München - Bayern kann am Samstagnachmittag weiter davonziehen in der Tabelle - ein 18-Punkte-Polster ist möglich. Voraussetzung dafür ist ein Sieg des Rekordmeisters gegen Werder Bremen. Mit Hannover (gegen Hamburg) und Stuttgart (gegen Nürnberg) sind zwei weitere Europapokal-Teilnehmer mit unterschiedlicher Gemütslage im Einsatz. Zudem geht es im Tabellenkeller heiß her: Es kommt zum direkten Aufeinandertreffen zwischen Augsburg und Hoffenheim. (alle Spiele ab 15 Uhr, im Live-Ticker/Liga-Radio)

Außerdem empfängt der 1. FSV Mainz 05 die ambitionierten Wolfsburger.

Die drei Titelchancen der Bayern leben weiter. Um der Dreifachbelastung entgegenzuwirken, wird Trainer Jupp Heynckes Mario Gomez im Sturmzentrum wohl eine Bewährungschance einräumen und dafür Mario Mandzukic eine Pause gönnen. Arjen Robben, der unter der Woche im Pokal gegen Dortmund den gesperrten Franck Ribery ersetzen soll, rückt sicher in die Startelf. Der erkältete Jerome Boateng, Javier Martinez und Rafinha haben sich für das Match fit gemeldet. Trainer Jupp Heynckes warnte vor den Bayern: "Bremen hat riesiges fußballerisches Potenzial. Wir wissen genau, dass man in der Liga nichts geschenkt bekommt."

Die Gäste reisen mit riesigem Respekt vorm Ligaprimus an die Isar. "Was die Bayern momentan zeigen, ist nahezu perfekt. Wir müssen stören und dürfen sie nicht agieren lassen", sagte Werder-Coach Thomas Schaaf vor der Abreise. Nicht mit dabei sein wird Verteidiger Sokratis, den eine Grippe schwächte. Dafür ist Aaron Hunt wieder fit und Teil der Bremer Reisegruppe. Theodor Gebre Selassie wird nach einem Mittelhandbruch wohl mit einer Spezialmanschette auflaufen. Wegen einer Grippe reiste Kapitän Clemens Fritz nicht mit nach München. Mit dabei ist natürlich Torjäger Nils Petersen - eine Münchner Leihgabe. "Ich freue mich auf das Spiel. Eine Reise in die Vergangenheit ist immer etwas Tolles und ich habe immer guten Kontakt zu allen Spielern gehabt", sagte der mit elf Toren beste Werder-Angreifer.



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Nur 56,7 Kilometer Luftlinie von München entfernt liegt Augsburg, wo es zeitgleich zu einem echten Showdown im Abstiegskampf kommt. Der FCA empfängt mit Hoffenheim den Tabellennachbarn. Den 16. der Tabelle, die TSG, und den 17. Augsburg, trennt nur ein Punkt. "Wir kennen uns im Abstiegskampf aus", erklärte FCA-Trainer Markus Weinzierl. Und er spricht auch von einem Nachteil des Gegners: "Bei der TSG hat niemand damit gerechnet, so tief im Abstiegskampf zu stecken. Jetzt geht die Angst um." Verzichten muss Weinzierl gegen die TSG aufAlexander Manninger. Der Keeper fällt wegen eines Muskelfaserrisses für die kommenden drei Wochen aus. Für den Österreicher wird voraussichtlich Mohamed Amsif das Tor hüten. Auch Aristide Bance, der zum Abschlusstraining zu spät kam, steht nicht im Kader.

Nach der 0:1-Niederlage im Derby gegen Stuttgart kommt auf die Elf von Coach Marco Kurz schon das nächste wegweisende Spiel zu. "Die Konstellation ist klar, es geht um den Relegationsplatz. Wir wollen unsere Position verteidigen oder ausbauen. Ich gehe davon aus, dass dies jedem Spieler bewusst ist", sagte der Ex-Profi. "Augsburg will uns den Platz in der Bundesliga streitig machen. Als Profi muss ich deshalb alles abrufen, um der bessere Spieler zu sein. Diese Einstellung muss ich haben", schob Kurz nach. Nach zwei knappen Niederlagen sind die Kraichgauer nun mehr denn je gefordert, um sich im direkten Duell abzusetzen. Offen ist noch, ob Kurz mit einem oder zwei zentralen Angreifern spielen lässt.



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Es ist vorbei. Hannover ist nach dem 1:1 im Rückspiel gegen den russischen Club Anschi Machatschkala aus der Europa League ausgeschieden. Somit können sich die Niedersachsen bis zum Saisonende voll auf die Bundesliga konzentrieren. Doch nach Europa ist vor Europa - darauf hofft zumindest Kapitän Christian Schulz vor dem Duell gegen Hamburg: "Der HSV hat sich mittlerweile vorne reingeschlichen. Aber wir müssen noch einmal alles aus uns rausholen, um wieder die Möglichkeit zu haben, Europa aufzumischen." Deshalb gab Coach Mirko Slomka eine klare Vorgabe an seine Spieler raus, bevor es 41 Stunden nach dem Europa-League-Aus gegen den HSV geht: "Viel schlafen und essen." Mit einem Sieg könnte Hannover bis auf einen Zähler an den Konkurrenten aus der Hansestadt heranrücken.

Bei den Gästen muss Coach Thorsten Fink ein weiteres Mal ohne den gesperrten Jeffrey Bruma auskommen. Dafür kehrt der zuletzt angeschlagene Keeper Rene Adler zwischen die Pfosten zurück. Ebenso wieder im Training ist Kapitän Heiko Westermann, weshalb große Veränderungen in der zuletzt erfolgreichen Elf nicht zu erwarten sind. Der Coach selbst beobachtete den Gegner gegen Machatschkala noch einmal live vor Ort und hat vor allem vor der "sehr starken Offensive" der Niedersachsen Respekt. Nach zwei Siegen in Folge wollen die Hamburger aber primär auf sich selbst schauen und "mit dem Rückenwind aus den letzten Spielen" auch am Samstag ihre Stärken ausspielen.



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Die Mainzer suchen in der Rückrunde noch etwas nach jener Konstanz, die die Mannschaft in der Hinrunde ausgezeichnet hat und in die Europapokal-Ränge führte. Da sind sie nach zuletzt drei sieglosen Spielen wieder rausgefallen. Unter der Woche musste Co-Trainer Arno Michels die Leitung der Übungseinheiten übernehmen, da Chef Thomas Tuchel mit einer Grippe das Bett hüten musste. Am Wochenende soll er aber wieder auf der Bank Platz nehmen. Hingegen müssen drei Spieler passen. Shawn Parker muss das zweite Spiel seiner Rotsperre absitzen, Jan Kirchhoff und Niko Bungert befinden sich noch im Aufbautraining.

Aufgebaut werden mussten auch die Wolfsburger nach der 0:2-Niederlage gegen den FC Bayern. Einzig positiver Lichtblick war das Pflichtspiel-Comeback von Patrick Helmes. Der Angreifer steht nach überstandenem Kreuzbandriss auch in Mainz im Kader. "Er hat die Woche über gut trainiert und konnte alle Einheiten absolvieren", erklärte "Wölfe"-Coach Dieter Hecking, der in Mainz auf Außenverteidiger Fagner verzichten muss. Makoto Hasebe wird den Brasilianer aller Voraussicht nach ersetzen. Für den VfL ist es eine enorm wichtige Woche, immerhin stehen die Niedersachsen nur noch einen Platz vorm Relegationsrang und unter der Woche steht auch noch das Pokal-Viertelfinale in Offenbach an. Der kürzeste und aus Wolfsburger Sicht wohl auch noch einzig realistische Weg auf Europas Fußball-Bühne.



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Zwei Siege, null Gegentore - die Tendenz beim VfB stimmt wieder optimistisch. Stuttgart ist nach dem überzeugenden Sieg in Genk Deutschlands letzter Vertreter in der Europa League. "Meine Mannschaft hat den Plan gut umgesetzt, nun freuen wir uns auf Rom und gehen gestärkt in die Partie am Samstag", sagte Trainer Bruno Labbadia. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird gegen Nürnberg Georg Niedermeier Youngster Antonio Rüdiger in der Innenverteidigung ablösen. Ansonsten gibt es aufgrund des Aufwärtstrends wenig Grund für personelle Änderungen.

Den Blick wieder nach oben richten können auch die Nürnberger. Drei Mal blieb die Mannschaft von Michael Wiesinger zuletzt ungeschlagen (ein Sieg, zwei Remis). Nun wollen die Franken unbedingt das erste Auswärtstor in der Rückrunde erzielen. "Wir haben Spannung im Training und sind fokussiert", erklärte der Übungsleiter. Mit Timo Gebhart (Leistenbeschwerden) und Muhammed Ildiz (Adduktorenprobleme) und Robert Mak fallen drei Nürnberger verletzt aus. Auf Mike Frantz kann Wiesinger hingegen wieder bauen. "Wir haben vor allem in der Offensive viele Möglichkeiten und halten uns alle Optionen offen", sagte der 40 Jahre alte "Club"-Trainer. Mit einem Sieg im Schwabenland könnte der FCN in der Tabelle sogar am Gegner vorbeiziehen.



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