Die WM-Qualifikation ist abgeschlossen, das Teilnehmerfeld komplettiert: bundesliga.de stellt die Bundesliga-Stars vor, die den Flug nach Südafrika buchen können und präsentiert, welche Spieler die WM 2010 vor dem heimischem Fernseher verfolgen müssen.

Überrascht haben in den Play-Off-Spielen vor allem die Slowenen: Sie behielten am Mittwochabend in Maribor mit 1:0 gegen die favorisierten Russen die Oberhand und qualifizierten sich somit trotz der 1:2-Niederlage im Hinspiel zum zweiten Mal nach 2002 für eine Weltmeisterschaft.

Dedic wird zum slowenischen WM-Helden

Im Blickpunkt stand dabei der Bochumer Bundesliga-Stürmer Zlatko Dedic.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff schaltete der VfL-Spieler nach einer Flanke von rechts am schnellsten und spitzelte den Ball am russischen Keeper Igor Akinfeev vorbei. Die "Sbornaja" berannte das slowenische Gehäuse im Anschluss vergebens und beendete die Partie nach einer Roten Karte für Alexander Kherzakov (66.) sowie einer Gelb-Roten Karte für Yuri Zhirkov (90.) mit nur neun Spielern. Der slowenische WM-Held Dedic wurde in der Nachspielzeit unter großem Jubel ausgewechselt.

Gemeinsam mit Dedic haben die beiden Kölner Milivoje Novakovic und Miso Brecko die Sensation geschafft und konnten ihrem Team 90 Minuten helfen, den Sieg über die Russen unter Dach und Fach zu bringen. Stuttgarts russischer Stürmer Pavel Pogrebnyak, der gegen die Slowenen in der 77. Minute eingewechselt wurde, konnte keinen Treffer mehr erzielen, und so versank die "Sbornaja" am Ende im Tal der Tränen.

Rehhagels Hellenen fahren zur WM

Die zweite Teilnahme an einer WM konnten auch die Griechen um Trainer Otto Rehhagel feiern. Nachdem das Hinspiel der Qualifikations-Relegation in Athen torlos endete, konnten sich die Hellenen mit einem 1:0 im Rückspiel gegen die Ukraine durchsetzen. Aus der Bundesliga waren auf Seiten der Griechen Nürnbergs Stürmer Angelos Charisteas, Schalkes Mittelfeldspieler Vasilios Pliatsikas und Leverkusens Angreifer Theofanis Gekas im Einsatz.

Bei Dauerregen in Donetsk konnten die Ukrainer ihren Heimvorteil nicht nutzen und mussten trotz der deutlich höheren Spielanteile und viel Ballbesitz eine Niederlage einstecken, an der auch Bayern-Spieler Anatoliy Tymoshchuk nichts ändern konnte. Den Treffer des Tages erzielte in der 31. Minute Dimitrios Salpingidis von Panathinaikos Athen nach einem klasse Steilpass von Celtic-Stürmer Georgios Samaras.

Ohne Misimovic gelingt kein Treffer gegen Portugal

Für Bosnien-Herzegowina, das erst seit 1992 eigenständig ist, ist der Traum von der ersten WM-Teilnahme geplatzt. Der "Bundesliga-Offensive", die im entscheidenden Spiel gegen Portugal auf den verletzten "Wölfe"-Spielmacher Zvjezdan Misimovic verzichten musste, gelang wie im Hinspiel in Lissabon erneut kein Treffer.

Edin Dzeko, wie Misimovic vom Deutschen Meister aus Wolfsburg, führte sein Team als Kapitän aufs Feld, konnte das Ausscheiden aber auch nicht verhindern: In der 57. Minute war es Raul Meireles, der nach einem Nani-Querpass vor dem Kasten der Bosnier auftauchte und aus 13 Metern völlig freistehend die Führung für Portugal markierte. Weniger Glück in ihren Aktionen hatten Vedad Ibisevic aus Hoffenheim und Frankfurts Zlatan Bajramovic.

Als dann Hoffenheims Mittelfeldspieler Sejad Salihovic in der 77. Minute wegen Meckerns Gelb-Rot sah, war die Sensation endgültig verpasst. Schlussendlich jubelten die Portugiesen wie im Hinspiel über einen 1:0-Sieg, Bremens Hugo Almeida und "Wölfe"-Spieler Ricardo Costa saßen hierbei 90 Minuten auf der Bank.

"Wüstenfüchse" schlagen die "Pharaonen"

Wie in Slowenien so entschied auch im Sudan das Tor eines Bochumer Spielers über die WM-Qualifikation. Im Entscheidungsspiel gegen Ägypten erzielte der Algerier Anthar Yahia den goldenen Treffer zum 1:0-Erfolg. Zum dritten Mal nach 1982 und 1986 nehmen die Nordafrikaner nun im nächsten Jahr an einer WM-Endrunde teil.

Nach der 0:2-Niederlage der Algerier am Wochenende in Kairo war ein Entscheidungsspiel auf neutralem Boden zwischen den punkt- und torgleichen Kontrahenten um das letzte afrikanische WM-Ticket fällig. In einer hart umkämpften Begegnung konnten sich die Algerier vor 35.000 Zuschauern verdient mit 1:0 durchsetzen.

VfL-Verteidiger Yahia markierte in der 40. Spielminute mit einem fulminanten Schuss aus kurzer Distanz den letztlich entscheidenden Treffer. Die Ägypter drängten bis zum Schluss auf den Ausgleich, fanden gegen die umsichtig agierende algerische Abwehr aber kein Mittel.

Neben Yahia lösten damit auch die Bundesliga-Profis Karim Ziani (VfL Wolfsburg) und Karim Matmour (Borussia Mönchengladbach) das Ticket für Südafrika 2010. Im Gegensatz zum Dortmunder Angreifer Mohamed Zidan, der zu Beginn der zweiten Halbzeit für Ägypten eingewechselt wurde.