Hamburg - Auch wenn Bobby Wood für den Hamburger SV nicht den entscheidenden Treffer selbst erzielte, hatte der US-Amerikaner am 1:0-Heimsieg der Rothosen gegen Hertha BSC am Sonntagabend einen sehr großen Anteil.

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Der 24-Jährige riss in der Offensive etliche Kilometer ab und beschäftigte beide Berliner Innenverteidiger. Er leitete mit einem gewonnenen Zweikampf gegen Marvin Plattenhardt den 1:0-Siegtreffer durch Albin Ekdal ein. Im Interview spricht Wood über den wichtigen Erfolg im Abstiegskampf und über das Duell mit John Anthony Brooks, seinem guten Freund und Nationalmannschaftskollegen.

Frage: An dem Siegtor Ihres Mannschaftskollegen Albin Ekdal hatte Sie großen Anteil, da Sie sich den Ball gegen Plattenhardt erkämpften, oder?

Bobby Wood: Wie viel Anteil ich am Tor hatte, ist zweitrangig. Wir haben als gesamtes Team hervorragend gekämpft und den Sieg gegen Hertha auch verdient. Es war einfach eine tolle Partie unserer Mannschaft, in der wir kämpferisch alles gegeben haben.

Frage: Gab es in der zweiten Halbzeit einen Moment, an dem Sie gedacht haben, jetzt kippt das Spiel noch zu Ihren Gunsten?

Wood: Eigentlich nicht, aber wir haben uns in das Spiel hineingebissen und sind dem Tor Stück für Stück nähergekommen. Am Ende haben wir uns dann durch den schönen Treffer von Albin Ekdal mit drei Punkten belohnt.

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Frage: Wie wichtig ist der Sieg für den HSV, auch weil die anderen Teams im Tabellenkeller wie Werder Bremen oder der VfL Wolfsburg gepunktet haben?

Wood: Wir schauen nur auf uns, auch wenn sich das komisch anhört. Es bringt ja nichts auf die anderen zu schauen, was die machen, können wir sowieso nicht verhindern. Wir müssen uns auf unsere Leistung fokussieren und sehen, dass wir punkten.

Frage: Spielt es für Sie eine Rolle, dass der HSV an diesem Spieltag nachziehen und die letzte Partie am Sonntagabend austragen musste? Die Konkurrenz hatte am Vortag schon gepunktet.

Wood: Ich finde, das ist egal. Wir müssen an einem Sonntagnachmittag genauso kämpfen, wie an einem Freitagabend oder Samstagnachmittag. Es ist wurscht, wie man auf deutsch sagt.

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Frage: Als einzige Spitze des HSV haben Sie enorm viel nach hinten gearbeitet. Fordert Trainer Gisdol das auch von Ihnen oder sehen Sie sich als einziger nomineller Stürmer auch als erster Verteidiger Ihrer Mannschaft?

Wood: Das ist doch ganz normal, dass jeder für jeden arbeitet. Ich habe kein Problem damit, nach hinten mit zu rennen und mir dort den Ball zu erkämpfen. Wir haben alle super gekämpft, nur so kommen wir da unten raus.

Frage: War es auch eine Frage des Willens? Man hatte den Eindruck, dass der HSV den Sieg mehr wollte als Hertha.

Wood: Ja, klar wir wissen in welcher Situation wir uns befinden und nur mit Willenskraft können wir langsam aus dem Tabellenkeller klettern. Zum Glück haben wir uns die drei Punkte geholt.

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Frage: Sie sind sehr eng mit Anthony Brooks von Hertha BSC befreundet. Zusammen spielen Sie in der US-amerikanischen Nationalmannschaft. Geht das direkte Duell gegen Ihren Freund dieses Mal an Sie?

Wood: Es macht immer Spaß, gegen ihn zu spielen. Er ist ein sehr guter Freund von mir. Es wäre schön, wenn ich gegen ihn ein Tor geschossen hätte, aber das ist jetzt egal, wir haben gewonnen.

Aufgezeichnet von Alexander Barklage in Hamburg