Hamburg/Braunschweig - Der VfL Wolfsburg hat sich in der Abgeschiedenheit der Klosterpforte auf die entscheidende Partie im Relegations-Derby vorbereitet. Eintracht Braunschweig verspricht im Rückspiel einen heißen Tanz.

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"Voll-Bock-Atmosphäre" im Team, "Dampf" von den Rängen und ein Fight bis zum Schluss auf dem Platz - Trainer Torsten Lieberknecht von Eintracht Braunschweig plant das Fußball-Wunder. Vor dem Rückspiel im Relegations-Derby gegen den VfL Wolfsburg (Montag, 20.30 Uhr/ARD und Sky) glaubt der 43-Jährige trotz des unglücklichen 0:1 im Hinspiel an die große Überraschung.

"Das ist die finale Chance, etwas Historisches zu erreichen. Wir sind willensstark und selbstbewusst, unser Ziel zu erreichen", sagte Lieberknecht über seine Löwen: "Keiner hat den Aufstieg so sehr verdient wie wir, weil wir in dieser Saison immer wieder aufstehen mussten. Und jetzt müssen wir auch wieder aufstehen."

Lieberknecht präsentierte sich am Sonntag betont gelassen. Im Gegensatz zu seinem Kollegen Andries Jonker bereitet der Ex-Profi sein Team auch ganz normal auf den alles entscheidenden Showdown vor. Die Lage sei "angespannt entspannt", sagte Lieberknecht, der auf die beiden angeschlagenen Angreifer Domi Kumbela und Julius Biada verzichten muss.

Fans hoffen auf Gomez

Jonker schickte sein Team hingegen bereits am Freitagabend ins Mini-Trainingslager in die Klosterpforte in der Nähe von Harsewinkel. In "romantischer Lage", wie das Hotel auf seiner Website schreibt, wollte sich der Niederländer in der ostwestfälischen Provinz um "die Körper und Köpfe" seiner Spieler kümmern. "Abgeschottet und in aller Ruhe" fokussierten sich Gomez und Co. auf ihre Pflichtaufgabe - den Last-Minute-Klassenerhalt.

Die Wolfsburger wollen das Horror-Szenario Abstieg mit aller Macht verhindern, denn am 11. Juni soll es ja eine rauschende Party zur 20-jährigen Bundesliga-Zugehörigkeit geben. Und natürlich hoffen die Fans wieder auf ihren Mann für die entscheidenden Momente - Mario Gomez. Der Torjäger zeigte ja auch im Hinspiel keine Nerven und nutzte seine Chance beim Elfmeter eiskalt. Im Kalenderjahr 2017 hat Gomez damit 13 der 20 Pflichtspieltore des VfL geschossen. "Jetzt brauchen wir auswärts ein Tor, und dann haben wir es geschafft. Und wir werden es schaffen", sagte der Nationalspieler.

Verzichten müssen die Wölfe wie im Hinspiel auf Linksverteidiger Ricardo Rodriguez (Sprunggelenksprobleme). "Er hat alles versucht, um zu spielen", sagte Jonker am Sonntag, "es reicht aber leider nicht." Fraglich ist der Einsatz von Josuha Guilavogui (Muskelverletzung).

Doch auch die Braunschweiger haben ihre Hoffnungen längst noch nicht aufgegeben. Lieberknecht versprach den Wölfen einen heißen Tanz: "Die Fans werden schon Dampf machen. Es ist nicht angenehm, am Montagabend bei uns zu spielen."

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Und Onel Hernandez meinte: "Wir werden wieder richtig Gas geben und schauen, was am Ende geht." Doch statistisch gesehen stehen die Zeichen für die Eintracht schlecht: Denn nach einer Niederlage in einem Relegations-Hinspiel schaffte noch kein Zweitligist den Sprung in die Bundesliga.

sid