BVB-Helden damals und heute: Sahin, Großkreutz, Barrios, Witsel, Reus, Alcacer (v.l.n.r.) - © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA
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Bundesliga

Borussia Dortmund ist torhungriger und effizienter als in der Meistersaison 2010/11

Köln - Spätestens seit dem 3:2-Sieg von Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München träumen die BVB-Fans wieder vom Gewinn der Meisterschaft. Erinnerungen an die Saison 2010/11, als der BVB nach langer Durststrecke den Titel holte, kommen auf. Während es einige Parallelen zur damaligen Situation gibt, so ist doch auch vieles anders. bundesliga.de zeigt es dir.

Parallelen zu 2010/11

Punkte, Punkte, Punkte: Wie vor acht Jahren führt der BVB die Bundesliga-Tabelle nach elf Spieltagen mit vier Punkten Vorsprung an. Dortmund hat unter Trainer Lucien Favre bisher 27 Zähler geholt. Nur zwei Mal waren es zu diesem Zeitpunkt mehr, darunter in der Meistersaison 2010/11, als das Team von Jürgen Klopp bei 28 Punkten stand. 2013/14 konnte der BVB diese Marke ein weiteres Mal erreichen.

Treffsichere Stürmer: In Paco Alcacer hat Borussia Dortmund im Sommer einen Angreifer verpflichtet, der genau weiß, wo das Tor steht. Er kommt bereits auf acht Saisontreffer. 2010/11 hatte der BVB ebenfalls einen brandgefährlichen Mann im Angriff: Lucas Barrios. Der traf damals sechs Mal an den ersten elf Spieltagen. Am Saisonende hatte der frühere Nationalstürmer von Paraguay 16 Treffer auf dem Konto.

Jugend als Erfolgsrezept: Der BVB von 2010/11 war mit durchschnittlich 24,3 Jahren extrem jung. Zu den aufstrebenden Youngstern gehörten Spieler wie Kevin Großkreutz, Nuri Sahin oder Mario Götze. Auch die heutige Mannschaft um Manuel Akanji, Jadon Sancho oder Jadon Bruun Larsen ist jung (24,8 Jahre) - gerade einmal drei Teams waren 2018/19 jünger. Lukasz Piszczek, der schon vor acht Jahren Stammspieler war, sieht darin ein Erfolgsrezept: "Der Geist der Mannschaft ist ähnlich wie damals. Wir haben viele junge Burschen. Die sind hungrig darauf, etwas zu gewinnen."

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Video: Dortmunds Erfolgsrezept

Unterschiede zu 2010/11

So torhungrig wie selten: Unter Jürgen Klopp begeisterte die Dortmunder Mannschaft die Fans mit spektakulärem "Vollgasfußball", der zu 27 Treffern aus den ersten elf Spielen führte. Diese Marke hat der BVB in der aktuellen Saison deutlich überboten. Auf 33 Saisontore kamen zu diesem Zeitpunkt zuvor überhaupt nur zwei Teams: Dem BVB selbst gelangen 1963/64 einmal 36 Tore, den Bayern 1976/77 sogar 28 Treffer.

Deutlich effizienter: Der BVB von 2010/11 war bisweilen etwas ungestüm. Unter Favre spielt die Mannschaft deutlich kontrollierter. Der BVB feuert nicht aus allen Rohren, sondern wählt seine Abschlüsse mit Bedacht. Gleich acht Teams gaben in der laufenden Saison mehr Torschüsse ab, aber keines war so effizient wie die Schwarz-Gelben: Jeder vierte Torschuss saß. Vor acht Jahren war es nur jeder siebte.

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Die Joker stechen: Ein Drittel der Dortmunder Bundesliga-Tore geht auf das Konto von eingewechselten Spielern. Elf Joker-Tore nach elf Spieltagen sind Bundesliga-Rekord. 2010/11 waren es zum selben Zeitpunkt nur fünf. Aktueller Top-Joker der Liga ist Paco Alcacer, der sieben seiner acht Treffer nach Einwechslung erzielte. Dortmunds bester Joker vor acht Jahren war Robert Lewandowski, der in seiner Debütsaison oft von der Bank kam. An den ersten elf Spieltagen wurde er damals zehn Mal eingewechselt und erzielte immerhin drei Treffer.

Größere Fairness: Die aktuelle BVB-Elf wirkt deutlich abgeklärter als das Team vor acht Jahren. Statt ins Risiko zu gehen, schiebt man die Kugel ruhig noch mal quer und baut kontrolliert auf. Mehr Ballbesitz bedeutet auch: weniger Foulspiele. Die Dortmunder sind das fairste Team der Bundesliga, begingen bislang nur 80 Fouls am Gegenspieler. 2010/11 waren es zum selben Zeitpunkt mehr als doppelt so viele (175).

Video: Paco Alcacer in der Taktik-Analyse

Fazit

Auffällig ist, dass die Unterschiede zwischen dem heutigen Auftreten von Borussia Dortmund und dem Auftreten vor acht Jahren allesamt Verbesserungen darstellen. Der BVB trifft häufiger, er braucht weniger Chancen für einem Torerfolg, Favres Einwechselspieler sind zur Stelle und bei aller Klasse präsentiert sich Dortmund auch noch extrem fair.

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Die Tabellenkonstellation ist ähnlich wie 2010/11. Damals wurde die Borussia mit einer noch jüngeren Mannschaft als heute letztlich äußerst souverän Deutscher Meister. Angesichts der statistischen Werte würde es nicht überraschend, wenn es in dieser Saison erneut mit dem Titel klappt.