München - Ein Niederländer ersteigert Unterstützung von Belgiern, Mario Mandzukic schießt sich in die Top-Ten der schnellsten EM-Torschützen aller Zeiten. Die Spanier haben derweil Probleme mit dem Rasen in Gdansk. bundesliga.de präsentiert die EM-Splitter vom Montag:

+++"Stolz, jetzt Söldner der Niederlande zu sein"+++



Die Angst vor einem EM-Aus der niederländischen Nationalmannschaft ausgerechnet im Duell mit dem Erzrivalen Deutschland scheint riesengroß zu sein - jetzt wird sogar für Hilfe aus dem Nachbarland Belgien bezahlt. Ein anonymer niederländischer Fan mietete sich bei Ebay für 3000 Euro eine riesige Gruppe belgischer Anhänger, die sich im sozialen Netzwerk Facebook zusammengeschlossen und Unterstützungsdienste angeboten hatten. "Wir sind verkauft worden und stolz, jetzt Söldner der Niederlande zu sein", sagte einer der Fans, wie die belgische Zeitung Vers l'Avenir am Montag auf ihrer Website berichtete. Die 3000 Euro des Auftraggebers sollen wie geplant einem Projekt des UN-Kinderhilfswerks UNICEF gespendet werden.

Die Anbieter hatten in der Auktion zwar keine Stadionbesuche versprochen, betonten aber: "Wir werden die Spiele sehen, die Farben tragen, eine Auswahl ihrer Nationalgerichte zubereiten und essen, möglicherweise sogar ihre Flagge kaufen und die Nationalhymne lernen." Den Beweis, dass sie auch wirklich angefeuert haben, wollen die belgischen Mietfans mit Fotos und Videos erbringen.

Mehr als 20.000 Nutzer hatten sich bei Facebook der Gruppe anschlossen. Dabei ging es den Veranstalterangaben zufolge nicht nur um den Erlös für den guten Zweck, sondern vor allem den Spaß: Fußball zu schauen sei als Fan einer bestimmten Mannschaft einfach schöner. Belgiens Nationalteam hatte die Qualifikation für die EM wieder einmal nicht geschafft. Dass Belgier und Niederländer sich nicht immer grün sind, spielte bei der Aktion offenbar keine Rolle. Die Niederländer stehen in Belgien unter dem Verdacht, besonders geizig zu sein.

+++Mandzukic schreibt EM-Geschichte+++



Mario Mandzukic vom Bundesligisten VfL Wolfsburg hat am Sonntag das sechstschnellste Tor der EM-Geschichte erzielt. Der Stürmer hatte beim 3:1 der Kroaten gegen Irland seinen ersten von zwei Treffern bereits nach 2:38 Minuten markiert. Das schnellste Tor der EM-Historie ist für den Russen Dmitri Kiritschenko notiert, der 2004 beim 2:1 gegen Griechenland nach 67 Sekunden traf.

Es folgen dessen Landsmann Sergej Aleinikow (2:07 Minuten beim 3: 1 gegen England 1988), die Engländer Alan Shearer (2:14 beim Halbfinale 1996 gegen Deutschland) und Michael Owen (2:25 bei der Viertelfinal-Niederlage nach Elfmeterschießen gegen Portugal 2004) und der Bulgare Christo Stoitschkow (2:27 beim 1:0 gegen Rumänien 1996).

+++Spanier kritisieren die Platzverhältnisse in Gdansk+++



Keine Bewässerung, kein Tiki-Taka: Der stumpfe Rasen war angeblich schuld daran, dass Spaniens Ballzauberer beim holprigen EM-Auftakt gegen Italien (1:1) ihr gefürchtetes Kurzpassspiel nicht aufziehen konnten. Nach dem Schlusspfiff beschwerten sich Spieler und Trainer des Welt- und Europameisters vehement über den Zustand der Spielfläche.

"Der Platz war ein Desaster", schimpfte Mittelfeldstar Andres Iniesta. Sein Teamkollege Xavi meinte: "Ballkontrolle, Passen, Dribblings - all das ging auf diesem Rasen nicht. Der hätte gewässert werden müssen, so aber wurden wir benachteiligt."

Selbst Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque, ansonsten kein Freund von Ausreden, stimmte in das Klagelied ein. "Der Rasen war sehr trocken, und das war nicht optimal für uns. Es war ein gutes Spiel, aber es hätte noch besser sein können, wenn der Platz schneller gewesen wäre", sagte der 61-Jährige.

+++Watzke nervt der Lewandowski-Rummel+++



Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watze gehen die Spekulationen um den polnischen Nationalstürmer Robert Lewandowski gewaltig auf den Geist. "Diese Diskussion widert mich an. Was in polnischen Medien alles kolportiert wird, ist mir ehrlich gesagt sch...egal. Ich kenne die Medien dort genau und weiß daher, wie das zu bewerten ist", sagte Watzke am Montag.

Es sei vollkommen klar, dass Lewandowski, der am Freitag Polens Tor im EM-Eröffnungsspiel gegen Griechenland (1:1) erzielt hatte, in der kommenden Saison beim deutschen Double-Gewinner spielen werde. "Ob Angebote für ihn bei uns ankommen oder nicht, ist völlig irrelevant. Wenn ich seit Wochen explizit sage, dass Robert nach der EM und seinem Sommerurlaub definitiv bei uns zum Training antreten wird, ist das auch so", stellte Watzke klar.

Polens Nationaltrainer Franciszek Smuda war zuletzt mit der Aussage zitiert worden, Lewandowski werde die Borussia schon bald in Richtung Manchester United verlassen. Auch dessen BVB- und Nationalmannschaftskollegen Lukasz Piszczek und Jakub Blaszczykowski würden auf Dauer nicht in Dortmund bleiben. "Ich kenne Smuda seit Jahren, wir haben ein gutes Verhältnis. Ich glaube nicht, dass er das gesagt hat", kommentierte Watzke.

+++Szczesny darf in der Vorrunde nochmal ran+++



Die polnische Nationalmannschaft kann im abschließenden EM-Gruppenspiel am Samstag in Breslau gegen Tschechien wieder auf Stammtorhüter Wojciech Szczesny zurückgreifen. Wie die Europäische Fußball-Union (UEFA) am Montag mitteilte, wurde der Schlussmann des FC Arsenal nach seiner Roten Karte im Eröffnungsspiel gegen Griechenland (1:1) für ein Spiel gesperrt.

Szczesny war nach einer Notbremse gegen Dimitris Salpingidis vom Platz geflogen. Ersatzmann Przemyslaw Tyton hatte im Anschluss den fälligen Elfmeter von Georgios Karagounis gehalten und damit den Co-Gastgeber vor einer Niederlage bewahrt. Tyton wird auch am Dienstag im zweiten Gruppenspiel der Polen gegen Russland im Tor stehen.