Zusammenfassung

  • Nach drei Jahren ist Sebastian Kehl zurück bei Borussia Dortmund
  • Der ehemalige Kapitän hat sich in dieser Zeit ausführlich weitergebildet
  • Beim BVB soll er helfen, die Bedingungen für noch erfolgreicheren Fußball zu schaffen

Dortmund - Borussia Dortmund hat sich zur Saison 2018/19 im sportlichen Bereich neu aufgestellt. Nach der Verpflichtung von Lucien Favre als neuer Trainer gibt es auch einen Neuzugang in der Führungsriege um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc: Der ehemalige BVB-Kapitän Sebastian Kehl ist als Leiter der Lizenzspielerabteilung tätig. Eine passende Wahl, die sich für die Schwarzgelben auszahlen könnte. Am 1. Juni hat er offiziell seine Arbeit aufgenommen.

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Im Januar 2002 wechselte der defensive Mittelfeldspieler Sebastian Kehl vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund. Zu diesem Zeitpunkt war er ein talentierter 22-Jähriger, der auf Anhieb Stammspieler wurde und nach nur sechs Monaten beim BVB schon die Deutsche Meisterschaft feiern durfte. Bald darauf ging es beim BVB bergab. Sportlich lief es nicht, finanzielle Probleme gefährdeten die Existenz des Clubs. Kehl machte die schweren Zeiten mit und war ein entscheidender Baustein des Aufschwungs unter Trainer Jürgen Klopp, der Kehl kurz nach seiner Ankunft 2008 zum Kapitän ernannte. Mit dem Anführer Kehl holte der BVB zwei weitere Deutsche Meisterschaften (2011 und 2012) und den DFB-Pokalsieg 2012. Zum Ende der Saison 2015 beendete Kehl seine Karriere als aktiver Fußballer und verabschiedete sich vorerst vom BVB.

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Schon damals hoffte so mancher Fan der Borussia darauf, dass es nur ein Abschied auf Zeit sein möge. Kehl schien aufgrund seiner Intelligenz und seiner Mentalität wie gemacht für ein Amt als Funktionär in Dortmund. Drei Jahre später kehrt Kehl nun an die Strobelallee zurück. Als "hochkarätige Verstärkung" bezeichnet der BVB ihn in seiner Pressemitteilung Ende April. Er übernimmt das neu geschaffene Amt des Leiters der Lizenzspielerabteilung.

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"Für Borussia Dortmunds weitere sportliche Entwicklung ist seine neue Tätigkeit von enorm großer Bedeutung." Watzke über Kehl

Die Macher des BVB verbinden große Hoffnungen mit der Verpflichtung von Kehl. Watzke betont: "Ich freue mich sehr auf den Austausch mit Sebastian und bin mir absolut sicher, dass er für unsere zukünftige Arbeit ein echter Gewinn ist. Für Borussia Dortmunds weitere sportliche Entwicklung ist seine neue Tätigkeit von enorm großer Bedeutung." Sportdirektor Zorc, dem Kehl in Zukunft unterstellt sein wird, lobt den neuen Kollegen: "Sebastian bringt hohe fachliche Kompetenz mit und ist eine Identifikationsfigur. Er steht als Leiter der Lizenzspielerabteilung für Glaubwürdigkeit, Professionalität und wird beim BVB maßgeblich mitgestalten. Wenn wir neue Positionen schaffen, möchten wir für diese auch die besten Leute holen. Das ist uns mit der Verpflichtung von Sebastian gelungen!"

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In der Tat könnte dies ein Glücksgriff sein. Kehl hat die drei Jahre seit seinem Karriereende genutzt, um sich weiterzubilden. Nach einer längeren Weltreise absolvierte er ein Studium im Bereich Sportmanagement bei der UEFA, zudem erwarb er die Trainer-A-Lizenz. Vor einem Jahr erzählte er im Interview mit bundesliga.de von weiteren Projekten: "Ich war mehrere Monate beim DFB in der neuen Akademie tätig, habe dort ein Modul verantwortet, das sich Spieler-Mentoring nennt. Ein sehr spannendes Themenfeld. Darüber habe ich auch meine Arbeit bei der UEFA geschrieben." Ein Jahr später sagt Kehl nun über die Erfahrungen der vergangenen drei Jahre: "Sie haben mir für die aktuellen Anforderungen des modernen Fußballs weitere Perspektiven eröffnet." Nun sei er bereit, alles zu geben "um neue Impulse zu setzen und etwas zu bewegen, damit die sportlichen Bedingungen und die nötige Atmosphäre für noch erfolgreicheren und möglichst attraktiven Fußball beim BVB geschaffen werden."

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Keine Frage, Borussia Dortmund bekommt einen sehr gut ausgebildeten Mann mit großer Profi-Erfahrung, der den Verein, seine Mitarbeiter und einige Spieler bereits persönlich kennt. Mit dem ehemaligen Kapitän Kehl hat sich der BVB im sportlichen Bereich für die Zukunft optimal aufgestellt. Ab sofort darf der 38-Jährige zeigen, dass er den BVB als Funktionär in eine glorreiche Zukunft führen kann - so wie er als einst als Kapitän getan hat.

Tim Müller