Dortmund - Borussia Dortmund feierte gegen Bayer Leverkusen mit einer 4:0-Gala einen ganz wichtigen Schritt Richtung Champions League – und einer war mittendrin: Mario Götze stand erstmals seit drei Partien wieder in der Startelf, kurbelte das Dortmunder Spiel an und konnte nicht nur dank seiner Torvorlage über weite Strecken überzeugen. Entsprechend zufrieden präsentierte sich der Nationalspieler nach dem Abpfiff im Interview.

Frage: Mario Götze, wie wichtig war dieser Sieg für die Mannschaft – und vor allem auch für Sie persönlich?

Mario Götze: Sehr wichtig! Zunächst generell natürlich für uns alle gemeinsam. Wir sind in einer Situation, in der wir nur noch wenige Spiele haben und die Qualifikation für die Champions League möglichst schnell fix machen wollen. Und für mich persönlich war er natürlich auch wichtig – gerade nach den letzten Wochen. Es ist richtig gut gelaufen. Wenn man es sich aussuchen könnte, würde man es immer so nehmen.

Frage: Die Mannschaft war im Vergleich zum Schalke-Spiel nicht wiederzuerkennen. Was ist in der Woche passiert?

Götze: Wir haben an den Dingen gearbeitet, die nicht so gut gelaufen sind. Wir haben das Schalke-Spiel natürlich auseinander genommen. Es war sehr ungünstig, gerade in einem Derby auf diese Art und Weise zu verlieren. Das ging uns allen sehr nah. Deswegen wollten wir gegen Leverkusen unbedingt eine Reaktion zeigen und das ist uns sehr gut gelungen. Wir wollten ganz anders in dieses Spiel gehen und gerade nach dem Derby ein Ausrufezeichen setzen.

"Wir wollten gegen Leverkusen unbedingt eine Reaktion zeigen und das ist uns sehr gut gelungen" Mario Götze (Borussia Dortmund)

Frage: Wie wichtig ist es für die Mannschaft, gleich zu Beginn zwei, drei Aktionen zu haben, die gut funktionieren? Braucht es das für einen selbstbewussten Auftritt?

Götze: Klar gibt es ein positives Gefühl, wenn man schnell zu Torchancen kommt und dann auch den Treffer macht. Die Chancen sind das eine, aber das Tor zu machen, den Elfmeter rauszuholen und dann noch ein Tor nachzulegen, das ist das andere.  All diese Dinge waren positive Erlebnisse. Das war wichtig für uns, um gut ins Spiel zu kommen und dann über die 90 Minuten das Spiel auch so zu gestalten. Und für mich war es natürlich auch wichtig, in den entscheidenden Momenten wieder da zu sein, die Vorlage zu geben und erfolgreich zu sein.

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Frage: War Ihr positiver Auftritt auch ein Ergebnis der taktischen und personellen Ausrichtung? Sie schienen sich in Ihrer Rolle auf dem Platz sehr wohl zu fühlen.

Götze: Offensiv präsent zu sein, in den Zwischenräumen zu sein, in die entscheidenden Momente zu kommen – das ist wichtig. Das hat gut funktioniert mit Marco Reus zusammen, Jule Weigl dahinter und mit Maximilian Philipp vorne als Anspielstation. Eine spielerische Neun zu haben, war sehr wichtig, gerade für unser Spiel. Dann außen mit Pulisic und Sancho noch zwei schnelle, junge Kerle, die das nötige Spielverständnis mitbringen – das hat alles sehr gut gepasst.

Mario Götze überzeugt im Mittelfeld, wo er es auch immer wieder mit Leverkusens Julian Brandt zu tun hat
Mario Götze überzeugt im Mittelfeld, wo er es auch immer wieder mit Leverkusens Julian Brandt zu tun hat © gettyimages / Hitij

Frage: Von den Fans gab es schon vor Spielbeginn deutliche Worte und auch harte Kritik per Banner und Transparent. Wie nimmt man so etwas auf?

Götze: Natürlich bekommt man das mit uns liest es auch, gerade beim Aufwärmen. Einerseits habe ich ein gewisses Verständnis dafür nach unserer Niederlage im Derby. Auf der anderen Seite war es ein neues Spiel, wir wollen in die Champions League, haben einen starken Gegner – da ist so etwas dann auch etwas schade für die Mannschaft. Aber im Endeffekt haben es die Fans dann während der Partie überragend gemacht. Sie waren in den ersten Minuten sofort wieder auf unserer Seite, die Stimmung war teilweise sensationell. Großes Kompliment!

Frage: Kann man solche Kritik in positive Energie umwandeln?

Götze: An diesem Abend definitiv. Gegen Leverkusen hat es gut funktioniert.

"Wir sollten uns nicht zu früh freuen, sondern sollten gewappnet sein, auch die restlichen Spiele zu gewinnen. Mario Götze (Borussia Dortmund)

Frage: Wie beurteilen Sie jetzt die Tabellensituation mit Blick auf die Champions League? Zurzeit hat der BVB fünf Punkte Vorsprung auf Rang fünf.

Götze: Die Situation ist auf jeden Fall gut. Aber wir sollten mit Blick auf die nächsten Spiele auch eine gewisse Demut zeigen. Es kann immer noch viel passieren. Wir haben noch drei Partien vor uns, wir spielen dabei noch in Bremen und in Hoffenheim. Daher sollten wir uns nicht zu früh freuen, sondern sollten gewappnet sein, auch die restlichen Spiele zu gewinnen.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

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