Köln - Der FC Bayern ist einfach nicht zu stoppen, der Torhunger scheint nicht zu stillen. Auch gegen Borussia Dortmund zeigt der deutsche Rekordmeister seine ganze Klasse, der BVB hat keine Chance das Spiel zu gewinnen.

Natürlich freut man sich in München über die Erfolgsserie - und bleibt trotzdem bescheiden. Von der Meisterschaft wähnt man sich noch weit entfernt. "Wir haben drei Punkte geholt, natürlich ist es verrückt acht Spiele gespielt und acht gewonnen zu haben - aber es waren erst acht Spiele in einer langen Saison. Im Oktober ist noch niemand Deutscher Meister geworden. Wir sind erst dann Deutscher Meister, wenn wir auch Deutscher Meister werden", bremste Bayerns Trainer Pep Gurdiola die euphorischen Fragen der Journalisten nach dem Klassiker.

Auf dem Boden geblieben trotz Startrekord

Und auch Sportvorstand Matthias Sammer wiegelt ab: "Wir haben vor der Saison klar deutlich gemacht, dass uns die magische Vier extrem reizt. Trotzdem möchte ich daran erinnern, dass wir erst den 8. Spieltag haben und wir hier einen Marathonlauf bestreiten." Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge will nicht verfrüht feiern: "Soweit sind wir noch nicht. Wir haben einen prächtigen Start hingelegt, aber wir haben gerade mal Anfang Oktober. Man muss jetzt nicht arrogant sein. Es ist nicht so, dass wir schon Champagner in der Kabine trinken."

Dabei hätten die Bayern doch jeden Grund euphorisch zu sein, haben sie mit dem Sieg nicht nur den BVB als Verfolger Nummer eins mit mittlerweile sieben Punkten Vorsprung weiter abgehängt, was außerdem einen neuen Rekord bedeutet. Sieben Punkte Vorsprung auf den zweiten Platz gab es noch nie nach acht Spieltagen.

Ganz nebenbei wurde auch noch ein neuer Startrekord in der Bundesliga aufgestellt. Die ersten acht Saisonspiele zu gewinnen - das hatten nur die Bayern selbst bisher geschafft, vor drei Jahren, damals unter Jupp Heynckes. Auch damals betrug die Tordifferenz so wie jetzt +24, doch mit 28 Toren in der laufenden Saison toppen sich die Bayern sogar selbst. Zuhause ist die Torausbeute besonders erfolgreich, 20 Mal zappelte der Ball in der Allianz Arena im gegnerischen Netz. Damit haben die Münchner auch gleich noch einen Rekord von Borussia Mönchengladbach aus der Saison 1984/85 eingestellt.

"Es kann noch so viel passieren"

"Von irgendwelchen Themen wie Meisterschaft oder sonst was", will Thomas Müller trotzdem nicht sprechen. "Weil noch so viel passieren kann. Man muss immer erst die Spiele gewinnen." Dabei ist Müller DER Erfolgsgarant für den FCB: Bayern hat die letzten 42 Spiele mit Müller-Tor gewonnen - ein weiterer neuer Bundesliga-Rekord.

Der Rekordaufsteller schlechthin ist aber Robert Lewandowski. Der Stürmer hat mehr als nur einen Lauf, ist mittlerweile sogar Gerd Müller auf den Fersen. Zwölf Tore nach acht Spieltagen hatten bisher nur Gerd Müller 1968/69 und Christian Müller (Köln) 1964/65. Neun Tore in drei Bundesliga-Spielen nacheinander schaffte sogar zuvor noch nie ein Spieler - Rekord!

Zum Saisonende könnte eine weitere Bestmarke winken. Schafft der polnische Stürmer Gerd Müllers 40-Tore-Rekord zu knacken? Wenn es nach Lewandowski geht, ist es aber "noch viel zu früh, daran zu denken".