Dortmund - Neben den Langzeitverletzten Partick Owomoyela, Florian Kringe und Sebastian Kehl, dessen Rückkehr ins Mannschaftstraining sich durch einen Virusinfekt weiter verzögert, sowie den beim Asien-Cup weilenden Kagawa muss Trainer Jürgen Klopp am Samstag im Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart aller Voraussicht nach auch auf Sven Bender und Mohamed Zidan verzichten.

Nach einem - im wahrsten Sinne des Wortes - "Testlauf" kamen medizinische und sportliche Leitung überein, "dass wir sagen, dass es für Sven bis Samstag nicht reicht", berichtete Klopp: "Es hat sich zwar alles relativ gut entwickelt, aber wir wollen kein Risiko eingehen und sind auch nicht unglücklich angesichts dessen, was man alles hätte vermuten können." Bender hatte am Freitag beim 3:1-Auswärtssieg in Leverkusen bei einem Zweikampf mit Simon Rolfes ein "Knacken" im Knie verspürt. Die ärztliche Diagnose förderte "nur" eine Innenbanddehnung zutage.

Vier Mittelfeldspieler fehlen

Auch Mohamed Zidan wird am Samstag aller Voraussicht nach nicht zur Verfügung stehen. "Es sei denn, es tritt eine überraschende Besserung ein", so Klopp: "Heute kann er jedenfalls nicht am Training teilnehmen. Sollte er morgen auf der Matte stehen, würden wir angesichts der Personalsituation darüber nachdenken, ihn zu nominieren."

Mit Kehl, Kagawa, Bender und Zidan fehlen also vier Mittelfeldspieler - zwei weitere sind fraglich. "Toni war gestern krank und wird dementsprechend heute nicht vollständig gesund sein", erklärte der Trainer. Da Silva hatte sich einen Virusinfekt eingefangen, will aber am Donnerstagnachmittag (15.30 Uhr) am Training teilnehmen. Klopp: "Mal sehen, wie er sich fühlt."

Götze trainiert wieder

Mario Götze (Bronchitis) ist seit Mittwoch wieder im Training und wird heute erstmals "größere Teile des Mannschaftstrainings durchziehen", so Klopp. Auch bei ihm lautet die Frage: Welche Spuren hat die Krankheit hinterlassen?

"Jeder Einzelne muss noch konzentrierter spielen"
Borussia Dortmunds Cheftrainer plant deshalb mit Blick auf das Spiel gegen den VfB mehrgleisig und spricht von "zwei Mittelfeldpositionen, die wir besetzen müssen". Bei einem Trainingsspiel am Mittwoch bekleidete Markus Feulner den Part neben Nuri Sahin in der "Doppel-Sechs" und erntete Lob. "Das sah sehr ordentlich aus", meinte Klopp. Robert Lewandowski spielte im zentral-offensiven Mittelfeld - hinter Lucas Barrios, dem der Coach bescheinigt, einen "großen Schritt weiter" zu sein als noch vor einer Woche: "Er hinterlässt einen spritzigen Eindruck und ist deutlich näher dran, dass ich ihn von Beginn an bringen kann."

Lewandowski hätte andere Augaben auf der "10"

Nur wenn da Silva und Götze spielen könnten, blieben die Aufgaben innerhalb der Mannschaft in etwa dieselben. Da Silva und Sahin sind eingespielt, Götze kommt von der Spielanlage Kagawa sehr nahe. Lewandowski ins Mittelfeld zu ziehen, brächte zwangsläufig Änderungen mit sich. "Robert soll, muss und darf nicht so agieren wie Shinji oder Mario", verdeutlicht Klopp, der andere Stärken des Polen skizziert: "Er ist robuster, kann ballsicherer sein."

Die Mannschaft wird auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. "Jede Veränderung bedeutet eine höhere Verantwortung für alle", betont der Trainer: "Jeder Einzelne muss noch konzentrierter, noch disziplinierter spielen."