Sie ist bunt, sie ist attraktiv, sie ist begehrt und sie ist erfolgreich - auch vor ihrer 48. Auflage hat die Bundesliga nichts von ihrem Unterhaltungswert eingebüßt, im Gegenteil! Beispiel gefällig? Der FC Bayern München erreichte das Champions-League-Finale, der Hamburger SV schied in der Europa League erst im Halbfinale aus. Schalke-Coach Felix Magath glaubt sogar: "Wenn die Clubs in der Champions League ohne Ausländer antreten würden, dann würden deutsche Mannschaften gewinnen."

Und auch bei der Weltmeisterschaft in Südafrika konnte sich die Weltöffentlichkeit überzeugen, welche Qualität Deutschlands höchste Spielklasse zu bieten hat. Nicht nur, weil die deutsche Nationalmannschaft mit technisch anspruchsvollem und höchst unterhaltsamen Fußball Experten wie Fans verzückte. Im Halbfinale standen insgesamt 28 Akteure, die Woche für Woche in Deutschland Höchstleistungen abliefern. Nur die englische Premier League entsandte insgesamt mehr Profis zur Endrunde ans Kap.

Am 20. August erfolgt nun der Startschuss für die neue Saison. Der Meister aus München und der Titelträger von 2009, der VfL Wolfsburg, machen den Anfang. bundesliga.de nennt acht Gründe, warum Sie auch die 48. Bundesliga-Spielzeit nicht verpassen sollten!

Prominente Transfers

In der vergangenen Saison machten Arjen Robben und Ruud van Nistelrooy dort weiter, wo Franck Ribery und Luca Toni angefangen hatten: Sie kamen als Weltstars in die Bundesliga. Und auch in der Spielzeit 2010/11 präsentieren die Clubs wieder prominente Neuzugänge: Ganz vorne natürlich die beiden Rückkehrer Michael Ballack (Leverkusen) und Christoph Metzelder (Schalke). Doch die Fans dürfen sich auch auf die Darbietungen von Marko Arnautovic (Bremen), Robert Lewandowski (Dortmund) oder Simon Kjær (Wolfsburg) freuen, die allesamt bei europäischen Topclubs begehrt waren, aber den Bundesligisten den Zuschlag gaben.

Stars der WM hautnah erleben

Während die Messis, Ronaldos und Rooneys dieser Welt bei der WM in Südafrika enttäuschten, spielten sich die deutschen Spieler ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. Schweinsteiger, Khedira, Özil oder Shootingstar Müller - sie begeisterten mit ihren schnellen und erfrischenden Kombinationen nicht nur die Herzen der deutschen Fans, sondern sorgten für eine neue Wahrnehmung des deutschen Fußballs im Ausland. Ab 20. August wirbeln die neuen Stars nun wieder für ihre Clubs in der Bundesliga!

Rappelvolle Stadien

Die Bundesliga bleibt die zuschauerstärkste Fußball-Liga der Welt. In der Vorsaison besuchten im Durchschnitt 41.802 Fans die Spiele in der Bundesliga. Das entspricht bei 306 Spielen einer Gesamtzuschauerzahl von 12,79 Millionen. Der Anteil der verkauften Dauerkarten stieg von 55 auf 58 Prozent. Insgesamt lag die Stadionauslastung unverändert bei rund 90 Prozent. Der durchschnittliche Preis pro Eintrittskarte inklusive aller Abgaben betrug 21,89 Euro und war damit im europäischen Vergleich der Top-Ligen am niedrigsten. Und auch in der neuen Spielzeit wird der Zuschauerstrom nicht abebben - Dortmund vermeldete bereits Mitte Juli den Verkauf der 50.000 Dauerkarte!

Tore, Tore, Tore

Sie sind das Salz in der Suppe und der Grund, weshalb die Fans in die Stadien pilgern: Tore. Und die Bundesligisten lassen sich nicht lumpen. In der abgelaufenen Saison 2009/10 wurden 866 Treffer erzielt, das war ein Schnitt von 2,83 Toren pro Partie. Damit lag die Bundesliga teilweise deutlich vor den Topligen in England (1053, 2,77), Spanien (1031, 2,71), Italien (992, 2,61) und Frankreich (916, 2,41). Auch in der Champions League fielen 2009/10 pro Partie deutlich weniger Tore, nämlich 2,56 (insgesamt 320 in 125 Partien). Edin Dzeko, Arjen Robben, Stefan Kießling oder Lucas Barrios stehen schon in den Startlöchern, um ihre Torbilanzen noch einmal zu verbessern.

Rückkehr der Kultclubs

Mit dem Traditionsverein 1. FC Kaiserslautern und dem "etwas anderen Club" FC St. Pauli sind zwei absolute Sympathieträger wieder in die Bundesliga aufgestiegen. Beide Clubs verfügen über enormes Fanpotenzial, bürgen für beste Stimmung in den Stadien und sorgen - vor allem im Fall des "Weltpokalsiegerbesiegers" aus Hamburg - für eine ganz besondere Note in der Bundesliga. Außerdem zeichneten sich beide Teams im vergangenen Jahr durch ihre Torgefährlichkeit aus: St. Pauli schoss die meisten, Kaiserslautern die drittmeisten Treffer aller Zweitligisten.

Spannungsfaktor

Als Topfavorit geht zwar meistens der Rekordmeister ins Titelrennen, doch die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass der FC Bayern nicht einfach so zur Meisterschaft spazieren kann. "Wenn die Bayern Fehler machen, werden wir da sein", kündigt Leverkusen-Stürmer Patrick Helmes an. Über Langeweile konnten sich die Fans zuletzt jedenfalls nicht beklagen: In der Saison 2009/10 war in der Bundesliga vier Spieltage vor Schluss noch nichts entschieden. Inklusive des HSV konnten sich damals noch sechs Clubs (theoretische) Chancen auf den Titel ausrechnen. Bei soviel Spannung konnten die anderen europäischen Topligen nicht mithalten. " Die Bundesliga ist die ausgeglichenste und stärkste Liga der ganzen Welt deshalb ist sie enorm interessant", sagt Hoffenheims Coach Ralf Rangnick.

In Europa im Aufwind

Die Stärke der Bundesliga zeigt sich auch auf europäischem Parkett. In der Saison 2010/11 gehen sechs deutsche Teams an den Start (FCB, S04, Bremen, Bayer, BVB, VfB). Ab 2012/13 könnte sich die Situation noch verbessern. Überholen die Bundesligisten diese Saison Italien in der UEFA-Fünf-Jahres-Wertung würden schon 2011/12 nicht mehr nur drei, sondern vier Startplätze für die Champions League ausgespielt und die festen Europapokal-Startplätze würden sich von sechs auf sieben erhöhen. Nach der Streichung aller Ergebnisse der Saison 2005/06 liegt die Bundesliga nun aber mit 55,103 Punkten deutlich vor der Serie A (50,695) und hat hervorragende Aussichten, sich zum Saisonende den 3. Platz zu sichern. Dann gäbe es 2012/13 erstmals seit 2000/01 wieder vier deutsche Teams in der "Königsklasse".

Abwechslung

Auch in Sachen Meister gibt es in der Bundesliga ordentlich Abwechslung. Die Titel der letzten fünf Jahre teilten sich drei Vereine: Drei Mal stand der FC Bayern am Ende ganz oben, 2007 sicherte sich der VfB Stuttgart die Schale, 2009 der VfL Wolfsburg. Im internationalen Vergleich kann da nur die französische Ligue 1 mithalten, wo Serienmeister Lyon in den letzten beiden Jahren von Bordeaux und Marseille abgelöst wurde. In England (Chelsea, ManUnited) und Spanien (Barca, Real) machten in den letzten fünf Jahren nur je zwei Teams die Meisterschaft unter sich aus. In Italien wurde es zuletzt richtig langweilig: Die letzten fünf Titel gingen alle an Inter.




Denis Huber