Mönchengladbach - Nach dem 1:1-Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg wartet Borussia Mönchengladbach nun seit bereits fünf Spieltagen auf ein Erfolgserlebnis. Doch ein Aufwärtstrend ist unübersehbar. Die Borussia präsentierte sich in den letzten beiden Partien besonders in der zuvor arg wackligen Defensive stark verbessert.

Dabei waren die Vorzeichen alles andere als gut. Ohne die etatmäßigen Innenverteidiger Dante und Roel Brouwers musste die "Elf vom Niederrhein" gegen die Wolfsburger Torfabrik mit dem herausragenden Offensivtrio Grafite, Diego und Dzeko antreten. Schon im letzten Jahr gingen die Borussen daheim mit 0:4 gegen die "Wölfe" unter.

Trendwende auf Schalke

Doch die Mannschaft hat aus den bitteren Lektionen der letzten Wochen mit den Klatschen gegen Frankfurt, Stuttgart und St. Pauli bei 1:13-Toren gelernt. Das 2:2 am vergangenen Wochenende auf Schalke war die Trendwende, die Fortsetzung folgte nun gegen Wolfsburg. Die wichtigste Erkenntnis dabei ist nicht nur für Thorben Marx: "Wir haben uns gefunden und sind wieder eine Einheit."

Wichtiger als die einzelnen Spieler ist eine funktionierende Truppe. Mit Kampf und Einsatz können fehlende Stammspieler kompensiert werden. So steckte die Borussia auch den unglücklichen 0:1-Rückstand gegen den Meister des Jahres 2009 weg, dominierte nach der Pause das Spiel und sicherte sich dank des Kopfballtores von Marx hochverdient die Punkteteilung.

"Zusammen durchgegangen"

"Es geht Schritt für Schritt aufwärts", glaubt Thorben Marx. "Es war keine einfache Situation, die nach dem Stuttgart-Spiel (das mit 0:7 verloren wurde, die Red.) entstanden ist. Wir sind da als Mannschaft zusammen durchgegangen. Wenn wir den Weg weitergehen, werden wir noch viel Erfolg in der Saison haben."

Das wird aber auch nötig sein, denn bislang ist die Punktausbeute der Borussia mit sechs Zählern aus den ersten sieben Spielen alles andere als zufriedenstellend. Erschwerend hinzu kommt, dass die "Fohlenelf" bisher noch mit Ausnahme von Leverkusen gegen keine Spitzenmannschaft angetreten ist.

Heißer Herbst für Borussia

Schon die nächsten beiden Spiele in Hoffenheim und gegen Bremen haben es in sich. Danach warten auch noch die schweren Aufgaben gegen Bayern, Dortmund oder Mainz sowie das brisante Derby in Köln. Es könnte ein heißer Herbst für die Borussia werden. Aber auch eine große Chance.

Denn die Rheinländer sehen traditionell gegen Mannschaften besser aus, die wie Wolfsburg mitspielen und der Borussia somit Räume geben. So wurden in der vergangenen Saison Gegner wie Schalke, Hamburg oder Bremen geschlagen, so siegte Gladbach in dieser Spielzeit bereits in Leverkusen.

De Camargo als Hoffnungsträger

Hoffnung macht auch, dass Neuzugang Igor de Camargo seine Verletzung überstanden hat und gegen Wolfsburg bei seinem Kurzeinsatz sein Debüt in der Bundesliga gab. Dabei deutete der belgische Nationalspieler bereits seine Torgefahr an. "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber ich komme langsam an die Mannschaft heran", freute sich der Stürmer, von dem Borussia-Trainer Michael Frontzeck große Stücke hält.

"Igor de Camargo hat in den zehn Minuten gezeigt, was er kann und dass er uns helfen wird", sagte Frontzeck, der auch dem Startelf-Debütanten Sebastian Schachten ein Sonderlob zollte: "Auch die Leistung von Sebastian Schachten in der neuen Viererkette ist sehr erfreulich, er hat sich sehr gut eingefunden, ein Riesenkompliment an ihn."

So hat sich die Lage rund um den Borussia-Park nach dem besten Heimspiel in dieser Saison ein bisschen entspannt. Doch von ihrem Saisonziel, eine stabile Spielzeit im gesicherten Mittelfeld ohne jede Abstiegssorgen zu spielen, sind die Gladbacher noch ein gutes Stück entfernt. Es bleibt noch viel Arbeit.

Aus Mönchengladbach berichtet Tobias Gonscherowski