In Top-Form: Guerreiro und Hakimi trafen zum souveränen Sieg in Wolfsburg - © imago
In Top-Form: Guerreiro und Hakimi trafen zum souveränen Sieg in Wolfsburg - © imago
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Vorne hui, hinten auch: Dortmund ist bereit für den Klassiker!

Vizemeister Borussia Dortmund ist für das Topspiel am Dienstag gegen Tabellenführer Bayern München gerüstet. Beim 2:0-Sieg in Wolfsburg präsentierte sich der direkte Verfolger defensiv stabil und offensiv spielfreudig.

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Von wegen "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" - vom altehrwürdigen "Herberger'schen Gesetz" wollte Lucien Favre nichts hören. "Ich möchte unseren Erfolg gegen Wolfsburg genießen und noch nicht von den Bayern sprechen", sagte der Trainer von Borussia Dortmund vor dem Bundesliga-Klassiker am Dienstag (18.30 Uhr) gegen den Tabellenführer und Titelrivalen FC Bayern München ungewohnt locker.

Offensichtlich war der Schweizer Perfektionist mit großem Respekt zu den Niedersachsen gereist. Der souveräne, wenn auch glanzlose 2:0 (1:0)-Sieg durch die Tore von Raphael Guerreiro (32.) und Achraf Hakimi (78.) war für Favre ein wichtiger Anlass, sich nicht nur innerlich zu freuen. Und das, obwohl die Norddeutschen zum siebten Mal in Folge gegen den BVB ohne Torerfolg blieben, somit eher ein Lieblings- denn ein Angstgegner der Borussen sind.

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Sportdirektor Michael Zorc hatte da schon längst in den Topspielmodus umgeschaltet und sorgte sich ausdrücklich um die Gesundheit von Abwehrchef Mats Hummels. Für den Ex-Nationalspieler war das 250. Bundesligaspiel wegen Achillessehnenbeschwerden schon nach 45 Minuten beendet. Zorc: "Mats hat da schon länger Probleme. Wir hoffen, dass es bis Dienstag reichen wird."

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Die Verletzung des 2014er Weltmeisters erlaubte Favre immerhin, Emre Can drei Tage vor dem Spitzenspiel seine ersten Einsatzminuten nach der Corona-Pause zu geben. Gegen seinen Ex-Verein ist Can ein Kandidat für das defensive Mittelfeld, in dem gegen Wolfsburg erneut Mahmoud Dahoud und Thomas Delaney überzeugten. Überhaupt wirkt Dortmunds Defensivverbund sattelfest.

Auch ohne Hummels und den Langzeitverletzten Dan-Axel Zagadou hielten die Borussen hinten mal wieder die Null. In den letzten sechs Spielen kassierten sie nur ein Gegentor. Am anderen Ende des Platzes klingelt es dafür umso öfter, bereits 74 Tore erzielte das Favre-Team diese Saison. Mehr waren es bis zum 27. Spieltag noch nie.

Trifft Knipser Haaland einmal nicht, springen andere in die Bresche - in Wolfsburg Guerreiro - MICHAEL SOHN/POOL/AFP via Getty Images

Nicht beteiligt war in Wolfsburg Mario Götze, dessen Abschied zum Saisonende Zorc kurz vor dem Spiel angekündigt hatte. Verein und Spieler seien einvernehmlich zu diesem Entschluss gekommen, so der Sportdirektor. Aber: "Ich glaube, dass Mario in dieser Saison noch wichtig für uns wird" - vielleicht ja schon am Dienstag, wenn es wie für Hummels und Can auch für Götze gegen den Ex-Club geht.

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VfL-Trainer Oliver Glasner indes war wichtig, dass sich sein Team zumindest in der zweiten Halbzeit auf Schlagdistanz zu den Gästen halten konnte. "Gegen solche Spitzenmannschaften fehlt uns nicht mehr viel, aber immer noch ein bisschen. Daran müssen wir weiter arbeiten, besonders an der Effektivität", analysierte der Österreicher den Verlauf der Begegnung, in der Felix Klaus (83.) wegen Foulspiels die Rote Karte sah.

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Mehr als eine erneute Qualifikation für die Europa League wird am Saisonende nicht drin sein für die "Wölfe", denen tatsächlich der Biss und die Effizienz der Dortmunder in der Offensive fehlte. Gerade einmal sechs Torschüsse binnen 90 Minuten standen in der BVB-Statistik. Das reichte aber zu drei Punkten.