Christoph Metzelder ist der Schalker Neuzugang, über den die Fans in den vergangenen Wochen am meisten diskutiert haben - denn der 29-Jährige hat vor seinem Engagement bei Real Madrid das BVB-Trikot getragen. Im Interview spricht der Abwehrspieler über seine Vergangenheit, die Erwartungen mit den Knappen und den Grund, warum er in der ersten Woche nicht trainieren durfte.

Frage: Christoph Metzelder, herzlich willkommen zurück auf Schalke! Als Jugendspieler trugen Sie in der Saison 1995/1996 bereits einmal das königsblaue Trikot, dann aber folgte über den Umweg Preußen Münster der Weg zum BVB und anschließend gar zu Real Madrid. Haben Sie sich schon an Ihre neuen Vereinsfarben gewöhnt?

Christoph Metzelder: Blau und Weiß ist für mich nichts Ungewohntes, die Farben hatte Schalke vor 14 Jahren auch schon. Nun wieder den Trainingsanzug mit dem S04-Logo zu tragen, macht mich stolz. Manch einer wird jetzt denken: 'Was redet der Metzelder da?' Aber es ist wirklich so: Als Jugendkicker bin ich teilweise sogar im Trainingsanzug zur Schule gegangen, weil ich so stolz darauf war, bei Schalke zu spielen.

Frage: Ist Ihnen etwas mulmig vor dem Start auf Schalke?

Metzelder: Nein, keineswegs. Klar, ich war mal beim BVB. Doch das ist vorbei, wenngleich ich nicht verhehlen möchte, dass ich in Dortmund noch den einen oder anderen Freund habe. Aber ich habe immer alles für meine Mannschaft getan und werde dies auch weiterhin tun. Vielleicht wird man mich nicht unbedingt lieben, aber den Respekt der Fans kann man sich mit guten Leistungen erarbeiten. Die ersten Kontakte mit den S04-Anhängern waren durchaus positiv. Zwar gab es auch mal den einen oder anderen Spruch, aber das gehört dazu. Dieser Situation muss ich mich stellen.

Frage: Was erwarten Sie von Ihrem ersten Derby im Profifußball als "Königsblauer"?

Metzelder: Ich bin kein Romantiker und weiß, dass man mich in Dortmund vermutlich auspfeifen wird. Das muss ich ausblenden. Es geht in diesem Spiel nicht um mich, sondern um den Erfolg der Mannschaft und den Verein.

Frage: Warum konnten Sie erst am 1. Juli in Blau und Weiß trainieren?

Metzelder: Im Fußball laufen Verträge formal am 30. Juni aus. Wenn ein Spieler bereits vor diesem Datum bei seinem neuen Club trainiert, war dies eigentlich nie ein Problem. Real Madrid sieht dies aber anders und hat mir keine Freigabe vor dem 1. Juli erteilt. Warum, weiß ich auch nicht. Denn ich habe mir dort nie etwas zuschulden kommen lassen und bin sehr herzlich verabschiedet worden. Einen ähnlichen Fall gab es jetzt auch in der 2. Bundesliga, wo beim FSV Frankfurt einige Neuzugänge ebenfalls noch nicht trainieren durften. Ich habe mich aber privat fit gehalten.

Frage: In Madrid hatten Sie ebenso wie beim BVB mit einige Verletzungen zu kämpfen. Wie ist es um Ihre Fitness bestellt?

Metzelder: Die Blessuren liegen schon länger zurück, in Spanien habe ich in den vergangenen Monaten voll trainiert. Leider hatte ich aber nur wenige Einsätze, da die Konkurrenz bei Real Madrid riesengroß war und der Trainer leider auf andere Spieler gesetzt hat. Ich gehe fest davon aus, dass ich zum Saisonstart bei 100 Prozent bin. Dafür wird auch Felix Magath sorgen, da er sehr viel Wert auf die Physis legt.

Frage: Die Konkurrenz auf Schalke in der Defensive ist groß. Haben Sie Angst vor dem Kampf um die Plätze in der ersten Elf?

Metzelder: Nein, ich bin es eben aus Madrid gewohnt, mit vielen sehr guten Spielern um einen Platz in der Innenverteidigung zu konkurrieren. Ich bin vielmehr froh, dass wir eine so große Qualität in der Abwehr haben. Von meinen neuen Mitspielern bin ich an den ersten Tagen sehr gut aufgenommen worden und ich bin auch selbst ein offener Typ. Mit meiner Erfahrung und guten Leistungen möchte ich der Mannschaft und dem Verein helfen, ein erfolgreiches Jahr in allen drei Wettbewerben zu spielen.

Frage: Sie haben bisher 47 Länderspiele für Deutschland bestritten. Ihr letzter Einsatz im DFB-Team liegt allerdings schon zwei Jahre zurück. Glauben Sie an ein Comeback?

Metzelder: Deutschland hat sehr viele gute und vor allem junge Abwehrspieler. Dennoch sage ich: Mein Ziel ist es, wieder Nationalspieler zu werden. Denn für jeden Fußballer ist es das größte, wenn man für sein eigenes Land auflaufen darf. Der Weg zurück in die Nationalelf führt über gute Leitungen im Verein. Die will ich bringen!

Das komplette Interview können Sie HIER nachlesen.