München - Nach nur einem einzigen Punkt aus den ersten sieben Spielen befreite sich Aufsteiger Eintracht Braunschweig am 7. Spieltag durch einen 2:0-Sieg in Wolfsburg.

"Der Knoten ist geplatzt", heißt es nun - doch gibt es wirklich noch Hoffnung für die Eintracht? Braunschweig ist erst das fünfte Team, das in der Geschichte der Bundesliga mit nur einem Zähler aus sieben Spielen in die Saison gegangen war. Aber: Nur einer der vier Schlafmützen-Starter stieg am Ende ab, drei schafften es. So lief es bei Braunschweigs erfolgreichen Vorgängern...

Köln 1992/93: Der dritte Trainer bringt's

Gleich drei Trainer versuchen mit allen Mitteln, den FC 1992/93 vor der 2. Bundesliga zu bewahren. Jörg Berger darf sich bis nach der Winterpause versuchen, zwei Pleiten später ist Schluss. Wolfgang Jerat, anfangs noch als neuer Christoph Daum gefeiert, muss nach neun weiteren Spielen ebenfalls die Koffer packen. Der FC steckt die komplette Saison im Abstiegskampf und schafft erst unter dem dritten Coach die Wende: Der Däne Morten Olsen (© Imago) übernimmt am 29. Spieltag und verliert nur eines der letzten sechs Spiele. Mit Braunschweig sind die Kölner von 93/94 jedoch nicht vergleichbar: Als Vorjahresvierter und Europapokalteilnehmer ist die Saison für die Stars um Bodo Illgner, Horst Heldt und Pierre Littbarski eine herbe Enttäuschung.

Nürnberg 1981/82: Kluge Wahl von Roth

Fünf Spiele, fünf Niederlagen lautet die FCN-Bilanz zum Saisonstart 1981. Präsident Michael A. Roth (r., © Imago), der im Kalenderjahr 1981 schon vier (!) andere Trainer gefeuert hatte, zögert auch beim unerfahrenen Heinz Elzner keine Sekunde länger. Zuvor waren Fred Hoffmann, Fritz Popp und Horst Heese gescheitert. Der neue Coach Udo Klug (l.) aber macht seinem Namen alle Ehre und führt den FCN mit cleveren Personalentscheidungen schon zur Winterpause in sichere Tabellenregionen. Er verändert seine Startelf fast nie, vorne sorgt der "Doppelte Werner" (Werner Heck und Werner Dreßel treffen insgesamt 23 Mal) für Tore. In der gesamten Rückrunde steht Nürnberg nie auf einem Abstiegsplatz und hält souverän die Klasse.

Schalke 1967/68: Stallgeruch siegt

Ein Trainerwechsel bringt auch den Gelsenkirchenern 1967/68 das Glück zurück. Günter Brocker (© Imago) ersetzt nach 13 Spielen und einer Pleite im Revierderby beim BVB Karl-Heinz Marotzke. Brocker hatte im Gegensatz zu Marotzke lange für Schalke gekickt. Der neue Mann muss zwar bis zum 10. Spieltag auf den ersten Saisonsieg warten, holt im Schnitt aber starke 1,2 Punkte pro Spiel (Marotzke: 0,5). Am Ende landet S04 auf Rang 15 - vor allem dank der Offensive, die unter Brocker endlich wieder funktioniert. Top-Torschütze Hans-Jürgen Wittkamp erzielt zehn seiner zwölf Treffer unter dem neuen Trainer. Auch der zweitbeste Goalgetter, Manfred Pohlschmidt, macht zehn seiner elf Buden unter Brocker.

Und Braunschweig?

Das einzige Negativ-Beispiel für den BTSV heißt 1. FC Saarbrücken: 1963/64 stiegen die Saarländer mit Braunschweigs Start-Bilanz ab. Doch Saarbrücken siegte auch nicht am 8. Spieltag, sondern erst fünf Spiele später erstmals. Noch ist also für Coach Torsten Lieberknecht (© Imago) und Co. nichts zu spät - vier Punkte hat das Team ja immerhin schon. Und als leuchtendes Beispiel dient der 1. FC Köln: Trotz nur vier Zählern aus den ersten acht Partien landeten die Geißböcke 1974/75 am Ende auf Platz 5.