Zusammenfassung

  • Seit 2009 wurden nur die Bayern und Dortmund Deutscher Meister

  • Der Klassiker hält den Bundesliga-Rekord für die meisten Karten in einem Spiel

  • Thomas Müller erzielte 2009 sein erstes Bundesliga-Tor bei Borussia Dortmund

Köln – Am letzten Spieltag der Saison 2008/09 sicherte sich der VfL Wolfsburg durch ein 5:1 gegen Werder Bremen die Deutsche Meisterschaft. Nach der Partie nahm Josue als erster brasilianischer Kapitän einer Bundesliga-Mannschaft die Meisterschale entgegen. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum dieser Titel in der Historie heraussticht. 2009 war das letzte Jahr, in dem weder der FC Bayern München noch Borussia Dortmund ganz oben standen. Das unterstreicht die sportliche Ausnahmestellung, die sich beide Clubs erarbeitet haben. Im Klassiker am Samstagabend geht es wieder einmal um die Vormachtstellung im deutschen Fußball.

In der Bundesliga ist es seit dem Sommer 2010 das 15. Aufeinandertreffen der beiden Spitzenclubs. Acht Mal gingen die Bayern und Dortmund seitdem als Erster und Zweiter in dieses Duell – eine unglaubliche Statistik. Erstmals seit April 2012 stehen jetzt die Borussen (1. Platz) vor den Münchnern (3. Platz). Gerade für den BVB ist die Partie gegen den FCB von enormer Bedeutung. In vier der fünf Meisterjahre der Dortmunder Bundesliga-Historie gewann der BVB sein Heimspiel gegen die Bayern. Nur 2001/02 sicherte sich die Borussia trotz einer Heimniederlage gegen den Rekordmeister noch die Meisterschaft. Die Mannschaft von Lucien Favre sollte also lieber auf Nummer sicher gehen und das Spiel gewinnen.

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Bundesliga-Rekord bei Dortmund - Bayern

Die sportliche Bedeutung des Klassikers spiegelt sich häufig auch in der Intensität der Zweikämpfe auf dem Rasen wider. So ist es kein Zufall, dass die Partie mit den meisten Karten in der Bundesliga-Historie ein Duell zwischen Dortmund und Bayern war. Am 7.4.2001 zückte Hartmut Strampe in Dortmund gleich neun Mal Gelb, ein Mal Gelb-Rot und zwei Mal glatt Rot. 13 Karten in einem Spiel sind bis heute Rekord in einer Bundesliga-Partie.

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Aber die Kartenflut von 2001 ist bei weitem nicht der einzige statistische Meilenstein in der Geschichte des Klassikers. 2009 gelang Thomas Müller ausgerechnet im Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund sein erstes Bundesliga-Tor. Und kurze Zeit später wurde aus dem ersten Tor sogar der erste Doppelpack. Bayern gewann mit 5:1 und wurde im Anschluss Deutscher Meister.

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Im Februar 2011 stellte der BVB im Auswärtsspiel beim FC Bayern einen Clubrekord auf: Jürgen Klopp schickte damals eine Startelf ins Rennen, die mit einem Schnitt von 22,8 Jahren die jüngste der Dortmunder Bundesliga-Historie war – und bis heute ist. Nebenbei gewann die Borussia durch ein Tor von Mario Götze mit 1:0, verkürzte den Abstand auf Tabellenführer München auf zwei Punkte und sicherte sich am Ende vor Jupp Heynckes und den Bayern den Titel.

BVB-Keeper Weidenfeller wird zum Helden

Doppelt Einmaliges lieferte auch der 11.4.2012. Zunächst erzielte Robert Lewandowski seinen einzigen Bundesliga-Treffer gegen seinen jetzigen Club, bevor Arjen Robben zum ersten und bislang einzigen Mal einen Elfmeter in der Bundesliga verschoss. Roman Weidenfeller hatte die Ecke geahnt und damit den Dortmunder Sieg festgehalten. Am Saisonende stand die zweite Dortmunder Meisterschaft in Serie.

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Aus den aktuellen Kadern beider Clubs ist Mats Hummels der Mister Klassiker - der Verteidiger kommt auf insgesamt 18 Einsätze für Schwarz-Geld und Rot. Dahinter folgen Thomas Müller und Robert Lewandowski mit je 16 Einsätzen. Mit elf Treffern (10 für die Bayern, einer für den BVB) ist Lewandowski der erfolgreichste Klassiker-Torschütze der aktuellen Kader. Thomas Müller war immerhin sechs Mal gegen Dortmund erfolgreich.

Hitzfeld ist der König des Klassikers

Bei den Trainern ist Ottmar Hitzfeld das Gesicht der jüngeren Vergangenheit. Der Erfolgscoach saß insgesamt bei 26 Klassikern in der Bundesliga auf der Trainerbank. Zwölf Mal davon beim BVB, 14 Mal beim Rekordmeister. Jürgen Klopp folgt in der Bilanz seit 1991 mit 14 Duellen gegen die Bayern auf Rang 2, gemeinsam mit Jupp Heynckes, der 14 Mal auf der FCB-Bank saß.

Hitzfeld gewann sowohl mit Dortmund als auch den Bayern zahlreiche Titel und sorgte mit dafür, dass der Meister in den letzten 25 Jahren nur in fünf Spielzeiten nicht aus München oder Dortmund kam. 1993 und 2004 triumphierte Werder Bremen, 1998 der 1. FC Kaiserslautern, 2007 der VfB Stuttgart und 2009 der VfL Wolfsburg. 16 Mal gewannen die Bayern, fünf Mal der BVB den Titel.

Im Falle eines Heimsieges hätte die Borussia am Samstagabend sieben Punkte Vorsprung vor den Bayern und würde ihren Anspruch im Titelkampf untermauern. Bei einem Münchner Erfolg würde der Rekordmeister wieder auf einen Zähler heranrücken und für Hochspannung an der Spitze sorgen.

Florian Reinecke