Verband: Confederação Brasileira de Futebol

Gegründet: 1914

FIFA-Mitglied seit: 1923

Bisherige WM-Teilnahmen: 19

WM-Erfolge: 5x Weltmeister (1958, 1962, 1970, 1994, 2002), 2x WM-Zweiter (1950, 1998), 2x WM-Dritter (1938, 1978)

Geschichte des Fußballs in Brasilien:

Brasilien lebt und atmet Fußball. Da verwundert es nicht, dass man am Zuckerhut sogar weiß, wer die ersten Bälle aus Europa mitgebracht hat: Charles William Miller, Sohn eines britischen Eisenbahningenieurs. 1894 brachte er zwei Lederbälle mit nach Sao Paulo. Im Jahr darauf fand das erste historisch nachgewiesene Spiel statt. Der Fußballverband wurde 1914 gegründet, da gab es bereits Traditionsvereine wie Fluminense, Botafogo oder Porto Alegre. Im selben Jahr trug die "Selecao" ihr erstes Länderspiel aus (0:3 gegen Argentinien). Erst in den 1920er Jahren reifte Fußball in Brasilien zum Volkssport. Seither gehört das Land zu den besten Fußballnationen überhaupt: fünf WM-Titel und acht Siege in der Copa America sprechen eine deutliche Sprache. Die nationale Liga trägt seit 1971 das Campeonato Brasileiro de Futebol aus, die Meisterschaft des Landes. Mit je acht Meistertiteln sind der FC Santos und SE Palmeiras die erfolgreichsten Mannschaften.

WM-Geschichte:

Brasilien wurde zuletzt 2002 Weltmeister

Brasilien ist bei der Heim-WM zum 20. Mal bei einer Weltmeisterschaftsendrunde dabei und ist damit WM-Rekord-Teilnehmer Land (Italien und Deutschland je 18 Mal). Mit fünf WM-Titeln ist die "Selecao" zudem die erfolgreichste Mannschaft bei Weltmeisterschaften. Der letzte Titel liegt allerdings schon zwölf Jahre zurück. 2006 und 2010 war jeweils im Viertelfinale Schluss. Bei den bisherigen 19 Teilnahmen schaffte es Brasilien aber 14 Mal mindestens ins Viertelfinale. Die beiden ersten Teilnahmen waren die erfolglosesten. 1930 und 1934 scheiterte man in der Vorrunde. An solche Zeiten denkt am Zuckerhut heute aber niemand mehr. Vielmehr soll die Heim-WM mit dem sechsten Titel enden.

Stars und Trainer:

Der Kader der Brasilianer liest sich wie ein "Who is who" der Fußballwelt. Dani Alves (FC Barcelona), Dante (FC Bayern München) und Marcelo (Real Madrid) sind die Leistungsträger in der Defensive. Im Sturm zaubern Youngster Neymar (Barcelona) -  Hoffnungsträger der ganzen brasilianischen Fußball-Nation - oder der Mann mit dem heldenhaften Namen Hulk (St. Petersburg). Trainiert wird das Starensemble von Luiz Felipe Scolari. Es ist seine zweite Amtszeit als Coach der "Selecao". Bereits 2002 führte er das Team zum WM-Titel. Anschließend coachte er Portugal bei der EM 2004 ins Finale und bei der WM 2006 ins Halbfinale. Nach wenig erfolgreichen Abstechern u.a. zu Chelsea und Palmeiras kehrte er im November 2012 zur Nationalmannschaft zurück.

Brasilien und die Bundesliga:

Dante verteidigt für den FC Bayern München

Als erster Kicker vom Zuckerhut fand José Gilson Rodriguez, besser bekannt als Zézé 1964 den Weg in die Bundesliga. Beim 1. FC Köln konnte er sich aber nicht durchsetzen. Besser lief es da schon für den Rivalen Bayer Leverkusen, der 1987 Titá an den Rhein holte. Der Stürmer traf in seiner einzigen Saison in Deutschland zehn Mal und gewann den UEFA-Pokal. Waren Brasilianer damals noch selten in der Bundesliga, ist die Liste der Spieler, die in Deutschlands Topliga zu Superstars wurden oder es schon waren, mittlerweile ellenlang. Um nur einige zu nennen: Marcio Amoroso, Dede, Ewerthon (alle Borussia Dortmund), Diego (Werder Bremen, VfL Wolfsburg), Lucio, Paulo Sergio (beide Leverkusen, Bayern), Grafite (Wolfsburg), Marcelinho (Hertha BSC, Wolfsburg), Zé Roberto (Leverkusen, Bayern, Hamburger SV), Marcelo Bordon (VfB Stuttgart, Schalke 04), Ailton (Bremen, Schalke, HSV, MSV Duisburg). Giovane Elber (Stuttgart, Bayern, Borussia Mönchengladbach) war lange Zeit der beste ausländische Goalgetter der Bundesliga. Carlos Dunga (Stuttgart) war nach seiner Karriere sogar Nationalcoach Brasiliens. Aktuell sind die bekanntesten Namen Luiz Gustavo, Naldo (beide Wolfsburg), Dante (Bayern), Roberto Firmino (Hoffenheim) und Raffael (Gladbach).