Zusammenfassung

  • Manuel Akanji freut sich über sein Startelfdebüt für den BVB

  • Mit seinem ersten Spiel vor heimischem Publikum war der Schweizer zufrieden

  • Der Verteidiger hat Verständnis dafür, dass er in der Europa League zuschauen muss

Dortmund - Fast einen Monat musste er auf seinen ersten Einsatz im schwarz-gelben Trikot warten, jetzt war es endlich soweit: Der Schweizer Nationalspieler Manuel Akanji feierte beim 2:0-Sieg über den Hamburger SV sein Debüt für Borussia Dortmund und gab hinterher einen Einblick in sein Seelenleben.

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Das erste Spiel geriet ordentlich für den Innenverteidiger, der im Januar vom FC Basel nach Dortmund gewechselt war. Akanji zeigte sich präsent im Zweikampf und sicher am Ball. Warum er vor dem Anpfiff dennoch ziemlich nervös gewesen ist und was er künftig noch besser machen will, darüber sprach der 22-Jährige nach der Partie.

Frage: Manuel Akanji, Ihr erster Auftritt im BVB-Trikot, dann noch vor über 80000 Zuschauern – wie war’s?

Manuel Akanji: Ich muss ehrlich sagen, vor diesem Spiel war ich schon ein bisschen nervös. Es ist etwas Besonderes, in so einem großen Stadion zu spielen. Aber meine Mitspieler haben mich super unterstützt. Seit dem ersten Moment, seit ich in Dortmund bin, haben sie mich in der Mannschaft gut aufgenommen. Ich habe mich wirklich wohl gefühlt, auch wenn da draußen so viele Fans waren. Aber die Stimmung war toll, die Fans haben uns bis zur letzten Sekunde unterstützt.

"Ich denke, defensiv haben wir alle als Mannschaft eine gute Leistung gezeigt. Und ich denke, ich konnte helfen."

Frage: Wie schwer war es denn, die drei Punkte gegen den HSV einzusammeln?

Akanji: Wir mussten wirklich bis zur letzten Minute voll konzentriert sein. Es hätte immer noch der Ausgleich fallen können bis zu unserem zweiten Tor in der Nachspielzeit. Aber wir haben als Mannschaft sehr gut verteidigt und hatten in der zweiten Halbzeit auch selbst genug Chancen. Am Ende haben wir deswegen verdient gewonnen.

Frage: Es war im dritten Anlauf der erste Heimsieg in diesem Jahr – und damit umso wichtiger?

Akanji: Natürlich! Wir haben unsere Leistung aus dem letzten Spiel in Köln bestätigt. So wollen wir weitermachen! Es hat viel Arbeit gemacht, aber das gehört manchmal auch dazu.

Frage: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer eigenen Leistung?

Akanji: Ich denke, es war schon ganz gut. Wir hatten viele Zweikämpfe. Im Spielaufbau konnte ich noch nicht so viel machen, wie ich es normalerweise bei Basel getan habe. Der HSV hat die Mitte gut geschlossen. Da war es schwierig, die Pässe in die Schnittstellen zu finden. Aber ich denke, defensiv haben wir alle als Mannschaft eine gute Leistung gezeigt. Und ich denke, ich konnte helfen.

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Frage: Wie vertraut sind Sie schon mit den Abläufen hinten in der Viererkette?

Akanji: Ich trainiere jetzt seit einem Monat in Dortmund. Und am Ende ist es auch Fußball. Es ist zwar eine neue Mannschaft, es sind neue Mitspieler, aber man gewöhnt sich schnell daran. Es hat sicher geholfen, viel zu trainieren. (lacht) Aber ich wäre auch vor einer Woche schon bereit gewesen.

"Jeder Fußballer will immer spielen. Ich wusste aber auch selbst, dass ich mir Zeit geben muss."

Frage: Wie schwierig war es für Sie, seit Ihrem Transfer doch so lange auf diesen ersten Einsatz warten zu müssen?

Akanji: Darauf habe ich hingefiebert, seit ich im ersten Spiel auf der Bank saß. Jeder Fußballer will immer spielen. Ich wusste aber auch selbst, dass ich mir Zeit geben muss. Es ist ein neuer Verein für mich, die Rückrunde hat hier früh angefangen, ich hatte in der ersten Woche noch ein bisschen Trainingsrückstand. Aber wenn der Spieltag kommt, willst du natürlich auch unbedingt auf dem Platz stehen. Woche für Woche hast du dann dieses Gefühl. Umso mehr freut es mich, dass der Moment jetzt gekommen ist.

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Frage: Was bedeutet der Sieg über den HSV für die Borussia? In der Tabelle geht es sehr eng zu.

Akanji: Das heißt ganz klar, dass wir uns nicht ausruhen dürfen auf diesem Sieg. Wir müssen weiter hart arbeiten. Jetzt liegt mit der Europa League und der Bundesliga eine englische Woche vor uns, da müssen wir konzentriert bleiben.

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Frage: Für den Europa-League-Kader des BVB sind Sie im Gegensatz zu Michy Batshuayi nicht nachnominiert. Ein komisches Gefühl, nachdem Sie mit Basel immerhin ins Achtelfinale der Champions League eingezogen sind?

Akanji: (lacht) Ich spiele eben nur in der Champions League. Nein, Spaß beiseite: Ich hätte natürlich auch gerne international mit dem BVB gespielt. Aber ich verstehe die Situation. Wir hatten mit Alexander Isak nur einen Stürmer im Kader und Michy Batshuayi kann uns sicher sehr helfen, wenn er vorne Tore schießt – was ich eindeutig nicht so gut kann. Daher verstehe ich die Entscheidung, auch wenn es natürlich hart ist, am Donnerstag nur zuschauen zu können.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte