Köln - Es war ein hartes Stück Arbeit, das Werder Bremen am 3. Spieltag gezeigt hat. Dabei ging der 5:3-Sieg des SVW gegen den SC Freiburg mit drei Toren in den letzten zehn Spielminuten nicht nur gehörig an die Nerven, sondern auch in die Beine.

Die Mannen von Trainer Thomas Schaaf waren nämlich mit 126 km das laufstärkste Team des 3. Spieltags. Gerade in der Schlussphase, nach dem erneuten Ausgleich der Breisgauer durch Stefan Reisinger zum 3:3 hat sich dieser Einsatz noch einmal bezahlt gemacht. Die Hanseaten steckten nicht auf und fuhren drei Punkte ein.

Schuster an Marins Fersen

Angesichts dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass einer der lauffreudigsten Spieler der Spieltags ebenfalls die Werder-Raute auf der Brust trägt: Marko Marin wirbelte durch die Freiburger Reihen und spulte so Kilometer für Kilometer runter. Am Ende waren es stolze 12.900 Meter (Platz 2) für den Dribbelkünstler.

Nur unwesentlich weniger als Marin lief dessen Gegenspieler Julian Schuster. Der Freiburger "Sechser" legte 12,8 km zurück und belegt damit den 3. Rang in der Spielerwertung zur dritten Runde. Die Team-Kollegen des 26-Jährigen waren nicht weniger fleißig, erliefen zusammengerechnet eine Wegstrecke von 121 km (Platz 3), gingen aber dennoch leer aus und müssen weiterhin auf den ersten Saisonsieg warten.

Ökonomische Bayern

Den ersten "Dreier" der Spielzeit 2011/12 hätte auch gerne der Hamburger SV beim FC Bayern München (beide 107 km, Position 10) eingefahren, doch trotz identischer Laufleistung war das Team von Michael Oenning beim Rekordmeister ohne Chance. Dabei drückt sich die Souveränität der "Roten" nicht nur im Ergebnis aus, sondern auch in der Laufleistung ihrer Abwehrspieler. Mit Daniel van Buyten (9,3 km, 3. Platz), Philipp Lahm und Rafinha (beide 9,5 km, 6.) gehören drei Mann der Bayern-Viererkette zu den sechs Spielern, die am wenigsten Kilometer "gefressen" haben. Zu mehr wurden sie schlicht nicht genötigt, nicht zuletzt aufgrund ihrer guten Abstimmung.

"Fohlen" im Galopp

Durchschnitt waren die 117 km, die Borussia Mönchengladbach bei dem 4:1-Erfolg über den VfL Wolfsburg zurückgelegt hat. Die "Wölfe" waren mit 121 km zwar etwas umtriebiger, doch im Endeffekt sind ihnen die "Fohlen" dennoch davon gelaufen: Die Anzahl von 170 angezogenen Sprints der Niedersachsen ist zwar sehr ordentlich (Rang 2), reicht aber nicht an die 181 der Borussen heran, die in Marco Reus (27) einen der Top-5-Sprinter des Spieltags in ihren Reihen wissen.

Blitzschnelle Mainzer

Etwas besser als Reus war Christian Fuchs vom FC Schalke 04, der im Spiel bei seinem Ex-Club 1. FSV Mainz 05 ganze 31 Mal das Tempo verschärfte und so den 2. Platz (hinter Wolfsburgs Marcel Schäfer mit 33) in dieser Wertung erlief. "Nur" auf den 7. Platz der Sprinter hat es Fuchs' Teamkollege Lewis Holtby (26) geschafft. Doch der 20-Jährige lief nicht nur schnell, sondern vor allem viel: 13,2 km sind der Top-Wert des 3. Spieltags. Kein anderer Spieler lief so viel wie Holtby, der beim 4:2-Erfolg über seine alten Mannschaftskollegen 68 Ballkontakte hatte und 45 seiner 52 Pässe an den Mann brachte (86,5 Prozent).

Für die Mainzer reichte es gegen Schalke zwar nicht zum dritten "Dreier" in Serie, dafür aber zu einem anderen Dreifach-Erfolg: Marco Caligiuri (35,2 km/h), Marcel Risse (35,1) und Maxim Choupo-Moting (34,6) stellten am 3. Spieltag die Höchstgeschwindigkeiten auf. Eine Qualität, die kommende Woche bei Hannover 96 vielleicht ausschlaggebend sein könnte, um gegen den Tabellenzweiten zu punkten.

Gregor Nentwig