Bielefelds Publikumsliebling Artur Wichniarek hat bereits am 1. Spieltag seinem Spitznamen, "König Artur", alle Ehre gemacht. Gegen Bremen traf der Stürmer gleich zwei Mal.

Er ist Bielefelds bester Stürmer. Artur Wichniarek erzielte in 176 Bundesligaspielen 72 Tore für die Arminia. Der Pole widmete sein Treffer im Pokalspiel in Durlach und die Tore gegen Werder Bremen seiner toten Mutter. Miroslava Wichniarek verstarb vor zwei Monaten an Krebs.

Schlitzohr Wichniarek

"Es war wichtig für meine Mannschaft und für meine Familie", sagte der 31-Jährige. Tore sollen ihm beim Bewältigen dieses Schicksalschlages helfen. Treffer von denen auch sein Verein profitieren wird. Denn ohne einen erfolgreichen Torjäger wird es im Kampf um den Klassenerhalt schwer für Bielefeld. "Wir können das nur über unsere Heimstärke schaffen", weiß auch Wichniarek.

Diese Heimstärke und die Schlitzohrigkeit eines Arthur Wichniarek waren schon in den letzten beiden Jahren das Erfolgsrezept. bundesliga.de hat Wissenswertes über den Bielefelder Torjäger gesammelt.

Alles begann in Posen

Artur Wichniarek begann seine Fußballlaufbahn in der Jugendabteilung von SKS 13 Posen im Alter von 13 Jahren. 1993 debütierte Wichniarek als Profi bei KKS Lech Posen. Nach Stationen in Konin, wieder in Posen und Lodz verlies er Polen und wechselte zu Arminia Bielefeld in die Bundesliga.

Guter Schüler

Auch in der Schule fühlte sich Wichniarek wohl. Sein Lieblingsfach war Geschichte. Arthur war ein guter Schüler und machte auch sein Abitur in Polen. Mit einem Durchschnitt von Note "Vier" konnte er zufrieden sein. In Polen ist die Benotung genau anders herum als in Deutschland.

Vorbild Zidane

Zinedine Zidane ist für Artur Wichniarek der beste Fußballer der Welt. Sein größter Traum, ein Mal mit dem Franzosen in einer Mannschaft zu spielen, wird sich aber nicht mehr erfüllen können.

"Barca" ist der Traumverein

In Bielefeld fühlt sich Wichniarek sehr wohl. Aber bei einem ganz bestimmten Angebot würde er seine Wahlheimat verlassen. Sollte der FC Barcelona sich melden, werden die Koffer gepackt. Seinen Durchbruch schaffte Artur Wichniarek aber ganz klar bei der Arminia in der 2. Bundesliga. In den Spielzeiten 2000/01 und 2001/02 traf er in 54 Spielen 38 Mal. In seiner ersten Saison in Bielefeld hatte er noch Ladehemmungen. In der Abstiegssaison 99/00 blieb er in 17 Spielen ohne Treffer. 2002 stieg er mit Arminia Bielfeld in die Bundesliga auf. 2007 belegte der Torjäger mit der Arminia am Saisonende den 12. Platz. Die beste Platzierung mit Bielefeld in der Bundesliga.

Torjägerkrone

In der 2. Bundesliga wurde Artur Wichniarek gleich zwei Mal Torschützenkönig. 2000/01 mit 18 und 2001/02 mit 20 Toren. Seit diesen erfolgreichen Spielzeiten wird er von den Fans in Bielefeld liebevoll "König Artur" genannt.

Rekordtorschütze

Am 15. Dezember 2007 gelang Wichniarek sein 29. Bundesliga-Tor für die Arminia. In der 90. Minute traf er gegen den VfB Stuttgart. Damit löste er Frank Pagelsdorf (28 Tore) als Bundesliga-Rekordtorschütze von Arminia Bielefeld ab.

Torrausch

Sein torreichstes Spiel abolvierte Artur Wichniarek am 22. April 2001. Am 30. Spieltag der 2. Bundesliga erzielte Bielefelds Stürmer gleich vier Tore beim 5:2-Heimerfolg über Hannover 96.

Fairer Spieler

Artur Wichniarek sah in 166 Bundesliga-Spielen und 54 Partien in der 2. Bundesliga erst eine Rote Karte. Am 2. Spieltag der Saison 2003/04 schickte ihn Schiedsrichter Uwe Kemmling in Diensten von Hertha BSC Berlin beim VfB Stuttgart nach 82 Minuten vom Platz. Mit Hertha BSC Berlin schaffte er seine bisher beste Platzierung in der Bundesliga. 2005 beendete der Hauptstadtclub das Spieljahr auf Platz 4.

Nationalspieler

Wichniarek kam auch schon in der polnischen Nationalmannschaft zum Einsatz, für die er 16 Spiele absolvierte und vier Tore schoss. Am 16. Januar 2008 erhielt Wichniarek nach vier Jahren Abstinenz wieder eine Einladung zu einem Länderspiel der Polen gegen Tschechien, bei dem er sein Comeback feierte. Polens Nationaltrainer Beenhakker nominierte ihn aber nicht für die EURO 2008.

Hip Hop und Krimis

Privat schaltet der Torjäger im Kreis seiner Familie ab. Ehefrau Kasia und die beiden Töchter Maja und Emilka geben ihm den nötigen Rückhalt. In den eigenen vier Wänden wird in der Familie Wichniarek polnisch gesprochen. Nur mit seinem Schäferhund spricht er deutsch. Läuft im Autoradio nicht gerade die Musik seiner ältesten Tochter, legt Artur Wichniarek gerne Hip Hop und Black Music in den CD-Player ein. 50 Cent zählt zu einem seiner Lieblingsmusiker. Entspannen kann "König Artur" aber auch beim Lesen von Kriminalromanen oder beim Tennisspielen.