Die AWD-Arena in Hannover war der diesjährige Austragungsort für die "3. Behinderten-Fanbeauftragten-Tagung 2009".

Auf Einladung der DFL Deutschen Fußball Liga GmbH kamen die zumeist ehrenamtlich tätigen Behinderten-Fanbeauftragten der Bundesliga und 2. Bundesliga am Mittwoch, 7. Oktober zusammen, um sich über die Themen auszutauschen, die Rollstuhlfahrer, Gehörlose und Blinde als Fußballfans betreffen.

Hannovers Präsident Martin Kind begrüßte die etwa 60 Teilnehmer und lobte ausdrücklich das große Engagement der Behinderten-Fanbeauftragten, die zum Teil selbst zur Gruppe der Behinderten gehören: "Ich weiß, dass viele von Ihnen ehrenamtlich tätig sind und das ist heute nicht mehr selbstverständlich. Umso mehr danke ich Ihnen für Ihren Einsatz."

Vortrag in Gebärdensprache

Die Formen der Behinderung können vielfältig sein und so nahmen erstmals Gehörlose an der Tagung teil. Holger Jegminat, Mitglied des HSV-DEAF-Fanclubs, teilte in seinem in Gebärdensprache gehaltenen Vortrag die Wünsche der Gehörlose mit. So wäre es beispielsweise sinnvoll, Verkehrs- oder Abreisehinweise nach Schlusspfiff auch als Text auf den Videotafeln in den Stadien durchzugeben.

Die DFL hatte jüngst eine Broschüre mit Empfehlungen zur "Barrierefreiheit im Stadion" herausgegeben, die Marco Rühmann vom DFL-Spielbetrieb nochmals erläuterte: "Im Mittelpunkt dieser Empfehlungen stehen insbesondere infrastrukturelle Bedingungen zur Verbesserung bzw. Einrichtung von Zuschauerplätzen für Menschen mit Behinderung."

Ziele und Inhalte der Bundesliga-Stiftung vorgestellt

Desweiteren stellte Dr. Anna-Lisa Schwarz Ziele und Inhalte der Bundesliga-Stiftung vor. Die stellvertretende Geschäftsführerin der Bundesliga-Stiftung erläuterte die soziale Verantwortung, die der Profifußball in enger Zusammenarbeit mit den Clubs übernehme.

Nachdem die Referenten in den ersten Stunden über aktuelle Themen und Entwicklungen gesprochen hatten, setzten sich die Teilnehmer nachmittags in vier Workshops mit spezifischen Problematiken auseinander. Das Thema eines fairen Ticketings wurde intensiv diskutiert, die Bildung einer Interessensvertretung der Behinderten-Fanbeauftragten beschlossen.

DFL-Fanbeauftragter Thomas Schneider: "Das ist aus Sicht der DFL sehr wichtig, weil wir dadurch noch gezielter arbeiten können und uns auf eine breitere Basis von Standards zubewegen können. Damit haben wir den nächsten Level erreicht."