Rekord-Brasilianer der Bundesliga: S04-Abwehrchef Naldo lässt Ze Roberto hinter sich - © © imago
Rekord-Brasilianer der Bundesliga: S04-Abwehrchef Naldo lässt Ze Roberto hinter sich - © © imago
Bundesliga

Von Zézé über Carlos Dunga bis Naldo: Die Brasilianer in der Bundesliga

Köln – Manchmal beginnt auch eine Erfolgsstory recht holprig: Als der 1. FC Köln im Sommer 1964 den Brasilianer José Gilson Rodriguez, besser bekannt als Zézé, verpflichtete, versprachen sich die "Geißböcke" eine Menge von ihrem exotischen Neuzugang. Doch der Angreifer konnte die Erwartungen nicht erfüllen: Der erste Brasilianer in der Bundesliga erwies sich als Transferflop und kehrte nach nur einer Saison mit fünf Partien in seine Heimat zurück.

Video: Brasilianer in der Bundesliga (Archiv)

War Zeze damals noch eine echte Rarität in der Bundesliga, sind Kicker vom Zuckerhut heute zwar immer noch eine Attraktion, aber gehören längst zugehörig zum Alltag: Elf Brasilianer stehen derzeit bei den 18 Vereinen unter Vertrag, darunter Leistungsträger wie Caiuby (FC Augsburg) oder Bayer Leverkusens Außenverteidiger Wendell. Heraussticht besonders Naldo: Der Schalker Abwehrchef, einst auch für Werder Bremen und den VfL Wolfsburg aktiv, überflügelte in dieser Saison Ze Roberto als Brasilianer mit den meisten Bundesliga-Einsätzen.

Sambakicker prägen die neunziger Jahre

Der Brasilien-Boom in Deutschland begann Ende der achtziger Jahre in Leverkusen: Die Werkself verstärkte sich 1987 mit Tita, der am Rhein richtig einschlagen sollte. Zehn Treffer verbuchte der offensive Mittelfeldspieler in 21 Bundesliga-Spielen, am Ende der Saison gewann Bayer 04 sogar den UEFA-Cup. Tita zog weiter nach Italien, hinterließ aber die Basis für eine brasilianische Ära in Leverkusen. Zwei Jahre nach ihm kam Jorginho ins Rheinland – und überzeugte auf ganzer Linie: Der Abwehrmann avanciert zum absoluten Führungsspieler bei der Werkself, wechselt 1992 zum FC Bayern München und wird 1994 Deutscher Meister sowie Weltmeister.

>>> Tita – der kleine große Mann vom Zuckerhut (bayer04.de)

Es ist der Auftakt zu einer großen Zeit für Kicker vom Zuckerhut in der Bundesliga: Ob Carlos Dunga in Stuttgart, Julio Cesar bei Borussia Dortmund oder Paulo Sergio in Leverkusen – Brasilianer beeindruckten die Zuschauer reihenweise mit ihrem großen Können. Gerade bei Bayer setzte die Vereinsführung zunehmend auf importierte Stars aus Südamerika: Emerson, Lucio und Ze Roberto überzeugten bei der Werkself und entwickelten sich zu international umworbenen Spitzenspielern, die der Bundesliga ihren Stempel aufdrückten. Auch der FC Bayern profitierte davon, sicherte sich rund um den Jahrtausendwechsel die Dienste von Lucio, Ze Roberto und Paulo Sergio.

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