Dortmund - Über mangelnde Arbeit musste sich Diego Benaglio nun wirklich nicht beschweren. Mit starken Paraden hielt der Torwart dem VfL Wolfsburg beim 2:2 in Dortmund einen Punkt fest.

Wolfsburg bleibt mit dem Remis nicht nur erster Verfolger des FC Bayern München, sondern hat mit jetzt 31 Zählern auch schon vor dem letzten Spieltag dieses Jahres die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte gespielt. Entsprechend entspannt stellte sich Diego Benaglio nach dem Spiel den Fragen und sprach über einen starken Gegner, eigene Fehler und den Abschluss des Fußballjahres gegen den 1. FC Köln am Samstag.

bundesliga.de: Diego Benaglio, Sie wirken nicht unzufrieden nach dem 2:2 bei Borussia Dortmund.

Diego Benaglio: Beide Mannschaften hatten ihre Chancen, beide Mannschaften können zufrieden sein. Unter dem Strich müssen wir uns auch mal mit diesem Punkt zufrieden geben, so wie das Spiel verlaufen ist. In Dortmund ist es nie ganz einfach. Und wenn du dann 1:2 zurückliegst und kurz vor dem Ende noch den Ausgleich machst, dann können wir mit dem Punkt wirklich gut leben.

"Dortmund hat ein richtig gutes Spiel gemacht"

bundesliga.de: Hatten Sie erwartet, dass Dortmund so ein starker Gegner sein und so viel investieren würde?

Benaglio: Wenn vor dem Spiel jemand gedacht haben sollte, dass es leichter wird, weil Dortmund in der Tabelle weiter unten steht, dann hat er sehr schnell gemerkt, dass er sich täuscht. Die Dortmunder haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Und sie haben unsere Fehler und unsere Ballverluste gut und schnell ausgenutzt. Es war das erwartet schwierige Auswärtsspiel, da müssen wir uns – wie schon gesagt – mit dem Punkt auch zufrieden geben und können uns auch darüber freuen. Wir haben kämpferisch gut dagegen gehalten.

bundesliga.de: Sie haben die Wolfsburger Fehler angesprochen. Waren die beiden Gegentore zu verhindern?

Benaglio: Beim zweiten Tor hatten wir einen Ballverlust im Mittelfeld, beim ersten Tor konnte Ciro Immobile relativ unbedrängt flanken. Aber das ist im Fußball immer so – wenn du dir die Situation hinterher noch einmal anschaust, dann hätte man es meist besser lösen können. Aber was für mich in diesem Spiel zählt, sind die gute Moral und der Willen: Zwei Mal hinten gelegen, zwei Mal zurück gekommen und den Ausgleich gemacht – das passt.

"Wir haben keinen Grund, uns zu ärgern"

bundesliga.de: Für den VfL war es jetzt das zweite Unentschieden in Folge. Spürt man an der leichten Enttäuschung etwa bei den Fans auch die gestiegene Erwartungshaltung?

Benaglio: Natürlich fehlen uns die beiden Punkte gegen den SC Paderborn. Aufgrund des Spiels und aufgrund der vielen Chancen, die wir da hatten, wäre ein Sieg auch klar drin gewesen. Den haben wir verpasst und das ist schon ärgerlich. In Dortmund hingegen hast du nie ein leichtes Auswärtsspiel, das ist einfach so. Unter dem Strich sähe es mit vier Punkten mehr auf dem Konto noch fröhlicher für uns aus. Aber ich denke, wir haben auch so keinen Grund, uns jetzt ärgern zu müssen.

bundesliga.de: Wenn man zum Abschluss am Samstag den 1. FC Köln schlägt, dann ist alles im grünen Bereich?

Benaglio: Wir werden natürlich alles daran setzen, um das letzte Heimspiel erfolgreich zu gestalten. Ganz klar! Dann war es mit dieser englischen Woche für uns noch einmal ein richtig guter Abschluss der Hinrunde. Und dann hätten wir auch für dieses Kalenderjahr ein schönes Ende.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte