Gelsenkirchen/München - Der FC Schalke 04 tanzt zu diesem späten Zeitpunkt der Saison weiterhin auf drei Hochzeiten. Geändert hat sich nur der Choreograf. Statt Felix Magath gibt jetzt Ralf Rangnick die richtigen Takte vor.

Und damit kehrt Rangnick zurück an seine alte Wirkungsstätte. Denn der 52-Jährige saß bei den "Königsblauen" bereits von September 2004 bis Dezember 2005 auf der Bank. 2005 wurde er mit Schalke Vizemeister und zog auch ins Pokalfinale ein. Kein "Knappen"-Trainer hat im Schnitt so viele Punkte geholt wie er - in 43 Spielen nämlich 1,98 Zähler pro Spiel.

Vor der Kür kommt die Pflicht

Vor dem Champions-League-Highlight gegen Inter Mailand, das den FC Schalke 04 am kommenden Dienstag erwartet, stehen für Rangnick und sein Team erst einmal die Hausaufgaben in der Bundesliga auf dem Programm. Bei seinem Debüt muss Rangnick auf dem "Kiez" gegen den FC St. Pauli (Fr., ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) antreten.

Verlieren ist dort auf jeden Fall verboten, denn Schalke hat nur fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, im Falle einer Niederlage würden sich die "Knappen" wieder in unsichere Fahrwasser begeben. "Wir sind zwar nicht in akuter Abstiegsgefahr, dennoch darf der Blick nach hinten nie fehlen", mahnt Christoph Metzelder.

Trotz der schlechten Vorzeichen - Schalke ist seit dem 1:0 in Hannover vom 22. Januar auswärts sieglos und verlor sogar die letzten drei Partien in der Fremde - hat der Verteidiger Vertrauen in seinen neuen Chef. Momentan vermittelt dieser dem Kader seine altbekannte Philosophie. "Schnelles Umschalten in beide Richtungen, Pressing und Gegenpressing", beschreibt Metzelder diese: "Wir sind nach dem Trainerwechsel in einer Übergangsphase. Aber Ralf Rangnick wird uns so einstellen, dass wir gewinnen können."

Huntelaar fehlt weiterhin

Und zwar auch ohne Klaas-Jan Huntelaar, auf den Rangnick bei seiner zweiten Pflichtspielpremiere als Chef-Trainer des FC Schalke 04 verzichten muss.

"Es reicht leider noch nicht für einen Einsatz beim FC St. Pauli, Klaas-Jan kann immer noch nicht beschwerdefrei trainieren", sagte der Coach bereits am Montag. Huntelaar, der sich vor knapp vier Wochen eine Innenbanddehnung im Knie zugezogen hatte, trainierte zwar zunächst mit der Mannschaft, spulte dann aber ein individuelles Programm ab.

Raul will endlich einen nationalen Pokal

Bessere Nachrichten aus der Personalabteilung gibt es von Stürmerkollege Raul, der auch ohne Trainer Felix Magath, der ihn in die Bundesliga holte, bei Schalke 04 bleiben will. "Ich habe den Vertrag nicht mit Felix Magath gemacht, sondern mit Schalke 04. Also von mir ein klares Ja! Ich bleibe bis 2012", sagte der Spanier im Interview mit der "Sport Bild".

"Wir wollen den DFB-Pokal gewinnen. Ich habe schon einige Titel gewonnen, aber noch nie einen nationalen Pokal", spricht der Superstar dann auch noch die dritte und wohl wichtigste "Hochzeit" an.

Am 21. Mai gehen die "Königsblauen" in Berlin gegen den MSV Duisburg als Favorit ins Endspiel und können sich mit einem Sieg für die Europa League qualifizieren.