München - Gegen Belgien hat die DFB-Elf mit dem 1:0-Sieg ihre Pflicht erfüllt, folgt (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) nun die Kür? Im zweiten Spiel zur EM-Qualifikation empfängt die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw in Köln das Team von Aserbaidschan.

Die bisherige Bilanz spricht für die deutsche Mannschaft. Aserbaidschans Torwarttrainer Uli Stein sieht es außerdem als Nachteil an, schon so früh auf Löws Team zu treffen, da sein Team noch keinen "offiziellen Wettkampf bestritten hat", wie er im Interview mit bundesliga.de verriet. Die Fakten zum zweiten Quali-Spiel der deutschen Mannschaft:

Zahlen und Fakten:

Deutschland geht als klarer Favorit in das Spiel. In Aserbaidschan steckt der Fußball noch in den Kinderschuhen, die Vereine begreifen laut Trainer Berti Vogts erst seit kurzer Zeit, dass der Nachwuchs stärker gefördert werden muss.

Bisher konnte sich das Team von Vogts weder für eine Europa-, noch eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Beide Mannschaften trafen bereits in der Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika aufeinander. Aserbaidschan gelang in diesen Spielen kein einziges Tor, Deutschland gewann 2:0 und 4:0.

Personal:

Löw kann beinahe aus dem Vollen schöpfen, lediglich Marcell Jansen, der an einer Kapselreizung im Knie laboriert, musste vorzeitig abreisen. Er wird voraussichtlich von seinem Mannschaftskollegen Heiko Westermann vertreten. Bastian Schweinsteiger hat sich von seinem Pferdekuss erholt und meldete sich rechtzeitig fit für die Partie.

Berti Vogts trifft besonders der Ausfall zweier Innenverteidiger: "Ausgerechnet gegen Deutschland fehlen uns mit Vladimir Levin und Ruslan Abushev zwei wichtige Spieler." Außerdem befindet sich Stürmer Vagif Dzavadov im Formtief. Das Team von Aserbaidschan wird zum Großteil von Quarabag Agdam gestellt, der Mannschaft, die kürzlich zwei Mal Borussia Dortmund in der Europa League unterlag.


Form und Situation:

Miroslav Klose, der bereits gegen Belgien das Siegtor erzielte, will in seinem 103. Länderspiel unbedingt nachlegen. Auch Thomas Müller zeigte sich in guter Form. Lukas Podolski, der in der vergangenen Partie nicht überzeugen konnte, gab sich auf der Pressekonferenz am Montag (6. September) selbstkritisch und gelobte Besserung. Löw stellte aber auch klar, dass mit Toni Kroos und Marko Marin zwei Alternativen für seine Position gegeben seien.

Aserbaidschan hat von seinen vergangenen zehn Spielen vier gewonnen und zwei verloren. Dennoch sehen Vogts und Torwarttrainer Stein Deutschland ganz klar im Vorteil. Vogts monierte bereits den mangelnden Fitness-Zustand seiner Mannschaft, der auch mit dem Fasten aufgrund des Ramadans zusammenhängt. Sein vielleicht bester Stürmer Dzavadov sitzt wohl wegen seiner Formschwäche zunächst nur auf der Bank.

Das sagen die Protagonisten:

Joachim Löw: Man muss solche Mannschaften ernst nehmen. Aserbaidschan versteht zu verteidigen.

Manuel Neuer: Wenn die Mannschaft die ganze Zeit im Angriff ist, kommt man als Torhüter auch mal runter. Wichtig ist natürlich, dass man dann über die gesamte Spieldauer konzentriert ist. Denn es könnte eine Partie werden, in der ich möglicherweise auch einmal weniger zu tun habe.

Bastian Schweinsteiger: Wir dürfen Aserbaidschan nicht unterschätzen und müssen unbedingt nachlegen, damit wir unser Sechs-Punkte-Ziel erreichen.

Berti Vogts: Es wird keine Überraschung geben. Im Fußball ist zwar vieles möglich, nicht aber, dass wir bei der momentan besten Mannschaft der Welt einen Punkt holen oder gar gewinnen. Bei uns zu Hause in Baku hätten wir vielleicht eine kleine Chance.

Uli Stein: Wir können in diesen Spielen nur lernen. Deutschland ist der große Favorit auf den Gruppensieg.


Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Deutschland:
Neuer - Lahm, Mertesacker, Badstuber, Westermann - Khedira, Schweinsteiger - T. Müller, Özil, Podolski - Klose
Trainer: Löw

Aserbaidschan:
K. Agayev - Medvedev, R.F. Sadygov, Yunisoglu, Allahverdiyev - R.A. Sadygov, Shukurov, E. Mammadov, Fabio Luis, Chertoganov - Aliyev
Trainer: Vogts

Schiedsrichter: Strömbergsson (Schweden)