München - Letzte Strippen wurden noch am Freitag gezogen, Mikrofone getestet, Kaffeeautomaten aufgestellt und Werbewände montiert - doch das kleine Stadion-Chaos am Tag vor der Bundesliga-Rückkehr nach 28 Jahren Erstliga-Abstinenz soll bei Eintracht Braunschweig am Samstag gegen Werder Bremen auf dem Spielfeld keine Fortsetzung finden.

"Es geht für die Eintracht wieder los! Und das in der Bundesliga, darauf können alle hier massiv stolz sein", sagte Trainer Torsten Lieberknecht vor dem Nordduell (ab 18 Uhr im Live-Ticker), und seine Augen glänzten dabei. Das runderneuerte Eintracht-Stadion geht seiner Vollendung entgegen, Baustellen auf dem sattgrünen Rasen sollen seine Spieler mit Leidenschaft und Engagement "abarbeiten": "Wir werden dazu in den kommenden Monaten bestimmt viele außergewöhnliche Leistungen brauchen."

Lieberknecht setzt auf Überraschungseffekt



Und den einen oder anderen Gegner, der die Niedersachsen unterschätzt. Ein Faktor, den Lieberknecht durchaus in seine Planungen einbezieht. "Mit Sicherheit werden uns manche nicht viel zutrauen. Aber wenn uns das Publikum extremst pusht, wird einiges möglich sein", glaubt der 40-Jährige.

Trotzdem wird der Weg der Blau-Gelben kein leichter sein, das weiß auch der Fußball-Lehrer, der das Bundesliga-Gründungsmitglied und Deutschen Meister von 1967 von der 3. Liga bis in die Bundesliga führte: "Es wird Spiele geben, die für uns eine neue Dimension haben." Schon das erste Auswärtsspiel bei Vizemeister Borussia Dortmund wird mit Sicherheit zu diesen Partien gehören.

Personell kann der gebürtige Pfälzer nahezu aus dem Vollen schöpfen. Fehlen wird noch Torjäger Domi Kumbela (Sehnenverletzung), auch Verteidiger Matthias Henn steht nach einem operativen Eingriff nicht zur Verfügung. Noch nicht entschieden ist, ob Marjan Petkovic oder Daniel Davari das Tor gegen die Hanseaten hüten wird.

Dutt rechnet mit knappem Spiel



Der einstige Champions-League-Dauergast von der Weser sieht sich vor ausverkauftem Braunschweiger Haus nach drei enttäuschenden Ligajahren nicht im Vorteil. "In diesem Spiel gibt es keinen Favoriten, es wird knapp werden", erklärte Werder-Coach Robin Dutt. "Es wäre schön, wenn wir bald mal wieder als Favorit antreten könnten."

Ungeachtet ihrer Pokalschlappe in Bielefeld hat Dutt vor den Gastgebern größten Respekt, denn: "Erfahrungsgemäß holen Aufsteiger ihre Punkte eher am Anfang der Saison." Zumindest als Einwechselspieler steht bei den Grün-Weißen Offensivspieler Eljero Elia nach überstandenem eitrigen Infekt wieder zur Verfügung.




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