Eindhoven - Der VfL Wolfsburg hat am Dienstagabend seine gute Ausgangsposition in der Champions League verspielt nach einem 0:2 beim PSV Eindhoven. Die Wölfe stehen damit beim nächsten Spiel in Moskau in drei Wochen unter Druck und belegen derzeit nur Platz drei. Auch Kapitän Diego Benaglio könnte die Niederlage nicht verhindern. Mit einem dicken Kopf erschien der Schweizer nach dem Spiel zum Interview.

Frage: Herr Benaglio, wie sehr schmerzt diese vermeidbare Niederlage beim PSV Eindhoven?

Diego Benaglio: Es ist sehr, sehr ärgerlich, dass wir durch diese Niederlage die gute Ausgangsposition aus dem Hinspiel vergeben haben.

"Wir haben Eindhoven in die Karten gespielt"

Frage: Es sah so aus, als hätte der gesamte Mannschaft der letzte Biss, der unbedingte Siegeswille gefehlt. Wie bewerten Sie die Situation?

Benaglio: Ich tue mich immer schwer damit meinen Mannschaftskollegen den Siegeswillen abzusprechen. Ich bin der Meinung, dass es uns heute nicht gelungen ist eine gute Leistung abzurufen. Es gab nur ganz wenige gelungene Aktion nach vorne. Wir haben sehr viele schnelle Ballverluste gehabt. Somit haben wir Eindhoven in die Karten gespielt. Viele zweite Bälle sind beim Gegner gelandet und es hat gefehlt den nötigen Druck auf den Gegner zu erzeugen.

Frage: In der zweiten Halbzeit hat PSV dann zwei Treffer erzielt. Wie sind die beiden Gegentore aus Ihrer Sicht zustande gekommen?

Benaglio: Wir haben es dem Gegner vor allem in der zweiten Halbzeit einfach in vielen Situationen zu leicht gemacht. Beim ersten Gegentor darf es natürlich nicht passieren, dass wir alle mit nur einem Pass ausgespielt sind und der Spieler dann alleine vor dem Tor steht. Das zweite Tor war mehr ein Befreiungsschlag nach vorne, der dann ideal für de Jong kommt und dann schwer zu verteidigen war. Es ist uns leider auch nicht gelungen, nach den Gegentoren noch Druck auf das gegnerische Tor zu entfachen.

"Dann hat es gerappelt"

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Frage: Sie sind in der 32. Minute mit dem PSV-Spieler Jürgen Locardia zusammen gestoßen. Kurze Zeit sah es so aus, als könnten Sie nicht weiterspielen. Ist bei Ihnen wieder alles okay?

Benaglio: Ich habe ein bisschen einen Brummschädel, aber die Niederlage schmerzt mehr als der Kopf.

Frage: Wie haben Sie den Zusammenprall mit Locardia erlebt?

Benaglio: Das kann ich nicht beurteilen. Ich gehe mit der Hand zum Ball und dann hat es gerappelt. So etwas lässt sich im Fußball nicht immer vermeiden. Ich habe einen kurzen Moment gebraucht, um wieder auf der Höhe zu sein, danach war es aber wieder okay. Wie gesagt nur der Schädel brummt ein wenig.

"Es wird an uns liegen"

Frage: Durch die Niederlage haben Sie die gute Ausgangslage verspielt und sind momentan nur noch Dritter. Wie schätzen Sie die Gruppenkonstellation ein?

Benaglio: Wie gesagt, es ist ärgerlich, dass wir die gute Ausgangslage eingebüßt haben. Jetzt ist so ziemlich alles ausgeglichen in unserer Gruppe. Nichtsdestotrotz haben wir noch zwei Spiele vor der Brust und müssen zusehen, dass wir möglichst in Moskau punkten. Es kommt dann auf darauf an, wie sich Eindhoven in Manchester schlägt. Trotz alledem hat sich nichts geändert. Wir müssen weiterhin auf uns schauen und alles dafür tun eine Runde weiter zu kommen.

Frage: In der nächsten Partie geht es gegen ZSKA Moskau. Schon vor sechs Jahren hat der VfL an gleicher Stelle in Moskau das Weiterkommen verspielt und 1:2 verloren. Was gibt Ihnen Hoffnung, dass es dieses Mal anders laufen wird?

Benaglio: Ich habe schon bei der Auslosung gesagt, dass ich hoffe, dass wir es besser machen als damals. Auch in Moskau wird es zum großen Teil an uns liegen, wie das Spiel ausgeht.

Aus Eindhoven berichtet Alexander Barklage