Arjen Robben und mit ihm die ganzen Niederlande träumen vom "Droomfinale tegen Duitsland", doch Außenseiter Uruguay will bei "Oranje" für ein böses Erwachen sorgen. "Es ist eine Party, zu der wir gar keine Einladung haben. Aber wir können die Party sprengen", sagte "Uru"-Trainer Oscar Tabarez vor dem Halbfinale in Kapstadt am Dienstag (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker).

Uruguay steht erstmals seit 1970 unter den Top-4 und will nach 80 Jahren in sein zweites Endspiel. "Wir haben einen Traum - und wir werden diesen Traum weiter träumen", sagte Tabarez. Doch im Finale, stellte Robben klar, werden sich die Elftal und Deutschland treffen. "Das ist mein Traumfinale", sagte der Star von Bayern München schon vor dem Turnier - und jetzt ist sein Traum zum Greifen nahe.

Von Robben wird viel erwartet

Beim Versuch, zum dritten Mal nach 1974 und 1978 das Finale zu erreichen, ruhen die Hoffnungen speziell auf Robben. Das Fachblatt "Voetbal International" bezeichnete ihn auf seiner Internetseite schon als den "neuen Cruyff". Robben weiß, was von ihm erwartet wird: "Es ist an der Zeit, dass wir unser Potenzial bei einem großen Turnier endlich mal ausschöpfen" - und erstmals den Titel holen.

Denn im Finale gegen die DFB-Elf, betont Robben, kann es nur einen Sieger geben. "Da müssen wir gewinnen, sonst brauche ich bei den Bayern gar nicht mehr anzukommen. Dann kann ich mir einen neuen Club suchen", sagt er. Robben und Teamkollege Mark van Bommel sind seit Tagen mit ihren deutschen Bayern-Kollegen in Kontakt, es blüht der Flachs.

"Diesmal muss es anders laufen"

Bondscoach Bert van Marwijk mahnt vor der vermeintlich leichten Aufgabe gegen die angeschlagene "Celeste" dagegen zur Konzentration.

"Deutschland oder Spanien - darüber denke ich noch nicht nach. Wir haben das doch schonmal erlebt, man muss nur an die EM denken", sagt er. 2008 waren die Niederlande nach Traumfußball und Siegen gegen Italien und Frankreich Favorit - und scheiterte im Viertelfinale an Russland. "Wir dachten alle, dass wir Europameister werden, und dann das!", sagt van Marwijk.

Deshalb hat er seinen Spielern eingebläut, Uruguay ernst zu ehmen. "Diesmal muss es anders laufen", sagt er. Und der Glaube daran, dass das passiert, ist groß. "Bis jetzt haben die Spieler bewiesen, dass sie mir in dieser Sache folgen", sagt van Marwijk.

De Jong und van der Wiel gesperrt

"Oranje" spielt in Südafrika zwar nicht überragend, aber doch souverän. Vor allem Robben und Wesley Sneijder, der nach drei Titeln mit Inter Mailand als letzter Spieler noch die Chance auf Trophäe Nummer vier hat, überzeugten. Nach bisher vier Treffern darf Sneijder auch noch auf die Torjägerkrone hoffen.

Gegen Uruguay fehlen der "Elftal" mit den gelbgesperrten Nigel de Jong und Gregory van der Wiel allerdings zwei wichtige Spieler. Sie sollen durch Demy de Zeeuw und Stuttgarts Khalid Boulahrouz ersetzt werden. HSV-Profi Joris Mathijsen und Stürmer Robin van Persie haben sich erholt und können spielen. Doch van Marwijk hat großen Respekt. "Die Spieler von Uruguay sind Überlebenskünstler", sagt er.

Suarez fiebert auf der Tribüne mit

Weil "Handballer" Luis Suarez nach seiner Rettungstat gegen die Ghanaer und der folgenden Roten Karte gesperrt ist, ruhen Uruguays Hoffnungen auf Diego Forlan.

"Diego ist lebensgefährlich", sagt John Heitinga, bei Atletico Madrid einst Teamkollege des am Kap drei Mal erfolgreichen Angreifers. Suarez wird seine Kollegen indes von der Tribüne aus anfeuern. "Wir haben keine Angst, unser Ziel ist der Titel", sagt er. Es wäre der dritte nach 1930 sowie 1950, als es kein Endspiel gab, sondern nur eine Endrunde.

Neben Suarez fehlen Jorge Fucile (Gelbsperre) und der verletzte Nicolas Lodeiro, Kapitän Diego Lugano könnte rechtzeitig fit werden. "Egal wer gegen die Niederlande spielt, wir werden eine gute Partie abliefern", verspricht Lugano.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Uruguay: 1 Muslera - 16 Maxi Pereira, 6 Victorino, 2 Lugano (3 Godin), 22 Caceres - 15 Perez, 17 Arevalo, 5 Gargano, 11 Alvaro Pereira - 10 Forlan, 7 Cavani. - Trainer: Tabarez

Niederlande: 1 Stekelenburg - 12 Boulahrouz, 3 Heitinga, 4 Mathijsen, 5 van Bronckhorst - 6 van Bommel, 14 de Zeeuw - 11 Robben, 10 Sneijder, 7 Kuyt - 9 van Persie. - Trainer: van Marwijk

Schiedsrichter: Ravshan Irmatov (Usbekistan)