Zusammenfassung

  • Borussia Dortmund verjüngt seine Innenverteidigung
  • Manuel Akanji überzeugt für die Schweiz bei der WM
  • Sein neuer Nebenmann ist ein sehr robuster Spieler

Dortmund - Borussia Dortmund stellt sich für die Zukunft auf. Mit der Verpflichtung von Abdou Diallo vom 1. FSV Mainz 05 komplettiert der BVB seine neue Innenverteidigung. Diallo bildet ab sofort gemeinsam mit Manuel Akanji ein junges, dynamisches Duo, auf das sich die Borussen-Fans freuen dürfen.

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Als Jürgen Klopp 2008 als Trainer bei Borussia Dortmund anheuerte, brach eine neue Zeitrechnung beim Traditionsverein an. Sinnbildlich dafür stand die radikale Verjüngung der Innenverteidigung. Wo vorher die Routiniers Christian Wörns und Robert Kovac gesetzt waren, setzte Klopp auf zwei 19-Jährige. Zum einen auf Mats Hummels, den der BVB ein halbes Jahr zuvor vom FC Bayern München geholt hatte und auf Neven Subotic, einen Neuzugang aus Mainz. Das vom Bouvelard als "Kinder-Riegel" betitelte Duo überzeugte und sorgte auf Jahre hinaus für Stabilität in der Dortmunder Innenverteidigung.

Genau zehn Jahre später scheint sich Geschichte zu wiederholen. Der neue Trainer beim BVB heißt Lucien Favre. In der Vorsaison spielten in der BVB-Abwehr meist die beiden Routiniers Ömer Toprak und Sokratis. Das neue Duo für die Zentrale bilden Manuel Akanji, den der BVB vor einem halben Jahr aus Basel geholt hat und Abdou Diallo, ein Neuzugang aus Mainz. Im Gegensatz zu Hummels und Subotic im Jahr 2008 bringen beide schon ein ordentliches Maß an Erfahrung mit. Diallo ist 22 Jahre alt, Akanji feiert am 19. Juli seinen 23. Geburtstag.

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Akanji hat es in seiner noch jungen Karriere bereits zum Stammspieler in der Schweizer Nationalmannschaft gebracht und überzeugte bei der Weltmeisterschaft in Russland mit starken Leistungen - unter anderem beim 1:1 gegen die mit Weltstars gespickte Auswahl Brasiliens. Abgeklärt, dynamisch und mit einem ausgeprägten Maß an Eleganz verteidigt der 1,86 große Abwehrspieler das eigene Tor. In seinen besten Momenten erinnert er an den heutigen Bayern-Star Hummels. Der frühere Sportchef des FC Basel, Georg Heitz, sagte in der Aargauer Zeitung über Akanji: "Er ist intelligent, hat ein gesundes Selbstbewusstsein, das frei von Überheblichkeit ist. Und einen bemerkenswerten Ehrgeiz."

Schon elf Bundesliga-Einsätze

In seinem ersten halben Jahr in Dortmund hat Akanji immerhin schon elf Bundesliga-Einsätze gesammelt. Auf internationalem Parkett durfte er sich im schwarz-gelben Trikot aber noch nicht beweisen, da der BVB ihn nicht für die Europa League nachgemeldet hatte. Beim FC Basel hatte er in der Hinrunde der vergangenen Saison aber bereits Champions-League-Luft gesammelt und stand unter anderem beim 1:0-Heimsieg gegen Manchester United auf dem Rasen. In der Saison 2018/19 tritt er nun auch mit dem BVB gegen die Top-Teams Europas an.

Manuel Akanji überzeugt im Trikot von Borussia Dortmund
Manuel Akanji überzeugt im Trikot von Borussia Dortmund © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Lukas Schulze

Sein neuer Nebenmann hat immerhin schon ein Champions-League-Spiel in der Vita stehen. Mit dem AS Monaco trat Diallo in der Saison 2016/17 bei Bayer 04 Leverkusen an. Die Werkself siegte 3:0, Diallo agierte damals als Linksverteidiger - eine Position, die er in der Schlussphase der vergangenen Spielzeit auch in Mainz bekleidete. Der Linksfuß ist vielseitig, kann sowohl in einer Dreier- als auch in er einer Viererkette spielen und theoretisch auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden.

27 Mal in der Startelf

Diallo ist ein robuster, kopfballstarker Verteidiger mit einer guten Zweikampfquote, der nach Ballgewinnen schnell den Vorwärtsgang einlegt. Bisweilen geht er dabei ein hohes Risiko, meistens zahlt sich dieses jedoch aus. Der Mainzer Sportdirektor sieht in ihm einen "sehr zielstrebigen junger Mann mit gutem Charakter". Diese Zielstrebigkeit verdeutlicht der Verlauf seiner Karriere. Nachdem er mit der AS Monaco Meister wurde, aber in Frankreich nur selten eingesetzt wurde, entschied er sich bewusst für Mainz 05 als nächsten Station. Zwar zählen die Rheinhessen nicht zu den großen Namen in Deutschland, doch sie boten ihm eine hohe Chance auf Einsätze. Der Plan ging auf, Diallo spielte 27 Mal in der letzten Saison. In allen 27 Partien stand er in der Startelf. Jetzt ist er bereit für den Schritt zum Spitzenclub BVB.

Mainz-Trainer Sandro Schwarz herzt Abdou Diallo. Den Verteidiger lässt er sicher nicht gerne ziehen
Mainz-Trainer Sandro Schwarz herzt Abdou Diallo. Den Verteidiger lässt er sicher nicht gerne ziehen © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Lukas Schulze

>>> Darum dürfen sich BVB-Fans auf die neue Saison freuen

Akanji und Diallo, das soll die neue Traumkombination in der Dortmunder Verteidigung werden. Die Voraussetzungen sind gegeben, dass sich Erfolgsgeschichte wiederholt.

Tim Müller