Nach fünf Monaten Pause kehrte Julian Draxler auf den Platz zurück.
Nach fünf Monaten Pause kehrte Julian Draxler auf den Platz zurück.
Bundesliga

Julian Draxler: "Bereit für 20 Minuten Vollgas"

Gelsenkirchen - Mehr als fünf Monate musste Julian Draxler verletzt zuschauen, jetzt ist er wieder da. Nach seiner langen Zwangspause feierte der Nationalspieler beim 0:0 gegen Freiburg endlich sein Comeback auf dem Schalker Rasen.

"Ich habe keine Angst mehr"

Exakt 162 Tage dauerte die Leidenszeit des 21-Jährigen. Am zehnten Spieltag dieser Saison hatte sich Julian Draxler im Spiel des FC Schalke 04 gegen Augsburg schon nach wenigen Sekunden am Oberschenkel verletzt. Teilabriss der Semimembranosus-Sehne lautete die bittere Diagnose. Operation, Pause, Aufbautraining – es war die erste richtig schwere Verletzung in der sonst so steilen Karriere des Offensivspielers.

Umso verständlicher ist es, dass Draxler nach seinen ersten 14 Bundesliga-Minuten dieses Kalenderjahres mit sich und seiner Fußball-Welt im Reinen war, auch wenn es für seinen Verein nicht zu einem Sieg gereicht hatte. Im Interview spricht der Weltmeister über sein lang erwartetes Comeback, die Angst vor Zweikämpfen und den Weg zurück zur Top-Form.

Frage: Julian Draxler, dieser 11. April 2015 dürfte Ihnen als guter Tag in Erinnerung bleiben.

Draxler: Für mich persönlich war es ein guter Tag. Es ist einfach ein schönes Gefühl, endlich wieder dabei zu sein. Ich hatte keine Schmerzen mehr, habe in der Woche gut trainiert. Für mich war diese Partie gegen Freiburg ein persönliches Erfolgserlebnis, aber natürlich getrübt vom verpassten Sieg. Das haben wir uns anders vorgestellt und daher bin ich nur bedingt zufrieden mit diesem Tag.

Frage: Wie schätzen Sie selbst Ihre Leistung ein? Sind Sie zufrieden mit Ihrem Comeback?

Draxler: Ich bin vor allem glücklich, dass ich überhaupt wieder gespielt habe. Da ist natürlich nach der langen Pause noch nicht alles Gold, was glänzt. Die Luft fehlt noch, aber das kommt mit der Spielpraxis automatisch. Ich habe versucht, die Mannschaft zu unterstützen und habe meine Arbeit auf der Seite so verrichtet, wie es ein gesunder Spieler tut. Darüber bin ich erstmal froh.

Frage: Sie haben selbst gesagt, dass Sie bei Ihren ersten Einheiten mit der Mannschaft noch zurückhaltend waren, vor allem bei den Zweikämpfen. Wie war es jetzt im Spiel?

Draxler: Von meiner Top-Form oder einer richtig guten Verfassung bin ich natürlich noch ein gutes Stück entfernt. Aber körperlich geht es mir gut. Ich habe keine Angst mehr in den Zweikämpfen und gehe da auch wieder voll rein.