München - Der Supercup 2012 (So., ab 19:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) wirft seine Schatten voraus, und die Protagonisten versuchen sich im Vorfeld, nicht in die Favoritenrolle drängen zu lassen. Der Deutsche Meister Borussia Dortmund sieht sich wirtschaftlich nicht mit der Konkurrenz aus München auf Augenhöhe. Doch auch die wenig berauschende Vorbereitung macht den BVB-Verantwortlichen die Zurückhaltung leicht - für Supercup und Meisterschaft.

"Wenn wir irgendwann in der Lage sind, weit über hundert Millionen in die Mannschaft zu investieren, dann wollen wir auch Deutscher Meister werden", sagt Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc auf der offiziellen Supercup-Pressekonferenz der DFL. "Da sind wir aber noch lange nicht." Auch in diesem Jahr üben sich die "Schwarz-Gelben" also in Understatement.

Vorbereitungs-Motor stottert



Die erfolgsverwöhnten Dortmunder verloren in der Vorbereitung genauso viele Spiele wie in der Meistersaison 2011/12. Bei den drei Niederlagen gegen Brügge, Nürnberg und Bremen kassierten die Borussen zudem noch ungewöhnliche zehn Gegentore (Sommerfahrplan). Viel zu viel für eine Mannschaft, die in der vergangenen Spielzeit die zweitbeste Defensive der Bundesliga stellte.

Verschwiegen werden die Probleme beim Deutschen Meister indes nicht. BVB-Kapitän Sebastian Kehl räumt im "kicker" ein, dass er die "Vorbereitung nicht so prickelnd" fand. Man macht beim BVB keinen Hehl daraus, dass noch einiges fehlt, um an die Form der Vorsaison anzuknüpfen.

Appell an das Team



"Ich habe das Gefühl, dass Griffigkeit und Galligkeit im Moment nicht da sind", sagt Trainer Jürgen Klopp und macht das "generelle Verhalten gegen den Ball" als Ursache der derzeitigen Schwierigkeiten aus. Ein Hinweis, der an die gesamte Mannschaft gerichtet ist. "Im Moment präsentieren wir uns nicht wie gewohnt und nicht so, wie wir das von uns selbst erwarten", gesteht Kehl.

Eigentlich keine guten Voraussetzungen, um mit dem deutschen Rekordmeister den Kampf um den Supercup 2012 aufzunehmen. Doch der FC Bayern München gehört ja seit den vergangenen beiden Spielzeiten zu den Lieblingsgegnern der "Schwarz-Gelben". Die Fünf-Siege-Serie hat dem Double-Sieger von 2012 viel Vertrauen in die eigene Stärke gegeben.

"Dieses Duell hat immer Zündstoff"



"Die Mannschaft hat ein deutliches Selbstvertrauen über die letzten zwei Jahre bekommen. Sie hat gezeigt, dass sie national aktuell die beste Mannschaft ist", sagt Zorc und weiß trotzdem, dass es "wieder bei null losgeht". Und es startet direkt mit einem Prestigeduell, in dem viel Rivalität steckt.

"Dieses Duell hat immer Zündstoff. Außerdem geht es um einen Titel", sagt Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Ilkay Gündogan ergänzt: "Wir werden voll dagegenhalten und versuchen, sie ein sechstes Mal zu schlagen. Wir treten an, um zu gewinnen."

Und Siege gegen den FC Bayern sind für Borussia Dortmund immer noch ein ganz besonderer Genuss - ob im Supercup (Hier geht's zur Sonderseite...) oder in der Meisterschaft.

Steffen Hoss