Zusammenfassung

  • In den letzten sieben Jahren ist Dortmund gegen Bayern zum sechsten Mal das Duell Erster gegen Zweiter.

  • Der Klassiker hält den Bundesliga-Rekord für die meisten Karten in einem Spiel.

  • Thomas Müller erzielte 2009 sein erstes Bundesliga-Tor bei Borussia Dortmund.

Köln – Am letzten Spieltag der Saison 2008/09 sicherte sich der VfL Wolfsburg durch ein 5:1 gegen Werder Bremen die Deutsche Meisterschaft. Nach der Partie nahm Josue als erster brasilianischer Kapitän einer Bundesliga-Mannschaft die Meisterschale entgegen. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum dieser Titel in der Historie heraussticht. 2009 war das letzte Jahr, in dem weder der FC Bayern München noch Borussia Dortmund ganz oben standen. Das unterstreicht die sportliche Ausnahmestellung, die sich beide Clubs erarbeitet haben. Im Klassiker am Samstagabend geht es wieder einmal um die Vormachtstellung im deutschen Fußball.

In der Bundesliga ist es seit dem Sommer 2010 das 13. Aufeinandertreffen der beiden Spitzenclubs. Zum achten Mal gehen Bayern und Dortmund als Erster und Zweiter in dieses Duell – eine unglaubliche Statistik. Gerade für den BVB ist die Partie gegen die Münchner von enormer Bedeutung. In vier der fünf Meisterjahre der Dortmunder Bundesliga-Historie gewann der BVB sein Heimspiel gegen die Bayern. Nur 2001/02 sicherte sich die Borussia trotz einer Heimniederlage gegen den Rekordmeister noch die Meisterschaft. Die Mannschaft von Peter Bosz sollte also lieber auf Nummer sicher gehen und das Spiel gewinnen.

Bundesliga-Rekord bei Dortmund - Bayern

Die sportliche Bedeutung des Klassikers spiegelt sich häufig auch in der Intensität der Zweikämpfe auf dem Rasen wider. So ist es kein Zufall, dass die Partie mit den meisten Karten in der Bundesliga-Historie ein Duell zwischen Dortmund und Bayern war. Am 7.4.2001 zückte Hartmut Strampe in Dortmund gleich neun Mal Gelb, ein Mal Gelb-Rot und zwei Mal glatt Rot. 13 Karten in einem Spiel sind bis heute Rekord in einer Bundesliga-Partie.

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Historisch: Die Top10-Momente des Klassikers

Aber die Kartenflut von 2001 ist bei weitem nicht der einzige statistische Meilenstein in der Geschichte des Klassikers. 2009 gelang Thomas Müller ausgerechnet im Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund sein erstes Bundesliga-Tor. Und kurze Zeit später wurde aus dem ersten Tor sogar der erste Doppelpack. Bayern gewann mit 5:1 und wurde im Anschluss Deutscher Meister.

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Im Februar 2011 stellte der BVB im Auswärtsspiel beim FC Bayern einen Clubrekord auf: Jürgen Klopp schickte damals eine Startelf ins Rennen, die mit einem Schnitt von 22,8 Jahren die jüngste der Dortmunder Bundesliga-Historie war – und bis heute ist. Nebenbei gewann die Borussia durch ein Tor von Mario Götze mit 1:0, verkürzte den Abstand auf Tabellenführer München auf zwei Punkte und sicherte sich am Ende vor Jupp Heynckes und den Bayern den Titel.

BVB-Keeper Weidenfeller wird zum Helden

Doppelt Einmaliges lieferte auch der 11.4.2012. Zunächst erzielte Robert Lewandowski seinen einzigen Bundesliga-Treffer gegen seinen jetzigen Club, bevor Arjen Robben zum ersten und bislang einzigen Mal einen Elfmeter in der Bundesliga verschoss. Roman Weidenfeller hatte die Ecke geahnt und damit den Dortmunder Sieg festgehalten. Am Saisonende stand die zweite Dortmunder Meisterschaft in Serie.

Video: Robbens große Klassiker-Momente

Apropos Weidenfeller: Der Dortmunder Torhüter ist einer der Spieler, der die jüngere Vergangenheit des Klassikers entscheidend mitgeprägt hat. Der BVB-Keeper absolvierte insgesamt 18 Bundesliga-Partien gegen die Bayern – mehr als jeder andere noch aktive Spieler. Thomas Müller folgt mit 15 Klassiker-Einsätzen auf Rang 2. Nuri Sahin sichert sich mit 13 Partien gegen den Rekordmeister die Bronzemedaille. Mit sieben Treffern (sechs für die Bayern, einer für den BVB) ist Robert Lewandowski der erfolgreichste Klassiker-Torschütze der aktuellen Kader. Thomas Müller war immerhin fünf Mal gegen Dortmund erfolgreich.

Hitzfeld ist der König des Klassikers

Bei den Trainern ist Ottmar Hitzfeld das Gesicht der jüngeren Vergangenheit. Der Erfolgscoach saß insgesamt bei 26 Klassikern in der Bundesliga auf der Trainerbank. Zwölf Mal davon beim BVB, 14 Mal beim Rekordmeister. Jürgen Klopp folg in der Bilanz seit 1991 mit 14 Duellen gegen die Bayern auf Rang 2.

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Video: Götze freut sich auf die Bayern

Hitzfeld gewann sowohl mit Dortmund als auch den Bayern zahlreiche Titel und sorgte mit dafür, dass der Meister in den letzten 25 Jahren nur in fünf Spielzeiten nicht aus München oder Dortmund kam. 1993 und 2004 triumphierte Werder Bremen, 1998 der 1. FC Kaiserslautern, 2007 der VfB Stuttgart und 2009 der VfL Wolfsburg. 15 Mal gewannen die Bayern, fünf Mal der BVB den Titel.

Auch wenn es bei der Zahl der Meisterschaften im letzten Vierteljahrhundert 3:1 für Bayern München steht – die Bilanz der Klassiker in Dortmund ist ausgeglichen. Der BVB und die Bayern gewannen jeweils acht der letzten 25 Bundesliga-Partien in Dortmund. Die Frage, wer sich den neunten Sieg sichert, wird am Samstag Fußballfans auf der ganzen Welt im Atem halten – und eine wichtige Antwort im Titelrennen liefern.

Florian Reinecke

Der Teamcheck vor dem Klassiker:

>>> Der Torwart-Vergleich: Bürki vs Ulreich

>>> Die Abwehrreihen im Vergleich

>>> Das Mittelfeld im Vergleich

>>> Der Angriff im Vergleich