München - Benedikt Höwedes entwickelte sich in dieser Saison zum Bayern-Schreck. Nach seinem Treffer beim 1:1 im Hinspiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern München, traf der Kapitän der Königsblauen auch im Rückspiel in der Allianz Arena. Auch diesmal sicherte sein Kopfballtreffer zum 1:1-Ausgleich den Schalkern einen Punkt gegen den Rekordmeister.

Im Interview erklärt der 26-Jährige, warum der Punktgewinn trotz 73-minütiger Überzahl ein Erfolg ist, welchen Rat er Debütant Timon Wellenreuther gegeben hat und was er sich für das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am Freitag erhofft.

Frage: Benedikt Höwedes, sind Sie zufrieden mit dem Punktgewinn?

Benedikt Höwedes: Wenn wir in München spielen, müssen wir immer mit einem 1:1 zufrieden sein, auch wenn wir diesmal lange in Überzahl gespielt haben. Wir hätten natürlich ein bisschen mutiger sein können, in der einen oder anderen Situation. Insgesamt können wir mit dem Punkt zufrieden sein. Leider haben wir einen Elfmeter verschossen, das wäre für uns eine komfortablere Situation gewesen. Aber wir haben immerhin noch den Ausgleich gemacht, nachdem wir beim Gegentor ein bisschen schläfrig waren.

Frage: War es der Plan, trotz Überzahl konsequent an der defensiven Ausrichtung festzuhalten?

Höwedes: Ich fand es in Ordnung. Für uns war wichtig, dass wir unsere Grundordnung beibehalten und so lange wie möglich hinten die Null halten. Bayern hat zwar einen Mann weniger gehabt, aber wir dürfen nicht vergessen, dass es immer noch Bayern München ist. Sie haben unglaublich starke Individualisten vorne in der ersten Reihe und sind immer brandgefährlich. Wir hatten trotzdem ein, zwei gefährliche Situationen, die wir leider nicht konsequent zu Ende gespielt haben.

Frage: Ärgern Sie sich nicht doch ein bisschen, dass es nicht zu einem Sieg gereicht hat?

Höwedes: Wir hätten natürlich ein-, zweimal mutiger sein können, aber wir haben hier beim deutschen Rekordmeister gespielt, gegen den noch nicht viele Mannschaften gepunktet haben. Wolfsburg hat zwar am Freitag einen Dreier eingefahren, aber gerade in München konnte den Bayern noch niemand Punkte abnehmen.

"Gegen Gladbach nachlegen"

Frage: Timon Wellenreuther musste zur Pause den angeschlagenen Fabian Giefer ersetzen. Haben Sie als Kapitän dem jungen Debütanten noch ein paar Worte mit auf den Weg gegeben?

Höwedes: Ich habe ihm Mut zugesprochen. Ich habe ihm gesagt, er solle nicht aufgeregt sein und einfach sein Ding spielen. Er hat das klasse gemacht und sich nicht von der Kulisse beeindrucken lassen. Er hat mutig von hinten herausgespielt. Unsere Abwehr hat ihm die Arbeit auch etwas einfacher gemacht, weil wir nicht so viele zwingende Chancen der Bayern zugelassen haben. Und die Chancen, die es gab, hat er souverän entschärft. Er hat einen guten Einstand hingelegt.

Frage: Bereits am Freitag geht es gegen den Tabellendritten Borussia Mönchengladbach weiter. Wäre ein Sieg der perfekte Abschluss der englischen Woche?

Höwedes: Es ist auf jeden Fall unser Wunsch, gegen Gladbach drei Punkte einzufahren. Wir spielen zuhause gegen einen direkten Konkurrenten um die Champions-League-Plätze. Wir müssen zusehen, dass wir nach oben den Anschluss halten. Das Spiel gegen die Bayern war ein guter Schritt in die richtige Richtung. Es wäre klasse, gegen Gladbach nachzulegen.

Aus München berichtet Maximilian Lotz