Die Zeit des Verschnaufens ist nun endgültig vorbei. Werder Bremen startete am Montagvormittag (5. Januar) mit einem Laktattest in die Vorbereitung auf die Rückrunde 2009. Bei eisigen Minusgraden drehten die "Grün-Weißen" auf dem Trainingsgelände des Weser-Stadions fleißig ihre Runden - ein Kontrastprogramm zu der geruhsamen Urlaubszeit vergangener Tage und gewiss nur der Auftakt eines intensiven Vorbereitungsprogramms.

Werder will sich in der Bundesliga wieder an die oberen Tabellenplätze herankämpfen, der Grundstein für die "Mission Aufholjagd" soll in den kommenden Wochen gelegt werden.

Straffe Vorbereitung für die Werder-Profis

"Wir wissen, dass wir bessere Leistungen und Ergebnisse abliefern können. Wir sind alle sehr motiviert, denn wir haben uns viel vorgenommen. Wir freuen uns auf die Vorbereitung, da sind wir gefordert unseren Rhythmus zu finden und die Mannschaft möglichst schnell flott zu machen", sagte Thomas Schaaf.

Bremens Cheftrainer wird sein Team in den kommenden Tagen zwei Mal täglich zu Übungseinheiten bitten, ehe der Werder-Tross am 8. Januar nach Belek reist, um im Trainingslager unter der türkischen Sonne "an der Fitness, der Abstimmung und spielerischen Elementen zu feilen", wie Schaaf das kräftezehrende Programm umschreibt..

Rauer Wind unter der türkischen Sonne?

Belek ist zum neunten Mal in Folge das Winterdomizil der Hansestädter, doch womöglich weht in der Neuauflage des Trainingslagers ein rauerer Wind als noch in den Jahren zuvor. Werders Führungsriege hatte vor der Winterpause angekündigt, die Zügel zukünftig kräftig anzuziehen, um dem Auf und Ab der Hinrunde Einhalt zu gebieten.

"Ich denke nicht, dass wir die Arbeit in Belek groß verändern werden, dort haben wir immer sehr intensiv und gut gearbeitet und das wird auch in diesem Jahr so sein", entgegnet Mannschaftskapitän Frank Baumann: "Das Wichtigste ist, dass alle gesund bleiben."

Die personelle Ausgangslage ist nicht optimal

In der Vorbereitung auf die Rückrunde des letzten Jahres war das Verletzungspech noch ein treuer Begleiter der Bremer, umso mehr hoffen Schaaf und Co in diesem Winter auf verbesserte personelle Bedingungen. Doch die Ausgangslage ist keineswegs optimal: Sebastian Prödl (Bänderriss), Martin Harnik (Knochenödem) sowie Aaron Hunt (Knieprobleme) werden die Reise in die Türkei nicht antreten und auch Daniel Jensen (Adduktoren) wird vermutlich passen müssen.

"Den Zustand, dass wir einige Spieler ersetzen müssen, kennen wir ja bereits. Wir müssen uns Klarheit darüber verschaffen, wie lange die Spieler ausfallen. Wenn Spieler für die Vorbereitung oder gar die gesamte Rückrunde ausfallen, muss man sich Gedanken machen, ob man noch auf dem Transfermarkt tätig wird", schließt Schaaf sogar eine Neuverpflichtung als angemessene Reaktion nicht aus.

Ziele bleiben unverändert

Mit welchem Personal Werder in die Rückrunde startet, bleibt also noch abzuwarten, die Ziele für das neue Jahr sind dagegen bereits deutlich abgesteckt. "Der Jahreswechsel hat unsere Ziele nicht verändert, Ziele werden ja nicht von heute auf morgen umgeworfen", betont Schaaf.

"Wir wollen immer guten, interessanten und attraktiven Fußball anbieten und Leistungen zeigen, mit denen sich unsere Fans identifizieren können. Wir wollen eine gute Vorbereitung haben, unseren Rhythmus finden und Sicherheit gewinnen, so dass jeder Einzelne seine Fähigkeiten zum Wohle der Mannschaft ausschöpfen kann", sagte der Coach.

Aus Bremen berichtet Timo Strömer