Dortmund - Laute Musik aus der Dortmunder Kabine ließ nach Abpfiff keinen Zweifel aufkommen, wer das Revierderby gewonnen hat. Die BVB-Spieler schossen nach dem 3:2-Sieg schnell noch ein paar Sieger-Selfies, dann stellten sie sich den Fragen – so wie Matthias Ginter und Ilkay Gündogan

Frage: Ilkay Gündogan, ein spannendes Derby, ein gefeierter Sieg und insgesamt eine tolle Stimmung auf den Rängen. Wie haben Sie die Atmosphäre empfunden?

Ilkay Gündogan: Es war wie immer sensationell und top. Das hat man schon vor dem Spiel beim Warmmachen gemerkt. Und selbst vorher hat man schon die Fans singen gehört, als wir noch in der Kabine saßen. Das war richtig cool. Und bei den Toren war es unglaublich. Wir sind ja hier in Dortmund in dieser Hinsicht verwöhnt. Aber trotzdem ist es immer wieder ein tolles Gefühl, vor der Südtribüne zu jubeln.

Ginter: "Mein Augenmerk gilt der Defensive"

Frage: Matthias Ginter, Sie haben ein Tor selbst gemacht, dazu eines vorbereitet – hatten Sie sich so Ihr Derby vorgestellt?

Matthias Ginter: Ich gehe als Verteidiger eigentlich nie ins Spiel, um selbst ein Tor zu machen oder eines vorzubereiten. Mein primäres Augenmerk gilt natürlich der Defensive. Generell will ich der Mannschaft einfach helfen, ein gutes Spiel abzuliefern und drei Punkte zu holen. Vielmehr als über meine eigene Leistung freue ich mich daher auch über den Sieg der Mannschaft.

2. Saistor, so viele wie in seinen ersten 4 Bundesliga-Spielzeiten zusammen: Bei Matthias Ginter läuft's. © gettyimages / Christof Koepsel/Bongarts

Frage: Was hatte Ihr Torjubel zu bedeuten? Es sah aus wie eine Art Scheibenwischer.

Ginter: Das war für ein paar Freunde aus meinem Heimatverein bestimmt. Denen habe ich versprochen, dass ich diesen Jubel mal zeige, wenn ich ein Tor schieße. Das hatten wir vor der Saison mal ausgemacht. Wenn du dann wirklich triffst, bist zu so euphorisiert, dass du nicht unbedingt daran denkst. Aber zum Glück habe ich dieses Mal daran gedacht.

Gündogan: "Kagawa kann so weitermachen"

Frage: Zur 1:0-Führung hat Shinji Kagawa ausgerechnet per Kopf getroffen – erst zum zweiten Mal in seiner Bundesliga-Karriere. Waren Sie auch überrascht?

Gündogan: (lacht) Shinji wurde es ja auch leicht gemacht. Nein, im Ernst: Da hat er sich gegen seinen Gegenspieler richtig gut durchgesetzt. Das kann er gerne weiter so machen

Frage: Was war in dieser Partie der Schlüssel zum Sieg?

Ginter: Wir wollten in dieser Partie nichts Außergewöhnliches ausprobieren, sondern Schalke einfach unser Spiel aufzwängen. Wir wollten möglichst einfach spielen, nicht kompliziert. Das ist uns auch in weiten Teilen gezwungen.

Frage: Sind die beiden Gegentore mit "etwas unglücklich“ gut beschrieben?

Ginter: Viel haben wir ja nicht zugelassen. Und wenn wir in so einem Spiel am Ende Punkte verschenken oder abgeben, dann sind wir eigentlich selbst schuld. Zum einen hätten wir schon 4:1 oder später auch 4:2 führen können. Zum anderen hätten wir auch in diesen Situationen besser verteidigen können. Am Ende geht der Sieg aber voll in Ordnung.

Gündogan: Wir haben Schalke quasi selbst noch einmal ins Spiel gebracht, obwohl diese Partie eigentlich gar nicht mehr eng war. Aber richtig gefährlich wurde es nicht mehr. Am Ende hätten wir tatsächlich noch das 4:2 machen können  - ich auch. Aber Hauptsache, wir haben die drei Punkte geholt.

© gettyimages / Lars Baron/Bongarts

Gündogan: "Der Sieg war ein wichtiger Schritt"

Frage: Der Derbysieg an sich ist schon eine schöne Sache, aber jetzt hat der BVB auch in der Tabelle ein ordentliches Polster auf die Verfolger.

Gündogan: Wir wissen, dass es ein wichtiger Schritt war. Der Dreier war auch in dieser Hinsicht enorm wichtig. Die Tabelle sieht momentan für uns richtig gut aus. Und es zeigt, dass der Weg, den wir gehen, absolut richtig ist.

Ginter: Wir wussten ja schon vor dem Derby, dass Leverkusen und Wolfsburg verloren haben und Gladbach nur unentschieden gespielt hat. Und mit Schalke war ein direkter Konkurrent da, das war ein echtes Sechs-Punkte-Spiel. Wir wollten unbedingt die Schalker auf Distanz halten und unseren Vorsprung in der Tabelle ausbauen. Das ist uns super gelungen. Jetzt sind es neun Punkte auf Schalke, acht auf Wolfsburg – daran sieht man, wie wichtig dieser Sieg war.

Frage: Dann kann man ja jetzt doch noch die Bayern jagen….

Ginter: (lacht) Nein, nein….

Gündogan: Fünf Punkte sind nicht die Welt. Aber unser Augenmerk gilt eher dem Vorsprung auf Platz drei und vier. Und wenn man sieht, wie die Bayern die Gegner teilweise beherrschen, ist das schon aller Ehren wert. Davor kann man den Hut ziehen. Aber wichtig ist, dass wir auf uns schauen, unser Spiel weiter entwickeln und immer gefestigter werden. Dann nehmen wir am Ende der Saison, was kommt.