Zusammenfassung

  • Peter Stöger hat Dortmund von Platz acht noch auf Platz vier geführt

  • Für den Österreicher ist nach einem finalen USA-Trip dennoch Schluss

  • Der BVB wird in der kommenden Spielzeit einen neuen Trainer und so manchen neuen Spieler bekommen

Sinsheim - Zum Abschied nahm Peter Stöger das Angebot einer Hostess im Stadion der TSG 1899 Hoffenheim gerne an. Gerade hatte der Trainer von Borussia Dortmund sein letztes Pflichtspiel für den BVB gecoacht – da darf man sich schon einen Gin-Tonic gönnen. Und Peter Stöger hatte das Minimalziel der Dortmunder in dieser Saison ja noch erreicht und den Club in die Champions-League geführt. Trotz der 1:3-Niederlage zum Saisonabschluss in Hoffenheim.

>>>Alle Infos zum Spiel #TSGBVB im Matchcenter

Der BVB schleppte sich am Ende ins Ziel, Stöger hatte seine Mission irgendwie erfüllt. Als der Österreicher drei Tage nach seiner Entlassung beim 1. FC Köln das Traineramt in Dortmund übernahm, stand der BVB in der Bundesliga auf Rang acht und war aus der Champions-League nach der Gruppenphase ausgeschieden. Nun schließt der BVB auf Platz vier ab, das "Minimalziel" gerade noch so erreicht, aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Leverkusen auf Rang fünf. Stöger wirkte erleichtert und gelöst, als er am Samstag nach dem Abpfiff seinen Abschied verkündete. Vom ersten Tag an habe es ja eine Debatte um seine Zukunft gegeben, klagte Stöger. Er, Clubboss Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc hätten sich auf eine Trennung nach Saisonende "gemeinschaftlich verständigt". Man sei "schon länger" zu der Erkenntnis gekommen, dass ein neuer Reiz dem Verein guttun würde, erklärte Stöger: Und dies betreffe nun einmal zuvorderst die Trainerposition.

Viel Unruhe in der laufenden Saison

Der BVB braucht nach einer schwierigen Saison mit vielen Rückschlägen nun schnell eine Aufbruchsstimmung. Seinem Nachfolger wünsche er, dass dieser mehr Stabilität und Ruhe in die Mannschaft bringe, sagte Stöger. Der Österreicher hatte den BVB nach der Entlassung von Peter Bosz im Dezember übernommen, die Chance auf eine langfristige Beschäftigung war spätestens mit dem vorzeitigen Aus in der Europa-League gegen RB Salzburg vertan. Und ein bitteres 0:6 beim FC Bayern dokumentierte, dass der BVB seine natürliche Rolle als zweite Kraft hinter den Münchnern in der Bundesliga verloren hat.

Video: Das Top-Tor im April

Stöger hofft, dass spätestens bei der Auslosung für die Champions-League dieser vierte Platz von allen im Club als positiv gewertet werde, auch wenn er lieber als Zweiter oder Dritter in die Champions League eingezogen wäre, gestand Stöger. Insgesamt hatte er sich seine Aufgabe "leichter vorgestellt", gab der 52-Jährige zu. So wie die Saison gelaufen sei, sei einfach nicht mehr drin gewesen, resümierte Sahin, der zugab, jetzt froh zu sein, in den Urlaub gehen zu können. "Wir brauchen Ruhe", sagte Sahin: "Wir haben immer wieder zu viel Energie verloren und uns nicht auf die Spiele fokussieren können."

"Wir wollen neue Werte in den Mittelpunkt stellen." Michael Zorc

Die Trainerwechsel zunächst von Thomas Tuchel zu Bosz, der erneute Wechsel zu Stöger, die Unruhe durch die erzwungenen Wechsel der Offensivkünstler Ousmane Dembele (im Sommer nach Barcelona) und Pierre-Emerick Aubameyang (im Winter zum FC Arsenal), Verletzungssorgen sowie der Prozess gegen den Attentäter des Anschlags auf den BVB-Mannschaftsbus vor 13 Monaten hätten viel Unruhe in den Club und in die Kabine gebracht. "Aber wir müssen uns auch alle selbstkritisch hinterfragen", sagte Sahin. Der ganze Verein wirkte verunsichert, Ruhe gab es nur selten. Sportdirektor Michael Zorc sagt: "Wir wollen neue Werte in den Mittelpunkt stellen."

© imago

Die Mannschaft wird durch neue Spieler und vor allem den neuen Trainer ein neues Gesicht bekommen. Sahin fordert für die Zukunft: "Wir müssen wieder besser Fußball spielen und wieder eine Einheit mit den Fans werden."

Mehr Fachkompetenz und Führung erhofft sich der Club auch durch die Einstellung des ehemaligen Meistertrainers Matthias Sammer als sportlicher Berater und des ehemaligen Meisterspielers Sebastian Kehl als "Leiter der Lizenzspielerabteilung".

>>> Sebastian Kehl - ein Glücksgriff für den BVB

Peter Stöger hingegen erklärte, nach zwei Testspielen und einer USA-Reise zum Saisonabschluss gehe er dann "erstmal wieder nach Hause nach Wien" und werde dann schauen, was komme.

Tobias Schächter