An der Säbener Straße in München dominierte am Freitag ein Thema: die Verpflichtung von Arjen Robben.

Der Flügelstürmer wechselt von Real Madrid zum FC Bayern. An Louis van Gaals Lächeln konnte man schnell erkennen, wie wichtig ihm dieser Transfer gewesen ist. "Er ist in einer guten Verfassung und es ist möglich, dass er bereits gegen Wolfsburg spielen wird", sagte der Bayern-Trainer.

Wie der niederländische Kreativspieler in das System des FC Bayern integriert werden soll, ist eine der spannenden Fragen, die sich nun stellt. Van Gaal ließ sich erwartungsgemäß nur bedingt in die Karten schauen: "Unsere Vorbereitung war darauf ausgelegt, einen Zehner zu finden. Noch ist uns das nicht gelungen. Aber mit Arjen Robben und Franck Ribery haben wir nun zwei kreative Spieler, mit denen wir mehrere Systeme spielen können, nicht nur ein 4-3-3."

Systemvarianten mit Ribery und Robben

Bei einem 4-3-3 würde aller Voraussicht nach Ribery über links und Robben über rechts angreifen, in der Mitte dürfte Mario Gomez auf die Hereingaben lauern.

Aber auch ein 4-4-2 mit Ribery als Regisseur hinter zwei Spitzen - nach momentanem Leistungsstand Gomez und Ivica Olic - wäre denkbar. Robben könnte bei diesem System auch auf die angestammte linke Seite. Fest steht jedenfalls: Der Konkurrenzkampf im Angriff des FC Bayern ist durch den Robben-Transfer nochmal deutlich verschärft worden.

Wohl mit Ribery und Robben gegen Wolfsburg

Die Qualitäten des 25-jährigen Flügelspielers, der sowohl mit dem PSV Eindhoven, dem FC Chelsea und Real Madrid nationale Meistertitel einfuhr, liegen für den Bayern-Trainer auf der Hand: "Er bringt Kreativität in das Spiel. Und davon haben wir noch nicht genügend. Arjen ist ein explosiver Spieler."

Wahrscheinlich wird neben Robben auch Ribery am Samstag in der Allianz Arena gegen den Meister aus Wolfsburg auflaufen. "Franck hat die ganze Woche sehr gut mittrainiert, oft auch zwei Mal am Tag. Ich mache es vom Spiel abhängig, ob und wann ich ihn einsetze."

Das 1:5 ist kein Thema mehr

Van Gaal hat sich die Heimniederlage der "Wölfe" gegen den Hamburger SV nochmal genau zu Gemüte geführt. Seine Erkenntnisse aus dem Videostudium: "Wolfsburg hat sehr gute Spieler. Aber man hat auch gesehen, wie gut der HSV die Mannschaft unter Druck gesetzt hat. Aber trotzdem hat der VfL einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt und hätte sogar in Führung gehen können." Heißt so viel wie: Wolfsburg hat durchaus auch so seine Schwachpunkte, aber abschreiben darf man den Meister auch bei einem deutlichen Rückstand keinesfalls.

Die bittere 1:5-Niederlage aus der Vorsaison beschäftigt van Gaal nach eigener Aussage überhaupt nicht: "Das Spiel habe ich nicht gesehen. Bei uns hat sich viel verändert. Vergangene Spiele sind bedeutungslos." Vielleicht hat er beim letzten Satz auch an Mainz gedacht - und hofft, dass nun eine erfolgreiche Zeit anbricht.

Barnabas Szöcs / Michael Gerhäußer