Köln - Nach fünf Jahren in der 2. Bundesliga und zuletzt einer tollen Saison bei Union Berlin (17 Tore in 31 Spielen) wechselte Bobby Wood nun zum Hamburger SV. Der US-Nationalspieler will nun auch in der Bundesliga durchstarten. In einer Medienrunde stellte sich der 23-Jährigen den Fragen der Presse.

Frage: Bobby Wood, Sie sind Amerikaner und wurden auf Hawaii geboren. Sie hätten auch andere Sportarten ausüben können. War für Sie immer klar, dass Sie Fußballer werden wollen?

Bobby Wood: Ich wollte früher Sport treiben und irgenwie war Fußball die einzige Sportart. Football war keine Alternative. Meine Mutter hat immer gearbeitet, so dass mich niemand zum Football-Training fahren konnte. Deshalb bin ich dann über einen Freund auf Hawaii zum Fußball gekommen. Zum Glück habe ich weitergemacht.

Frage: Wie ist der Kontakt zum HSV entstanden?

Wood: Der HSV hat zu meinem Berater Kontakt aufgenommen und sein Interesse bekundet. Sie haben meine Entwicklung verfolgt und waren zufrieden damit. Dann gab es ein sehr gutes Gespräch mit dem Trainer.

Frage: Was erwarten Sie von Ihrer Zeit beim HSV?

Wood: Ich werde mein Ding machen und so gut wie möglich arbeiten. Mein Job ist, Tore zu schießen. Das wird von einem Stürmer erwartet und das werde ich probieren. Ich mache mir aber keinen Druck, in dem ich eine bestimmte Anzahl an Toren als Ziel ausgebe.

Frage: Wie würden Sie Ihr Spiel beschreiben?

Wood: Es ist sehr physisch. Ich werde arbeiten und kämpfen. Und ich bin schnell, kann mit links und rechts abschließen und dribbeln.

"Klinsmann freut sich für mich"

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Frage: Sie haben eine gute Copa gespielt. Was hat Jürgen Klinsmann zu Ihrem Wechsel gesagt?

Wood: Er war sehr glücklich, dass ich nun den nächsten Schritt mache, und hat gemeint, dass der HSV ein geiler Verein sei. Er freut sich für mich.

Frage: Was konnten Sie von Jürgen Klinsmann lernen?

Wood: Er meint, dass man an sich selbst glauben muss und mental keine Angst haben darf. Man hat alles in der eigenen Hand und braucht sich nicht auf andere zu verlassen.

Frage: Wie gut vorbereitet kommen Sie jetzt zum HSV?

Wood: Ich habe mich bereits eine Woche bei der Mannschaft von L.A. Galaxy vorbereitet und dort zweimal am Tag trainiert. Das mache ich in jedem Sommer und fühle mich gut dabei.

Frage: Haben Sie sich schon nach einer Wohnung umgeguckt?

Wood: Ja, meine Freundin hat schon eine Wohnung gefunden. Ich warte jetzt darauf, dass die Sachen aus Berlin kommen und ziehe dann ein.

"Habe mich trotz Heimweh durchgebissen"

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Frage: Sie sind schon in jungen Jahren nach Deutschland gekommen und seit neun Jahren hier. Wie schwer war das damals für Sie, im Internet der Münchener Löwen anzufangen?

Wood: Es war anfangs sehr schwer für mich, weit weg von meinem Zuhause zu sein. Ich hatte Heimweh, habe aber auch viel gelernt und mich durchgebissen. Auch für 1860 München war es ungewohnt, dass einer wie ich da war. Es gab Höhen und Tiefen, aber ich bekam bei den Löwen meine erste Chance im Profifußball. Dafür bin ich dankbar. Und jetzt bin ich nach den vielen Opfern und Entbehrungen in der Bundesliga. Das war mein Ziel.

Frage: Bruno Labbadia sieht Sie als echte Sturmspitze vorne drin. Mit Ihrer Schnelligkeit könnten Sie aber auch auf dem Flügel spielen. Wo sehen Sie sich selbst?

Wood: Auf dem Flügel habe ich nicht so oft gespielt. Ich bin eher der zentrale Stürmer, kann aber auch als zweite Spitze agieren. Ich bin variabel.

Frage: Im Sturm wird Pierre-Michel Lasogga zu Ihren Konkurrenten gehören. Wie stark schätzen Sie ein?

Wood: Er hat schon gezeigt, dass er in der Bundesliga treffen kann. Ich werde wie gesagt mein Ding machen. Konkurrenzklampf ist immer gut für eine Mannschaft. Ich habe schon mit vielen unterschiedlichen Stürmern gespielt. Es wäre kein Problem für mich, mit ihm zusammen im Sturm zu spielen.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski