel im Premiere-Ligapokal 2006 erreicht. Und das mit einem Sieg gegen den Erzrivalen.

Vor 27.650 Zuschauern im Weserstadion gewannen die Grün-Weißen im Nordderby gegen den Hamburger SV mit 2:1 (0:0).

"Mit der ersten Halbzeit kann man sehr zufrieden sein. Wir hatten viele Möglichkeiten und hätten das Tor schon früher erzielen können. In der zweiten Hälfte haben sich einige Spieler sehr schwer getan", analysierte Werder-Coach Thomas Schaaf.

Die Witterungsbedingungen luden nicht unbedingt zu einem attraktiven Fußballspiel ein, denn an der Weser regnete es fast über die gesamte Spielzeit. Beide Teams zeigten jedoch, dass sie keinesfalls aus Zucker sind.

Drei WM-Helden dabei

Bereits nach sechs Minuten lag ein 1:0 in der Luft. Hamburgs Torwart Stefan Wächter ließ einen Freistoß von Naldo nach vorne abprallen, doch Nationalstürmer Miroslav Klose setzte den Nachschuss neben das Tor.

Klose war einer von drei "WM-Helden" auf Bremer Seite. Aber Klose, Tim Borowski und Torsten Frings konnten nach nur drei Tagen im Training noch nicht wie gewohnt brillieren.

Guerrero hängt in der Luft

Die Hausherren hatten aber weiter die besseren Chancen. Mainz-Rückkehrer Mohamed Zidan (10.), Klose (15.) und Frings (33), nach Doppelpass mit dem neuen Spielgestalter Diego, vergaben aussichtsreichste Möglichkeiten.

Auf Seiten der Gäste hing die einzige nominelle Spitze Paolo Guerrero völlig in der Luft. HSV-Coach Thomas Doll reagierte und brachte im zweiten Abschnitt den erst am Montag verpflichteten Boubacar Sanogo.

Bremen schaltet blitzschnell

Doch das Tor fiel auf der anderen Seite. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß im Mittelfeld schaltete auch Klose blitzschnell und spitzelte den Ball zu Zidan. Der schaute kurz und platzierte den Ball unhaltbar für Wächter im Netz (50.).

"Rene Klingbeil steht da zu weit draußen. Wäre er reingerückt, hätte er noch etwas ausrichten können", haderte Doll mit dem linken Verteidiger.

Fort an mühten sich die "Rothosen" zwar sichtlich, Zählbares kam dabei aber nicht hinaus.

Sanogo mit tollem Debüt

Nach einer Ecke in der 68. Minute eröffnete sich für Sanogo dann eine dicke Chance. Die Bremer hielten im 16er ein Schläfchen, doch Sanogo setzte den Kopfball freistehend nur an den Pfosten.

Lediglich zwei Minuten später machte es der Mann von der Elfenbeinküste besser. Guerrero schickte seinen neuen Sturmpartner mit einem überlegten Steilpass. Sanogo bewies vor Wächter Torjägerqualitäten und schob zum Ausgleich ein.

Unnötige Härte

Aufregung dann in der 76. Minute. Nigel de Jong sprang in der gegnerischen Hälfte völlig unnötig mit einer Grätsche in den vorpreschenden Frings. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer zögerte nicht und zeigte dem Niederländer die Rote Karte.

Frings zeigte sich davon gar nicht beeindruckt und revanchierte sich auf ganz besondere Weise. Ein Zuspiel von Frank Baumann legte sich der Nationalspieler zu Recht, nahm Maß und schlenzte das Leder unhaltbar für Wächter zum 2:1 ins Netz (82.).

"Ich habe gesehen, dass die Ecke frei war und spekuliert, dass der Torwart damit nicht rechnet", meinte Torschütze Frings und ergänzte: "Wir wollen den ersten Titel der Saison holen und uns für die neue Saison Selbstvertrauen holen."

Bayern oder Schalke?

Hamburg konnte mit einem Mann weniger nichts mehr entgegensetzen, hatte aber noch durch Rafael van der Vaart eine große Chance zum Ausgleich (89.).

Die Grün-Weißen treffen nun im Finale am 5. August in Leipzig im Zentralstadion auf den Gewinner der Partie Bayern München gegen Schalke 04. Das Spiel findet am Mittwoch, den 2. August, in der Allianz Arena in München statt. Auch das zweite Halbfinale können Sie ab 20 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de verfolgen.

Michael Reis

Alles zum Premiere-Ligapokal