Zusammenfassung

  • Unter Lucien Favre war Marco Reus einst torgefährlich wie nie
  • In Gladbach gab Favre dem Offensivmann eine neue Position
  • Der BVB-Star lobt seinen neuen Trainer in höchsten Tönen

Köln - Bei Borussia Dortmund treffen in diesem Sommer Nationalspieler Marco Reus und sein früherer Förderer Lucien Favre wieder aufeinander. Unter dem akribischen Trainer spielte Reus bei Borussia Mönchengladbach die statistisch beste Saison seiner Karriere. Gemeinsam könnten sie nun an alte Erfolge anknüpfen.

Diese Frage musste kommen. Natürlich wurde Lucien Favre auf seiner ersten Pressekonferenz als Trainer von Borussia Dortmund auf Marco Reus angesprochen. Ob er vor dem Wechsel nach Dortmund den Kontakt zu seinem ehemaligen Schützling gesucht habe, wollte ein Journalist vom 60 Jahre alten Fußballlehrer wissen. Favre verneinte. Kurz nach dem Abgang von Reus aus Gladbach im Jahr 2012 habe es noch Kontakt gegeben, aber danach nicht mehr. Favre sagte aber: "Ich freue mich darauf, wieder mit ihm zu arbeiten, weil ich weiß, was er kann."

>>> Watzke und Zorc: Das sprach für Favre

Das weiß Favre in der Tat besser als jeder andere. Schließlich war er der Trainer, unter dem Reus die statistisch beste Saison seiner Karriere spielte: 2011/12 im Dress von Borussia Mönchengladbach.

Quiz: Teste dein Wissen!

Favre hatte die Borussia im Februar 2011 übernommen. Zu diesem Zeitpunkt schien die Lage aussichtslos zu sein. Gladbach war Tabellenletzter und hatte sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsrang. Unter Favre gelangen sechs Siege an den letzten zwölf Spieltagen - zwei mehr als an den 22 Spieltagen zuvor - und der Sprung in die Relegation. Dort sicherte sich die Fohlenelf durch einen 1:0-Sieg im Hinspiel und ein 1:1 im Rückspiel sensationell den Klassenerhalt. Das entscheidende Tor in der zweiten Partie erzielte der damals 21-jährige Reus.

18 Tore auf neuer Position

Es war der Beginn einer sehr fruchtbaren Zusammenarbeit. In der Folgesaison gelang Favre ein entscheidender Schachzug. Er gab Reus eine neue Position. Statt auf Rechtsaußen, spielte der flinke Angreifer nun meistens zentral als hängende Spitze hinter Mike Hanke. Dort kam die Torgefährlichkeit von Reus am besten zur Geltung. 18 Tore erzielte er in der Spielzeit 2011/12. So viele gelangen ihm zuvor oder danach nie wieder innerhalb einer Saison. Hinzu kamen stolze 13 Torvorlagen. Damit war Reus an 31 von 49 Gladbacher Toren direkt beteiligt.

"Ich habe mich für ihn gefreut, dass er nach Dortmund geht." Favre über Reus

Weitere starke Statistiken aus der Saison 2011/12: An acht der zwölf Kontertore des VfL hatte Reus seinen Anteil (vier Tore, vier Torvorlagen). Zudem war er ligaweit an den meisten Doppelpässen beteiligt (70) und kein Bundesliga-Spieler setzte so viele Beinschüsse (21).

>>> Der Spielplan des BVB in der Saison 2018/19

Vor allem dank der herausragenden Vorstellungen von Reus erreichte Gladbach die Champions-League-Qualifikation. Daraufhin verpflichtete Borussia Dortmund den Offensivmann, der schon in der Jugend für den BVB gespielt hatte. "Ich habe mich für ihn gefreut, dass er nach Dortmund geht", sagte Favre rückblickend.

Video: Dortmunds turbulente Saison 2017/18

Reus wusste bereits 2012, wem er seinen persönlichen Aufstieg zu verdanken hatte. "Der Erfolg hier bei Borussia hat einen Namen: Lucien Favre! Er ist ein sensationeller Trainer. Ich habe ihm sehr viel zu verdanken und bin froh, dass ich unter ihm trainieren durfte", sagte er damals gegenüber der "Bild"-Zeitung.

"Es war damals toll mitzuerleben, wie akribisch ein Trainer arbeiten kann." Reus über Favre

Sechs Jahre später hat Reus nichts davon vergessen. Kurz vor dem WM-Beginn erklärte er in einem Interview mit dfb.de: "Es war damals toll mitzuerleben, wie akribisch ein Trainer arbeiten kann. Sowohl in der Kabine als auch auf dem Platz, wo er alles selbst macht und selbst unter Kontrolle hält. Ich hoffe, so arbeitet Lucien Favre auch heute noch. Dann finden wir mit dem BVB auch wieder in die Spur."

>>> Der Sommerfahrplan der Bundesligisten

Reus und Favre - das war einst eine Traumkombination in Mönchengladbach. Wenn der Nationalspieler aus seinem verlängerten Urlaub zurückkehrt, dann soll die Zusammenarbeit in Dortmund nicht minder erfolgreich sein.

Tim Müller