Zusammenfassung

  • Mönchengladbach und der FC Bayern sind auf dem Vormarsch

  • Die Elf vom Niederrhein verlangt den Münchnern immer alles ab

  • Drei Schlüsselduelle sind für das Aufeinandertreffen entscheidend

Köln - Borussia Mönchengladbach empfängt den FC Bayern München. Ein legendäres Duell – nicht nur in den 70er Jahren, als sich beide Vereine Jahr für Jahr um die Deutsche Meisterschaft stritten. Auch heute birgt das Aufeinandertreffen zwischen dem Tabellenvierten vom Niederrhein und dem Spitzenreiter München viel Spannung, schließlich sind beide Clubs in den letzten Wochen auf dem Vormarsch und nur schwer zu stoppen. Am Samstagabend (18.30 Uhr) treffen beide Mannschaften im Topspiel des 13. Spieltags im direkten Duell aufeinander. Wer hat die Nase vorn?

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Acht Punkte trennen Borussia Mönchengladbach (20 Zähler) in der Tabelle derzeit von Spitzenreiter Bayern. Wenn man bedenkt, dass nur drei Plätze dazwischen liegen, ist der Vorsprung des Titelverteidigers doch schon relativ groß. In Sachen Torverhältnis haben die Münchner die Nase noch weiter vorne: +22 steht beim FCB (30:8), bei den Gladbachern eine 0, weil sie im Vergleich zur Konkurrenz deutlich zu viele Gegentore kassiert haben (21:21).

Gladbacher Bilanz kann sich sehen lassen

Und dennoch: Verstecken müssen sich die Fohlen keineswegs, denn wie beim Gegner sind auch sie in den letzten Wochen im Aufwind. Während Bayern nach dem Trainerwechsel alle fünf Bundesliga-Spiele unter Jupp Heynckes gewonnen hat, hat das Team aus Mönchengladbach ähnlich gut abgeschnitten und nur eine der letzten sechs Partien verloren. Die Elf vom Niederrhein kletterte damit in der Tabelle erstmals in dieser Saison auf einen Champions-League-Platz.

Und überhaupt können sich die Gladbacher im Duell mit dem FCB sehen lassen: Nur sechs Mal gelang den Münchnern in den letzten 15 Spielen ein Sieg (5 Remis, 4 Niederlagen), zwei davon allerdings in der vergangenen Saison. Dafür war Gladbach in der Spielzeit 2015/16 die einzige Mannschaft, gegen die München kein Spiel gewinnen konnte (1 Remis, 1 Niederlage).

Vestergaard vs. Hummels

Der unumstrittene Abwehrchef beim FC Bayern München: Nationalspieler Mats Hummels
Der unumstrittene Abwehrchef beim FC Bayern München: Nationalspieler Mats Hummels © imago / Lacy Perenyi

Das Duell in der Innenverteidigung wirkt auf den ersten Blick sehr ungleich, schließlich muss es der Gladbacher Jannik Vestergaard mit Weltmeister Mats Hummels aufnehmen. Beides Nationalspieler, doch hat der 28-jährige Münchner deutlich mehr Erfahrung als sein 25-jähriger dänischer Kollege. Auf den zweiten Blick muss sich Verstergaard aber keineswegs vor dem Konkurrenten verstecken: Die Zweikampfwerte sind bei beiden sehr ähnlich und der Gladbacher Innenverteidiger (67,1 Prozent) sogar noch ein bisschen stärker als sein Gegenüber (64,3 Prozent). Während Hummels in der Luft ein bisschen Überhand hat, ist Vestergaard am Boden leicht im Vorteil.

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Beide sind in dieser Saison in allen zwölf Spielen zum Einsatz gekommen, anders als der Münchner hat Vestergaard dabei aber keine einzige Minute verpasst. Zwar spielt Hummels deutlich mehr Pässe aus dem Spiel (868:636), doch ist die Fehlpassquote bei beiden mit 10,5 bzw. 10,4 Prozent ähnlich. Bleiben noch die Offensivqualitäten zu bewerten: Mit drei Treffern (Hummels "nur" einen) ist Vestergaard aktuell der torgefährlichste Abwehrspieler der Bundesliga (beide kommen auf 13 Torschüsse).

Hazard vs. James

Der 24-jährige Gladbacher Thorgan ist derzeit in der Form seines Lebens: Der offensive Außen, der auch als Stürmer eingesetzt werden kann, war in den letzten zehn Pflichtspielen immer an einem Mönchengladbacher Treffer beteiligt. Er ist aktuell Gladbachs Topscorer in der Bundesliga (4 Tore, 2 Vorlagen) und war an 62 Torschüssen beteiligt. In der gesamten Bundesliga kann nur Robert Lewandowski einen mehr vorweisen.

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Da muss James, der mit 416:1070 deutlich weniger Einsatzminuten hat als sein Gegenüber erst einmal gegen ankommen. Tut er auch. Denn der Kolumbianer braucht für eine Torbeteilligung im Schnitt deutlich weniger Zeit, 83 Minuten im genau zu sein (3 Torvorlagen, zwei Tore). Auch in Sachen Zweikämpfe geht James in diesem Vergleich als Sieger hervor, gewinnt für einen Offensivspieler starke 51 Prozent. Hazard kommt lediglich auf 42 Prozent gewonnener Duelle. Der Bayern-Neuzugang ist außerdem pro 90 Minuten im Schnitt 93 am Ball, nahezu doppelt so oft wie sein Gegenüber.

Dafür ist der junge Hazard der deutlich dynamischere Spieler: Im Schnitt ist der Gladbacher 11,6 Kilometer unterwegs, läuft also pro Spiel fast 600 Meter mehr, zieht dabei auch weit mehr Sprints (29:20) als James und erreicht mit 33,7 km/h eine deutlich höhere Spitzengeschwindigkeit. Hier kommt der Bayern-Spieler "nur" auf 31,6 km/h.

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Stindl vs. Lewandowski

Eine schwere Aufgabe ist das Duell für Mönchengladbachs Lars Stindl, der sich mit dem FCB-Angreifer Robert Lewandowski misst. Beide haben mit 1073 (Stindl) und 1010 (Lewandowski) ähnlich viel gespielt. Doch in vielen Punkten hat der Münchner die Nase vorne. Er ist deutlich effektiver vor dem Tor und hat bereits 13 Mal getroffen, Stindl vier Mal. Insgesamt hat er schon 44 Schüsse aufs gegnerische Tor abgefeuert, der Gladbacher erst 28 und war an 13 FCB-Treffern beteiligt, Stindl an fünf.

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Doch ein Blick in die Tiefe der Daten zeigt, dass beide ganz unterschiedliche Rollen in ihrer Mannschaft ausfüllen. So ist Lewandowski eher der Stoßstürmer, der in der Spitze mit Bällen versorgt wird, während Stindl in Mönchengladbacher viel mehr als Verteiler fungiert und ins Mannschaftsspiel mit eingebunden ist. Sowohl Ballkontakte (729:399) als auch Pässe (564:249) hat der Gladbacher deutlich mehr als sein Gegenüber. Auch ist er mit 11,8 Kilometern viel mehr unterwegs auf dem Platz (Lewandowski 9,9 km), weil er auch viele Bälle im Mittelfeld holt, um sie dann vorne zu verteilen.

Zweikampfstark sind sie für Stürmer beide: Stindl, der mit 275 Duellen sogar die meisten aller Fohlen in dieser Saison bestritt, ist mit 45,8 Prozent gewonnener Zweikämpfe sogar noch etwas besser als der Kollege aus München (44,7).