Für zwei der drei Aufsteiger hätte der Bundesliga-Start unterschiedlicher nicht sein können. 1899 Hoffenheim führt nach dem 1. Spieltag gemeinsam mit Schalke 04 die Tabelle an, Borussia Mönchengladbach liegt auf Platz 15.

Ebenfalls sehr unterschiedlich liest sich die Chronik der beiden Vereine. Hoffenheim startete 1991 in der Bezirksliga und krönte seinen Erfolgsweg mit dem Aufstieg 2008 in die höchste deutsche Spielklasse. Mönchengladbach feierte immerhin schon fünf Deutsche Meisterschaften, drei Pokalsiege und zwei Titel im UEFA-Cup. Die Glanzzeit der "Fohlen" spielte allerdings in den 70ern.

"Dahin zurück, wo ich schon war"

Liga-Neuling Hoffenheim überzeugte zum Auftakt mit einem 3:0-Sieg bei Energie Cottbus. "Ich bin vor allem mit der Spielweise zufrieden. Wir haben zehn Minuten gebraucht um ins Spiel zu finden und ein wenig nervös begonnen. Von da an hatten wir das Spiel auf der Seite, wo wir es wollten und haben uns nie zu weit zurück gezogen", lobte Trainer Ralf Rangnick seine Elf nach dem ersten "Dreier".

Im Angriff werden gegen die Borussia wohl wieder Vedad Ibisevic und Demba Ba, die beiden Torschützen vom vergangenen Wochenende, sein Vertrauen erhalten. Denn mit Chinedu Obasi steht ein Angreifer noch bei Olympia im Finale. Der Nigerianer war in der vergangenen Saison mit 12 Treffern entscheidend an den Hoffenheimer Erfolgen beteiligt. Neuzugang Wellington lauert hinter Ibisevic und Ba auf seinen ersten Auftritt.

Nachdem Rangnick schon vor dem Spiel in Cottbus keinen Hehl aus seinen Sieg-Ambitionen auf einen Sieg gemacht hatte, untermauerte er auch im Anschluss der Partie seine Ziele. "Ich will so schnell wie möglich dahin zurück, wo ich schon einmal war", sagte der 50-Jährige, der mit S04 schon in der Champions League gespielt hat.

Besondere Partie für Compper

Eine besondere Partie ist das Spiel am Samstag für Marvin Compper. Der Verteidiger wechselte im Januar 2008 nach fünf Jahren am Niederrhein zu 1899.

"Wir sind zwar jung, aber nicht naiv", sagt Compper im "kicker" über seine Kollegen und sich. Aus der aktuellen Tabellenführung macht der 23-Jährige nicht viel: "Erst nach den ersten sechs Spieltagen kann man ein Zwischenfazit ziehen."

Rösler sieht sich "auf Augenhöhe"

Diese Einschätzung werden die Gladbacher nach der 1:3-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart wahrscheinlich gerne teilen. Die offensiven Aktionen der "Fohlen" waren bis zum Abschluss durchaus vielversprechend, mit Abstimmungsproblemen in der Abwehr machten sie sich das Leben selbst schwer.

Sascha Rösler, der gegen die Schwaben schon nach 31 Minuten wegen einer Platzwunde unter dem rechten Auge ausgewechselt werden musste, hat vor dem Gegner keine Angst. "Wir sind mit Hoffenheim auf Augenhöhe und können denen genauso viele Probleme bereiten wie sie uns", so Gladbachs Ersatzkapitän. Im Aufstiegsjahr gab es ein 0:0 zuhause und ein 2:4 auswärts. Trotz der Verletzung wird er gegen 1899 wieder dabei sein: "Die Fäden werden nach dem Spiel gezogen, der Cut ist kein Problem für mich."

Trainer Jos Luhukay ist ebenfalls zuversichtlich für den Auftritt in Hoffenheim: "Wir haben unser Spiel gegen den VfB aufgearbeitet und genügend positive Dinge gefunden. Unser Selbstvertrauen hat jedenfalls trotz der ersten Niederlage nicht gelitten." Der Niederländer will nicht nur die beiden Partien der Vorsaison nicht als Maßstab nehmen, sondern vielmehr die gesamte Spielzeit: "Wir sind souverän als Meister aufgestiegen, während Hoffenheim bis zum letzten Spieltag zittern musste."


Marin mit Rückenwind

Auch der eigentliche Spielführer Oliver Neuville ist bereit für eine Rückkehr auf den Platz. "Ich habe keine Beschwerden, es ist alles okay. Ich bin jetzt eine Woche weiter und hoffe, am Samstag wieder im Kader zu stehen. Doch das entscheidet natürlich der Trainer", hofft der 35-Jährige nach Trainingsrückstand durch seine EURO-Teilnahme und Achillessehnenproblemen auf einen Einsatz.

Mit viel Rückenwind wird Marko Marin von der Nationalmannschaft in den Liga-Alltag zurückkehren. Gladbachs Dribbelkünstler schoss am Mittwoch in seinem zweiten Länderspiel einen sehenswerten Treffer zum 2:0. Es war seine Torpremiere im DFB-Trikot.

Tim Tonner