Stuttgart - Sieben Spiele, sechs Niederlagen, mit drei Punkten auf dem letzten Tabelleplatz - der Saisonstart des VfB Stuttgart verlief unerwartet schlecht. Im Interview mit der Webseite des Clubs spricht VfB-Cheftrainer Christian Gross über die Gründe der Krise und wie er die Mannschaft aus dieser Situation wieder herausführen will.

Frage: Herr Gross, zuletzt gab es auch Kritik an Ihnen und der Mannschaft. Wie beurteilen Sie die momentane Lage beim VfB?

Christian Gross: Ich weiß, dass die Situation sehr schlecht ist. Natürlich haben die Spieler, ich als Trainer und alle Beteiligten im Verein sowie auch die Fans eine andere Erwartungshaltung und können nicht zufrieden sein. Dass auch Kritik aufkommt, ist verständlich. Ich kann das alles ganz gut einordnen. Wichtig ist, dass wir alles tun, um für die nächsten Spiele die richtigen Lösungen zu finden.

Frage: Wie sehen diese Lösungen aus?

Gross: Im Hinblick auf das Spiel gegen Schalke wird es schwierig, viel zu verändern. Bis nächsten Mittwoch stehen mir aufgrund der Länderspielabstellungen sechs Feldspieler und zwei Torhüter im Training zur Verfügung, die ich gegen Schalke einsetzen kann. Aber generell müssen wir dahin kommen, dass wir wieder weniger Gegentore bekommen und unsere Chancen besser nutzen. In der Rückrunde der vergangenen Saison war das so, da haben wir das Optimum herausgeholt. Momentan erreichen wir das Minimum. Wir müssen den Mittelweg finden.

Frage: In Gelsenkirchen kommt es zum Duell zwischen dem Tabellenachtzehnten und dem Tabellensiebzehnten. Was erwarten Sie für eine Partie?

Gross: Schalke ist in einer ähnlichen Situation wie wir. Die Erwartungen sind hoch bei den Spielern, den Fans und dem Trainer. Das wird ein Kampfspiel auf Biegen und Brechen. Personell wird es keine großen Veränderungen geben können. Für Johan Audel und Philipp Degen kommt das Spiel noch zu früh. Bei Timo Gebhart muss man die nächste Woche abwarten, ob er spielen kann. Für Matthieu Delpierre wird Georg Niedermeier in die Innenverteidigung rücken, wenn nichts passiert bis dahin. Es kam in letzter Zeit vieles zusammen an Verletzungen und Sperren. Ich hoffe natürlich, dass alle Nationalspieler gesund zurückkehren.

Frage: Wie sieht der weitere Ablauf bis zum Schalke-Spiel aus?

Gross: Wir arbeiten jetzt gerade im Ausdauerbereich und steigen Anfang der Woche auf Schnellkrafttraining um. Ab Mittwoch beginnt dann mit allen Spielern die Vorbereitung auf Schalke. Da werde ich in einer gründlichen Ansprache sagen, was ich von meinen Spielern erwarte. Wir dürfen nicht wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Nach Gegentoren merkt man der Mannschaft an, dass sie noch nicht gefestigt ist. Wir müssen uns auf die einfachen Dinge beschränken und so wieder Stabilität reinkriegen. Zurzeit ist vieles Stückwerk, wir brauchen aber Automatismen.

Frage: Wo liegen Ihrer Meinung nach die Gründe für die Negativserie in der Bundesliga?

Gross: Wir haben im Sommer viel dafür investiert, die Gruppenphase in der Europa League zu erreichen. Anschließend ist es uns nicht richtig gelungen, die Balance zwischen Europapokal und Bundesliga zu finden. Ich arbeite daran, das Team wieder aus dieser Situation herauszuführen und die Spieler zu stärken. Ich nehme meine Spieler in die Verantwortung. Sie dürfen Fehler machen, aber diese Fehler dürfen sich nicht wiederholen. Ich glaube absolut an die Mannschaft und an Beharrlichkeit. Auf Dauer führt Beharrlichkeit wieder zum Erfolg. Es wird auch in Zukunft negative Momente geben, dennoch müssen wir an unserer Linie festhalten.