Köln - Borussia Dortmund kommt nicht aus der Krise. Bei der 0:1-Niederlage gegen Hertha BSC steht dem Vizemeister wieder einmal mehr die mangelnde Chancenverwertung im Weg.

Es war vier Minuten vor dem Schlusspfiff als Ciro Immobile die entscheidende Chance vergab: Der Italiener kam nach einer Flanke fünf Meter vor dem Tor völlig frei zum Kopfball, setzte die Kugel aber am linken Pfosten vorbei. Nur eine Minute zuvor hatte er per Kopf den Pfosten getroffen. Eine wieder einmal so typische Szene für den BVB in dieser Saison, der den Ball einfach nicht im Tor unterbringt.

Klopp: "Haben großartige Probleme"

Vom Gegner gab es sogar schon Mitleid für Dortmund. "Es tut weh, die Jungs leiden zu sehen. Sie stehen zu Unrecht da unten", sagte Torschütze Julian Schieber, der ausgerechnet gegen seinen Ex-Club zum Matchwinner avancierte.

Als auch noch Hertha-Trainer Jos Luhukay in der Pressekonferenz über die "fantastische Mannschaft" und den "hervorragenden Trainer" der Dortmunder schwärmte, konnte sich Jürgen Klopp einen süffisanten Kommentar nicht verkneifen. "Diese großartige Mannschaft", sagte der BVB-Coach, "hat aber auch großartige Probleme."

Bender: "Das ist Käse"

Am Ende hatten die Schwarz-Gelben zwar 18:5 Torschüsse zu verzeichnen, einmal mehr standen sie aber auch mit leeren Händen da. Erneut zeigte sich, dass die Mannschaft von Jürgen Klopp gegen seht tief stehende Gegner schwer tut. Die beiden Viererketten der Berliner ließen dem BVB kaum Räume, es mangelte zunächst an jeglicher Kreativität. Einige gute Kombination von Gündogan, Aubameyang und Mkhitaryan verpufften spätestens vor der Strafraumgrenze der Herthaner.

"Wir haben zu wenig Zielstrebigkeit gezeigt, sind nicht hinter die letzte Linie und nicht zum Abschluss gekommen. Wir haben zwar Ballbesitz gehabt, ohne aber klare Aktionen entstehen zu lassen. Das war der falsche Weg", analysierte Klopp.

Sven Bender nannte die eigene Leistung "beschissen". "Wir hauen uns auswärts jedes Mal tiefer in den Strudel rein. Das ist Käse", wetterte der Mittelfeld-Abräumer weiter.

Verunsicherung spürbar

Die Berliner Führung verunsicherte die Gäste enorm. "Es hat den Druck, der ohnehin groß war, nochmals vergrößert", gestand Klopp: "In so einem Spiel, in dem sich der Gegner in jeden Ball schmeißt, mit allem, was er hat, wird es dadurch nicht leichter."

Vollen Einsatz zeigten in der Schlussphase zwar auch die Borussen, ein Treffer mit der Brechstange sprang aber eben nicht mehr heraus.Zum Abschluss der Hinrunde warten am Mittwoch der VfL Wolfsburg und am nächsten Samstag Werder Bremen auf die Borussen - und Klopp weiß: "Wir müssen in diesen beiden Spielen unsere Ausgangsposition für die Rückrunde dramatisch verbessern. Das ist jetzt der Auftrag!"