München - "Papa" allein zu Haus: Während die meisten Spieler des FC Schalke am letzen Spieltag in der Europa League zum sportlich bedeutungslosen Spiel nach Haifa reisten, durften die absoluten Stammspieler in Gelsenkirchen entspannen und sich von den anstrengenden letzten Wochen erholen. Klangvolle Namen wie Raul und Klaas-Jan Huntelaar - aber eben auch Kyriakos Papadopoulos zählen dazu.

Für seinen Zusatzurlaub war Papadopoulos auch selbst verantwortlich: Als Schalke gegen Bukarest den Gruppensieg klar machte, köpfte er die 1:0-Führung.

Der 19-jährige Grieche ist trotz seiner Jugend aus der "Knappen"-Defensive nicht mehr wegzudenken und hat auch den ehemaligen Nationalspieler Christoph Metzelder ins zweite Glied verdrängt. "Als ich hier her gekommen bin, konnte man nicht ahnen, dass die Entwicklung so schnell geht", staunt auch der Youngster über sein hohes Standing.

Für bundesliga.de hatte er daher Zeit für ein paar Fragen zu Schalkes Ambitionen im Europapokal, den raschen Aufstieg von Neuzugang Teemu Pukki und die Partie gegen den Mit-Verfolger aus Bremen.

bundesliga.de: Herr Papadopoulos, in Berlin gab es für Schalke einen Arbeitssieg ohne viel Glanz. Waren Sie zufrieden mit der Leistung Ihres Teams in der Hauptstadt?

Kyriakos Papadopoulos: Wir sind froh über die drei Punkte und zufrieden mit dem Resultat. Hertha war ein guter Gegner. Für uns war es wichtig, oben dran zu bleiben. Das haben wir geschafft.

bundesliga.de: Schalke ist Dritter mit nur drei Punkten Rückstand auf die Bayern. Steht S04 jetzt in etwa da, wo es sich selbst sieht?

Papadopoulos: Ja, aber ich denke, dass wir noch mehr erreichen können. Es kommt darauf an, dass wir unsere Leistung konstant abrufen. Wenn uns das gelingt, ist noch vieles möglich. Wir wollen nicht nur in der Bundesliga erfolgreich sein, haben uns im DFB-Pokal und in der Europa League ambitionierte Ziele gesteckt.

bundesliga.de: In den letzten zehn Partien gab es nur eine einzige Niederlage, und die gegen Meister Dortmund. Hat Schalke die Konstanz, bis zum Saisonende ganz oben mitzuspielen?

Papadopoulos: Ja, klar. Die Saison ist zwar noch lang, aber man sieht, dass wir uns in dieser Saison gefestigter präsentieren. Wenn wir uns weiter stabilisieren, können wir auch am Ende der Saison oben in der Tabelle mitmischen.

bundesliga.de: Mit 19 Jahren sind sie schon absoluter Stammspieler für einen großen Bundesligaclub. Hätten Sie bei ihrem Wechsel gedacht, dass sie sich so schnell unverzichtbar machen?

Papadopoulos: Es freut mich natürlich, dass ich meine Einsatzzeiten und das Vertrauen des Trainers bekomme. Als ich hier her gekommen bin, konnte man nicht ahnen, dass die Entwicklung so schnell geht. Ich genieße es und will mich weiterentwickeln.

bundesliga.de: Teemu Pukki traf schon zum dritten Mal für "Königsblau". Auch Huntelaars Hackentreffer gegen Augsburg bereitete er vor. Merken Sie, dass er immer besser in die Mannschaft integriert ist?

Papadopoulos: Teemu ist ein Gewinn für die Mannschaft. Er hat sich gut integriert, schießt wichtige Tore und kann mit seiner Schnelligkeit die Gegenspieler überraschen. Wir sind froh, dass er bei uns im Team ist.

bundesliga.de: Es geht am Wochenende zum Verfolgerduell gegen Bremen (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) Sehen Sie die beiden Teams auf Augenhöhe und was für ein Spiel erwarten Sie?

Papadopoulos: Bremen hat eine sehr gute Mannschaft und wird uns alles abverlangen. Wir spielen aber zu Hause vor unseren eigenen Fans, deshalb wollen wir natürlich unbedingt gewinnen.

bundesliga.de: Haben Sie Kontakt mit ihrem Nationalmannschaftskollegen Sokratis von Werder?

Papadopoulos: Ja, wir kennen uns aus der Nationalmannschaft und verstehen uns sehr gut. Schön, dass er jetzt auch in der Bundesliga spielt.

bundesliga.de: In der Europa League ist Schalke als Gruppensieger sicher weiter. Aus der Champions League sind Top-Vereine wie Manchester City und United dazugekommen. Freut man sich da jetzt noch mehr auf den weiteren Wettbewerb? Was ist drin für S04?

Papadopoulos: Natürlich ist es für den Wettbewerb attraktiv, wenn Mannschaften wie Manchester City oder United hinzukommen. Wir schauen von Runde zu Runde und wollen auch nach der Gruppenphase wieder erfolgreich sein. Was am Ende dabei herauskommt, muss man abwarten.

Die Fragen stellte Christoph Gschoßmann