Berlin - Jos Luhukay, Trainer von Hertha BSC, betitelt ihn als einen "unverzichtbaren Spieler". Hajime Hosogai würde sich selbst vermutlich nie so hervorheben, weil es nicht seinem, dem japanischen Naturell entspricht, sich in den Vordergrund zu stellen.

Lieber stellt er sich voll und ganz in den Dienst der Mannschaft. In dieser Saison hat Hosogai bisher elf Einsätze in der Bundesliga und dem DFB-Pokal absolviert, immer stand er dabei in der Startformation. Nur in der Partie gegen 1. FSV Mainz 05 wurde er nicht eingesetzt, weil er zuvor mit der japanischen Nationalmannschaft auf Länderspielreise gewesen war.

Bärenstarke Zweikampfquote

Wenn der Japaner auf dem Platz steht, zeigt er vollen Einsatz, was unter anderem seine bisherigen Laufleistungen belegen: In nahezu jedem Spiel lief er elf Kilometer und gehört damit zusammen mit Per Skjelbred zu den Dauerläufern im Team von Luhukay.

Seine Position im defensiven Mittelfeld verlangt aber nicht nur einen großen läuferischen Aufwand, sondern auch viele Zweikämpfe und das resolute Abräumen von Gegenspielern. Hosogai überzeugte in dieser Saison bei seinen Einsätzen bereits mit 83 Prozent erfolgreichen Tacklings.

Der 1,76 Meter große Japaner muss deutlich mehr Fouls einstecken als er selber austeilt. Oft sieht man die Nummer 7 der Herthaner am Boden liegen, doch der Abräumer steht immer wieder auf. Hajime Hosogai ist eben ein Japaner, der den Stereotypen entspricht: Einer, der oft Schmerzen spürt, aber dies nicht weiter zeigt.

Ziel: Erfolgsserie starten

Für Japaner gilt es als heldenhaft, wenn man Leiden erträgt, ohne sich darüber zu beklagen. Darüber hinaus sind es Menschen, die sehr zielstrebig und ehrgeizig sind, was auf den 29-maligen japanischen Nationalspieler in den Reihen von Hertha BSC ebenfalls übertragbar ist.

An seine guten Leistungen in der Liga will der 28-Jährige beim nächsten Heimspiel am Freitag gegen Hannover 96 anknüpfen. Wenn Hosogai beim Flutlichtspiel aufläuft, wäre es sein 46. Pflichtspieleinsatz für die Blau-Weißen. Sein großer Wunsch ist, am Freitag die Heimspielserie fortzusetzen.

Da passt es gut, dass der Name oder besser das Kommando "Hajime" übersetzt soviel wie "Anfangen!" bedeutet. Einen Anfang könnten die Blau-Weißen am Freitag nach dem verlorenen Spiel beim SC Paderborn machen und eine Erfolgsserie starten. Hajime Hosogai wird dafür wieder alles geben.